Gurkerl meldet stark steigende BBQ-Verkäufe und neue Grilltrends. Hinter Huhn, Grillkäse und Premium-Cuts stecken Herkunftsfragen, Alltagstauglichkeit und Lebensmittelsicherheit.
Die Grillsaison 2026 startet laut Gurkerl.at mit deutlich steigender Nachfrage. Der Onlinesupermarkt meldete für den Zeitraum von Anfang April bis Mitte Mai mehr als 94.000 verkaufte Grillprodukte und damit ein Plus von 64 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum 2025. Aus den Verkaufszahlen leitet Gurkerl mehrere Trends ab: Österreich grille regionaler, vielseitiger, leichter und auffallend käselastig.
Wichtig ist die Einordnung: Gurkerl-Daten zeigen das Einkaufsverhalten eines Online-Supermarkts, nicht den gesamten österreichischen Lebensmittelmarkt. Trotzdem sind die Zahlen interessant, weil sie einen Blick darauf geben, welche Produkte in urbanen und onlineaffinen Zielgruppen an Bedeutung gewinnen. Besonders sichtbar sind drei Entwicklungen: Geflügel legt stark zu, regionale Herkunft wird wichtiger und Grillkäse sowie vegetarische Alternativen werden selbstverständlicher.
In der Mitteilung wird besonders das Steirerhuhn AMA Hühnerfilet genannt, das laut Gurkerl als gefragtestes Grillfleischprodukt der Saison ein Wachstum von 47 Prozent gegenüber dem Vorjahr verzeichnete. Das passt zu einem breiteren Trend: Viele Konsumentinnen und Konsumenten achten beim Lebensmitteleinkauf stärker auf Herkunft, nachvollziehbare Lieferketten und Qualitätszeichen. Beim Grillen wird das sichtbarer, weil Fleisch, Käse und Gemüse oft im Mittelpunkt stehen und Gäste bewusst nach Herkunft fragen.
Das AMA-Gütesiegel steht nach Angaben der AMA für nachvollziehbare Herkunft und definierte Qualitätsanforderungen. Bei Geflügel ist diese Herkunftsfrage besonders relevant, weil Konsumentinnen und Konsumenten wissen wollen, wo Tiere erbrütet, gemästet, geschlachtet und zerlegt wurden. Ein Herkunftssiegel ersetzt keine individuelle Qualitätsprüfung, gibt aber Orientierung im Regal.
Geflügel ist beim Grillen attraktiv, weil es im Vergleich zu vielen klassischen Grillfleischsorten leichter wirkt, sich gut marinieren lässt und schneller zubereitet werden kann. Gleichzeitig verlangt Huhn sorgfältige Hygiene. Rohes Geflügel sollte getrennt von verzehrfertigen Lebensmitteln vorbereitet werden, Schneidbretter und Messer müssen nach Kontakt mit rohem Fleisch gründlich gereinigt werden, und das Fleisch muss vollständig durchgegart sein.
Genau hier wird aus einem Einkaufstrend ein praktisches Alltagsthema. Wer mehr Huhn grillt, sollte nicht nur an Marinaden und Beilagen denken, sondern auch an Kühlkette, getrennte Teller für rohes und gegartes Fleisch sowie sichere Kerntemperaturen. Das Gesundheitsportal weist allgemein darauf hin, dass Küchenhygiene bei rohen Lebensmitteln besonders wichtig ist.
Die Gurkerl-Mitteilung beschreibt Grillkäse als besonders dynamisches Segment. Halloumi, Burgerkäse und andere Käseprodukte werden nicht mehr nur als Beilage betrachtet, sondern oft als eigenes Hauptprodukt. Das verändert Grillabende, weil der Rost vielfältiger wird: Fleisch, Käse, Gemüse, pflanzliche Würste, Seitan-Produkte und Beilagen teilen sich denselben Platz.
Für Gastgeberinnen und Gastgeber bedeutet das mehr Flexibilität. Wer unterschiedliche Ernährungsweisen berücksichtigen will, muss nicht mehr nur Salat und Brot als Alternative anbieten. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Planung: vegetarische Produkte sollten nicht mit Fleischsaft verunreinigt werden, Käse braucht andere Hitze als Steak, und pflanzliche Produkte können je nach Zusammensetzung schneller austrocknen oder ankleben.
Gurkerl verweist auch auf wachsende Nachfrage nach hochwertigen Fleischsortimenten, Bio-Fleisch, Wagyu und größeren Cuts. Das bedeutet nicht, dass klassische Würstel, Schweinefleisch oder Beilagen verschwinden. Eher entstehen zwei Grillwelten nebeneinander: der schnelle Familiengrillabend mit bekannten Produkten und das bewusste BBQ-Erlebnis mit längerer Vorbereitung, besonderen Cuts und mehr Beratung.
Für den Handel ist diese Spreizung interessant. Einerseits müssen Produkte günstig, verfügbar und unkompliziert sein. Andererseits wächst ein Markt für Beratung, Herkunftskommunikation, Premiumqualität und Convenience-Produkte. Gerade Online-Supermärkte können solche Trends gut sichtbar machen, weil Suchverhalten, Warenkörbe und Wiederkäufe schneller auswertbar sind als im klassischen Regal.
Grillen findet oft an heißen Tagen statt. Das macht Lebensmittelsicherheit wichtiger. Fleisch, Fisch, Käse und fertige Salate sollten nicht lange ungekühlt stehen. Rohe und gegarte Lebensmittel gehören getrennt. Marinaden, die mit rohem Fleisch in Kontakt waren, sollten nicht ungekocht als Sauce verwendet werden. Auch bei Grillkäse und pflanzlichen Produkten ist sauberes Arbeiten sinnvoll, besonders wenn Gäste Allergien oder Unverträglichkeiten haben.
Das Gesundheitsportal gibt außerdem Hinweise zu Essen und Hitze. Leichtere Speisen, ausreichend Flüssigkeit und sorgfältiger Umgang mit Lebensmitteln helfen, sommerliche Grillabende bekömmlicher zu gestalten. Dadurch wird der Trend zu leichteren Grillprodukten auch gesundheitlich nachvollziehbar.
Die Gurkerl-Zahlen zeigen, welche Produkte gerade stärker nachgefragt werden. Sie sind aber kein Einkaufsbefehl. Wer bewusst grillen will, sollte Herkunft, Preis, Tierwohl, Geschmack, Nährwert, Verpackung und Zubereitung zusammen betrachten. Ein regionales Produkt kann kurze Wege und nachvollziehbare Herkunft bieten; ein pflanzliches Produkt kann Abwechslung bringen; ein Premium-Cut kann ein besonderer Anlass sein. Gute Grillplanung beginnt mit der Frage, wer mitisst und was wirklich gebraucht wird.
Online-Supermärkte sehen Trends oft anders als stationäre Händler. Kundinnen und Kunden suchen gezielt nach Produktgruppen, legen Varianten in den Warenkorb, vergleichen Marken und bestellen wiederkehrend. Dadurch werden Verschiebungen schneller sichtbar: Wenn Grillkäse häufiger in Warenkörben landet, Geflügelprodukte plötzlich in den Toplisten auftauchen oder pflanzliche Alternativen öfter mit klassischen BBQ-Produkten kombiniert werden, kann der Handel rasch darauf reagieren.
Das bedeutet aber nicht, dass Online-Zahlen eins zu eins für alle Haushalte gelten. Menschen kaufen online anders ein als im Geschäft. Große Wochenbestellungen, gezielte Vorratskäufe und urbanere Liefergebiete können die Daten prägen. Für die Einordnung ist deshalb wichtig: Die Gurkerl-Zahlen zeigen einen konkreten Ausschnitt, der trotzdem interessante Hinweise auf breitere Grillgewohnheiten gibt.
Wer die Trends nutzen möchte, kann den Einkauf in drei Blöcke teilen. Erstens: Hauptprodukte wie Huhn, Steak, Grillkäse oder pflanzliche Alternativen. Zweitens: frische Beilagen, Saucen und Brot. Drittens: Sicherheits- und Komfortfaktoren wie Kühlakkus, getrennte Teller, Grillzange, saubere Schneidbretter und ausreichend Getränke. Diese einfache Planung verhindert, dass empfindliche Lebensmittel zu lange warm stehen oder vegetarische Produkte unbeabsichtigt mit Fleisch in Kontakt kommen.
Gerade bei größeren Runden lohnt sich außerdem, Mengen realistisch zu planen. Ein abwechslungsreicher Rost muss nicht automatisch mehr Fleisch bedeuten. Käse, Gemüse, Salate und pflanzliche Produkte können den Abend leichter machen und Reste reduzieren.
Der Onlinesupermarkt berichtet von mehr als 94.000 verkauften Grillprodukten zwischen Anfang April und Mitte Mai und einem Plus von 64 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Regionalität hilft Konsumentinnen und Konsumenten, Herkunft besser nachzuvollziehen. Bei Fleisch und Geflügel spielt das besonders für Vertrauen, Qualitätswahrnehmung und Kaufentscheidung eine Rolle.
Grillkäse ist unkompliziert, sättigend und funktioniert als vegetarische Hauptkomponente. Dadurch ist er für gemischte Gruppen praktisch und passt zu vielen Beilagen.
Rohes Geflügel sollte getrennt von fertigen Lebensmitteln vorbereitet werden. Nach Kontakt mit rohem Fleisch müssen Hände, Messer und Schneidbretter gründlich gereinigt werden.