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Lenzing startet strategische Transformation mit Fokus Vlies

Vorstand beschließt Ausrichtung auf Vliesstoffanwendungen, Standortkonsolidierung und umfassendes Refinanzierungspaket mit bis zu EUR 300 Mio.

27. Juli 2026

Lenzing kündigt Ausbau des Vliesstoffgeschäfts bis 2030, Ausstieg aus Standorten, Wertminderungen 2026 bis EUR 150 Mio. und eine bis zu EUR 300 Mio. umfassende Kapitalerhöhung an.

Der Vorstand der Lenzing AG hat am 27. Juli 2026 mit Zustimmung des Aufsichtsrats eine weitreichende strategische Transformation beschlossen. Zentrales Element ist die stärkere Ausrichtung des Unternehmens auf Vliesstoffanwendungen sowie eine Neuausrichtung des Textilgeschäfts; das Vliesstoffgeschäft soll laut Mitteilung bis 2030 deutlich ausgebaut werden.

Im Rahmen der Transformation plant Lenzing eine Konsolidierung des Produktionsnetzwerks und den Ausstieg aus ausgewählten Standorten. Gleichzeitig begleitet das Unternehmen die Umstrukturierung mit einem umfassenden Refinanzierungspaket, das eine Kapitalerhöhung von bis zu EUR 300 Mio. vorsieht und neue Finanzierungsvereinbarungen mit einem Volumen von bis zu EUR 300 Mio. umfasst.

Lenzing AG: Fokus auf Vliesstoffanwendungen und Standortpläne

Nach Angaben des Unternehmens ist das strategische Ziel, den Fokus auf Vliesstoffanwendungen zu verstärken und das Textilgeschäft neu auszurichten. In der Pressemitteilung heißt es ausdrücklich, dass Lenzing ihr Vliesstoffgeschäft bis 2030 deutlich ausbauen beabsichtigt.

Parallel zum laufenden Verkaufsprozess des indonesischen Viskosestandorts PT South Pacific Viscose konsolidiert Lenzing das Produktionsnetzwerk für Fasern. Darüber hinaus plant Lenzing, die Produktion an den Faserstandorten Heiligenkreuz (Österreich) bis Ende 2026 und Grimsby (Vereinigtes Königreich) bis Ende 2027 einzustellen. Die Herstellung von Spezialfasern soll auf die Kernproduktionsstandorte der Lenzing Gruppe verlagert werden, um "eine stabile und verlässliche Versorgung der Kunden sicherzustellen", wie die Mitteilung ausführt.

Finanzielle Effekte 2026 und mittelfristige Ziele

Im Zusammenhang mit der Standortkonsolidierung erwartet Lenzing für das Jahr 2026 nicht zahlungswirksame Wertminderungen (Abschreibungen) auf langfristige Vermögenswerte, insbesondere auf Sachanlagen, in Höhe von bis zu EUR 150 Mio. Diese Wertminderungen werden laut Mitteilung voraussichtlich das Konzern-EBIT sowie das Konzernergebnis 2026 negativ beeinflussen, jedoch keine Auswirkungen auf das EBITDA im Jahr 2026 haben.

Zudem werden Restrukturierungsrückstellungen im Zusammenhang mit Personalmaßnahmen von bis zu EUR 40 Mio. das EBITDA im Jahr 2026 voraussichtlich belasten. Mittelfristig strebt das Unternehmen nach eigenen Angaben an, wieder Umsatzwachstum mit einer EBITDA-Steigerung von EUR 150 Mio. zu erreichen, eine EBITDA-Marge zwischen 20-25% zu erzielen und den Verschuldungsgrad (Leverage) unter 2,5x zu senken.

Refinanzierung, Kapitalerhöhung und Zusagen

Die Transformation wird laut Mitteilung von einem umfassenden Refinanzierungspaket begleitet. Dieses Paket umfasst neue Finanzierungsvereinbarungen mit einem Gesamtvolumen von bis zu EUR 300 Mio. sowie die Verlängerung bestehender Finanzverbindlichkeiten, deren Laufzeiten bis 2030 ausgedehnt werden sollen. Die Wirksamkeit des Refinanzierungspakets hängt nach Unternehmensangaben von der Durchführung einer Kapitalerhöhung in Höhe von EUR 300 Mio. ab.

Der Vorstand hat beschlossen, eine außerordentliche Hauptversammlung einzuberufen, die voraussichtlich am oder um den 25. August 2026 stattfinden soll, und den Aktionären eine Kapitalerhöhung mit Bezugsrechten und Abschlag auf den Börsenkurs im Volumen von bis zu EUR 300 Mio. vorzuschlagen. Bestehenden Aktionären sollen anteilige Bezugsrechte zugeteilt werden.

Zum Stand der Zusagen nennt die Mitteilung, dass das Syndikat aus der B&C Gruppe und Suzano, das zusammen indirekt rund 52,25% des Grundkapitals von Lenzing hält, sich vorbehaltlich der üblichen Bedingungen unwiderruflich verpflichtet hat, an der Kapitalerhöhung mit einer Investition von bis zu EUR 156,7 Mio. teilzunehmen. Die Oberbank AG, die rund 3,86% des Grundkapitals hält, hat sich vorbehaltlich der üblichen Bedingungen verpflichtet, mit bis zu rund EUR 11,6 Mio. zu partizipieren. Eine Gruppe internationaler Banken hat sich vorbehaltlich marktüblicher Bedingungen verpflichtet, alle Aktien zu zeichnen, die nicht von Lenzing-Aktionären gezeichnet werden.

Begriffe: EBITDA, Leverage, Wertminderung, Restrukturierungsrückstellungen, Kapitalerhöhung

EBITDA

EBITDA steht für Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen. In der Mitteilung betont Lenzing, dass die geplanten nicht zahlungswirksamen Wertminderungen das Konzern-EBIT und das Konzernergebnis beeinflussen, jedoch keine Auswirkungen auf das EBITDA im Jahr 2026 haben sollen.

EBITDA-Marge

Die EBITDA-Marge beschreibt das Verhältnis von EBITDA zum Umsatz und wird als Prozentsatz ausgewiesen. Lenzing nennt als mittelfristiges Ziel eine EBITDA-Marge von 20-25%.

Verschuldungsgrad (Leverage)

Der Verschuldungsgrad (Leverage) ist eine Kennzahl zur Messung der Verschuldung im Verhältnis zu Kennzahlen wie EBITDA. Lenzing nennt als Ziel, den Verschuldungsgrad unter 2,5x zu senken.

Wertminderung (Abschreibungen)

Als Wertminderung bezeichnet die Mitteilung die Erfassung von Abschreibungen auf langfristige Vermögenswerte, insbesondere auf Sachanlagen. Lenzing erwartet für 2026 Wertminderungen in Höhe von bis zu EUR 150 Mio., die nicht zahlungswirksam sind.

Restrukturierungsrückstellungen und Kapitalerhöhung mit Bezugsrechten

Restrukturierungsrückstellungen sind laut Mitteilung Rückstellungen im Zusammenhang mit Personalmaßnahmen; Lenzing erwartet hier Belastungen von bis zu EUR 40 Mio., die das EBITDA 2026 voraussichtlich belasten werden. Die geplante Kapitalerhöhung soll mit Bezugsrechten der bestehenden Aktionäre erfolgen und ein Volumen von bis zu EUR 300 Mio. umfassen.

Konkrete Schritte und namentlich genannte Standorte

Die Pressemitteilung listet mehrere konkrete Maßnahmen und Standorte, die von der Transformation betroffen sind. Die Zusammenstellung umfasst sowohl Verkaufs- als auch Produktionsentscheidungen.

  • Laufender Verkaufsprozess des indonesischen Viskosestandorts PT South Pacific Viscose.
  • Geplante Einstellung der Produktion am Faserstandort Heiligenkreuz (Österreich) bis Ende 2026.
  • Geplante Einstellung der Produktion am Faserstandort Grimsby (Vereinigtes Königreich) bis Ende 2027.
  • Verlagerung der Herstellung von Spezialfasern auf die Kernproduktionsstandorte der Lenzing Gruppe.

FAQ zur Lenzing-Transformation

Was hat der Vorstand der Lenzing AG beschlossen?

Der Vorstand hat mit Zustimmung des Aufsichtsrats beschlossen, die strategische Transformation des Unternehmens weiter voranzutreiben. Dazu zählen eine stärkere Ausrichtung auf Vliesstoffanwendungen, die Neuausrichtung des Textilgeschäfts sowie eine Konsolidierung des Produktionsnetzwerks.

Welche Standorte sind konkret genannt?

Die Mitteilung nennt den laufenden Verkaufsprozess des indonesischen Viskosestandorts PT South Pacific Viscose sowie die geplante Einstellung der Produktion in Heiligenkreuz (Österreich) bis Ende 2026 und in Grimsby (Vereinigtes Königreich) bis Ende 2027. Außerdem soll die Produktion von Spezialfasern auf Kernproduktionsstandorte verlagert werden.

Welche finanziellen Effekte erwartet Lenzing für 2026?

Lenzing erwartet nicht zahlungswirksame Wertminderungen (Abschreibungen) von bis zu EUR 150 Mio. im Jahr 2026, die das Konzern-EBIT und das Konzernergebnis voraussichtlich negativ beeinflussen werden. Darüber hinaus werden Restrukturierungsrückstellungen im Zusammenhang mit Personalmaßnahmen von bis zu EUR 40 Mio. genannt, die das EBITDA 2026 belasten sollen.

Wie ist die Kapitalerhöhung geplant und welcher Zeitplan ist genannt?

Der Vorstand hat die Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung beschlossen, die voraussichtlich am oder um den 25. August 2026 stattfinden soll. Den Aktionären soll eine Kapitalerhöhung mit Bezugsrechten und Abschlag auf den Börsenkurs im Volumen von bis zu EUR 300 Mio. vorgeschlagen werden.

Wer hat sich zur Teilnahme an der Kapitalerhöhung verpflichtet?

Das Syndikat aus der B&C Gruppe und Suzano, das zusammen indirekt rund 52,25% des Grundkapitals hält, hat sich vorbehaltlich der üblichen Bedingungen unwiderruflich verpflichtet, bis zu EUR 156,7 Mio. zu investieren. Die Oberbank AG (rund 3,86% des Grundkapitals) hat sich vorbehaltlich der üblichen Bedingungen verpflichtet, bis zu rund EUR 11,6 Mio. zu investieren. Eine Gruppe internationaler Banken hat sich verpflichtet, vorbehaltlich marktüblicher Bedingungen, alle nicht von Aktionären gezeichneten Aktien zu zeichnen.

Wovon hängt die Wirksamkeit des Refinanzierungspakets ab?

Laut Mitteilung hängt die Wirksamkeit des Refinanzierungspakets von der Durchführung der geplanten Kapitalerhöhung in Höhe von EUR 300 Mio. ab. Das Paket beinhaltet außerdem neue Finanzierungsvereinbarungen von bis zu EUR 300 Mio. und die Verlängerung bestehender Finanzverbindlichkeiten mit Laufzeiten bis 2030.

Quellen und Kontakt

Diese Zusammenfassung basiert auf der Insiderinformation der Lenzing AG vom 27. Juli 2026. Weiterführende Informationen finden sich auf der Unternehmenswebsite www.lenzing.com.

Kontakt Investor Relations: Alexander Schwaiger, VP Corp. Treasury & Investor Relations, Lenzing Aktiengesellschaft, Werkstraße 2, 4860 Lenzing, Austria; Telefon +43 7672 701 8947; E-Mail a.schwaiger [at] lenzing.com. Media Contact: media [at] lenzing.com.

Unternehmensdaten aus der Mitteilung: ISIN AT0000644505; Index: ATX; Börse: Wiener Börse (Amtlicher Handel); LEI Code: 529900BKFJBI0QRDJH63.

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