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Hotel- und Gastgewerbe: KV-Verhandlungen scheitern

Arbeitgeber bieten 3 Prozent - Gewerkschaften lehnen ab

7. April 2026
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Die Kollektivvertragsverhandlungen im österreichischen Hotel- und Gastgewerbe sind ohne Einigung zu Ende gegangen. Die Arbeitgeber kritisieren die Gewerkschaften.

Die Kollektivvertragsverhandlungen für das österreichische Hotel- und Gastgewerbe sind ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Trotz eines nachgebesserten Angebots von durchschnittlich drei Prozent konnten sich Arbeitgeber und Gewerkschaften nicht auf eine Lohn- und Gehaltserhöhung einigen.

Arbeitgeber sehen Branche in schwieriger Lage

„Die schwierige wirtschaftliche Lage, in der sich die Branche befindet, ist ein Faktum. Darüber können wir uns als Verhandler nicht hinwegsetzen. Auch ist 2026 nun das erste Jahr, in dem die finanziellen Auswirkungen des neuen Rahmenkollektivvertrags für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, aber auch für Betriebe, spürbar werden. Dennoch haben wir unser Angebot nochmals deutlich nachgebessert und mit durchschnittlich 3 % einen mehr als fairen Vorschlag auf den Tisch gelegt“, erklären Alois Rainer und Georg Imlauer, Obmänner und Chefverhandler der gastgewerblichen Fachverbände in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Massive Kostensteigerungen belasten Betriebe

Die Kosten für Vorleistungen wie Energie, Lebensmittel- und auch Mitarbeiter:innen sind in den letzten Jahren massiv gestiegen, und nur jeder zehnte Betrieb kann diese Kostensteigerungen über Preisanpassungen weitergeben. Die Folge: Die Betriebsergebnisse stagnieren seit 2019 oder sind rückläufig – sowohl in der Gastronomie als auch in der Hotellerie. Ebenso ist die reale Bruttowertschöpfung in den letzten beiden Jahren gesunken: 2024 um 0,3 %, für 2025 liegt die Prognose bei einem Minus von 0,6 %.

Geopolitische Lage

Zusätzlich belastet die aktuelle geopolitische Lage die Branche, denn einerseits ist mit keinen Erleichterungen bei den Energiekosten zu rechnen, andererseits besteht die Gefahr, dass es auch auf Nachfrageseite zu weiteren Einbrüchen kommt.

Arbeitgeber verweisen auf bisherige Investitionen

„In dieser Situation sind KV-Abschlüsse mit Augenmaß das Gebot der Stunde. Insbesondere, da die Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber in den letzten Jahren, trotz Corona- und darauffolgender Energiekrise, kontinuierlich und erheblich in ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter investiert haben“, so die beiden Obmänner.

Überdurchschnittliche Lohnsteigerungen der Vergangenheit

So wurden unter anderem die Mindestlöhne und -gehälter im Vorjahr, im Unterschied zu vielen anderen Branchen, deutlich - um einen Prozentpunkt - über der Inflation angehoben. Insgesamt betrug die Steigerung der Mindestlöhne und -gehälter in den letzten vier Jahren 27,1 Prozent und lag damit deutlich über der Inflation.

Zusätzlich ist in den letzten beiden Jahren stufenweise ein neuer Rahmenkollektivvertrag in Kraft getreten, der neben weiteren deutlichen Reallohnerhöhungen - durch erhöhte Sonderzahlungen, ausgeweitete Nachtarbeitszuschläge und Anrechnung von Vordienstzeiten - zahlreiche weitere Anliegen der Arbeitnehmerseite berücksichtigt und massive strukturelle Verbesserungen für Arbeitnehmer:innen mit sich bringt.

Kritik an Gewerkschaftshaltung

„Für viele Unternehmen waren diese zusätzlichen Kosten angesichts der wirtschaftlichen Gesamtlage eine enorme Herausforderung. Umso unverständlicher ist es, dass diese Leistungen von den Gewerkschaften negiert werden“, kritisieren die Arbeitgebervertreter die Haltung der Gewerkschaften.

„Wir appellieren an unsere Sozialpartner, im Sinne der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wie auch der Unternehmerinnen und Unternehmer, unser Angebot nochmals umfassend zu bewerten, sodass wir zum Wohle der gesamten Branche einen Lohn- und Gehaltsabschluss erzielen können“, so Rainer und Imlauer abschließend.

Schlagworte

#Kollektivvertrag#Gastronomie#Hotellerie#WKÖ#Lohnverhandlungen#Branchen

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