Der BÖP sensibilisiert im Hinblick auf Retraumatisierung und betont die Wichtigkeit psychologischer Unterstützung
Am 10. Juni 2026 jährt sich der Amoklauf am BORG Dreierschützengasse in Graz. Der BÖP erinnert an Retraumatisierung und weist auf Hilfsangebote hin.
Am 10. Juni 2026 jährt sich der Amoklauf am BORG Dreierschützengasse in Graz zum ersten Mal. Der Berufsverband Österreichischer Psychologinnen und Psychologen (BÖP) macht in einer Aussendung auf anhaltende Belastungen und mögliche Retraumatisierungen aufmerksam und verweist auf bereits etablierte sowie weiterhin verfügbare Unterstützungsangebote.
Die Erinnerung an den Vorfall und der Jahrestag selbst können bei Betroffenen, Angehörigen, Einsatzkräften und in der Gesellschaft belastende Gefühle und Erinnerungen hervorrufen. In der Mitteilung nennt der BÖP konkrete Schritte, die unmittelbar nach der Tat gesetzt wurden, sowie Anlaufstellen, die weiterhin erreichbar sind.
Der BÖP beschreibt in der Aussendung, wie unmittelbar nach dem Amoklauf Hilfe organisiert wurde. Als Reaktion startete der Verband das Hilfsprojekt „Amoklauf in Graz – Psychologie hilft!“, an dem sich freiwillig und unentgeltlich über 90 Klinische Psycholog:innen aus Graz und Umgebung beteiligten. Im Rahmen dieses Projekts boten die beteiligten Psycholog:innen unmittelbar und kostenlos klinisch-psychologische Behandlungseinheiten im Bereich Traumabewältigung und Krisenintervention für Betroffene des Amokattentats an.
Darüber hinaus erstellten die BÖP-Fachsektionen Traumapsychologie und Notfallpsychologie umgehend das Informationsblatt „Krisenintervention nach einem Gewaltvorfall“. In der Mitteilung bedankt sich der BÖP ausdrücklich bei allen Kolleg:innen „für ihren großartigen Einsatz“.
Die Aussendung nennt zwei strukturelle Veränderungen, die auf das Ereignis folgten: Zum einen wurde die Schulpsychologie stark aufgestockt und ihre Bedeutung für das psychische Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen verstärkt in das öffentliche Bewusstsein gerückt. Zum anderen wurde das österreichische Waffengesetz verschärft. Der BÖP gibt an, bei beiden Maßnahmen umfassend mitgearbeitet zu haben und begrüßt diese inhaltlich sehr.
Der Verband weist darauf hin, dass die psychischen Folgen lange nachwirken können. Am Jahrestag könne es zu Trauma‑Wiedererinnerungen, in manchen Fällen zu Flashbacks oder gar Retraumatisierungen kommen, „und damit zu vermehrten belastenden Gefühlen und Erinnerungen“, so die Aussendung. Diese Formulierungen finden sich im Text des BÖP als Hinweis auf mögliche Reaktionen im Umfeld des Jahrestags.
In der Mitteilung zitiert der BÖP die Präsidentin a.o. Univ.-Prof.in Dr.in Beate Wimmer-Puchinger mit den Worten: „Wir denken mit großer Betroffenheit an diesen schrecklichen Tag zurück und unser Mitgefühl gilt auch jetzt den Betroffenen und allen Angehörigen. Auch ein Jahr später sind die psychischen Auswirkungen für viele Menschen spürbar. Der Jahrestag unterstreicht die Bedeutung langfristiger und niederschwelliger psychologischer Hilfsangebote, damit Betroffene auch über die akute Krisenphase hinaus die Unterstützung erhalten, die sie benötigen.“
In der Aussendung werden mehrere Anlaufstellen genannt, über die psychologische Fachpersonen oder Angebote gefunden und genutzt werden können. Klinische Psycholog:innen und Gesundheitspsycholog:innen werden über psychnet gelistet. Über die BÖP-Serviceplattform psyhelp werden kostenfreie Kassenplätze für klinisch-psychologische Behandlung vermittelt. Für Kinder und Jugendliche wird das Projekt „Gesund aus der Krise" als Angebot genannt, das rasch kostenlose und österreichweite Beratungs- und Behandlungsangebote offeriert.
Außerdem weist der BÖP auf die BÖP-Helpline hin. Diese ist laut Aussendung unter der Nummer 01/504 8000 sowie per E-Mail unter helpline[at]psychologiehilft.at von Montag bis Donnerstag von 9 bis 13 Uhr erreichbar. Allgemeine Kontaktangaben des Verbandes sind im Kontaktblock der Mitteilung enthalten.
Traumabewältigung: Als neutraler Begriff bezeichnet Traumabewältigung Maßnahmen und therapeutische Verfahren, die darauf abzielen, belastende Folgen eines traumatischen Ereignisses zu behandeln. Im Kontext der Aussendung wird der Begriff im Zusammenhang mit klinisch-psychologischen Behandlungseinheiten genannt, die nach dem Amoklauf angeboten wurden.
Krisenintervention: Krisenintervention umfasst kurzfristige Unterstützung unmittelbar nach einem belastenden Ereignis, um akute Belastungen zu reduzieren und Stabilisierung zu ermöglichen. Das vom BÖP erwähnte Informationsblatt „Krisenintervention nach einem Gewaltvorfall" wurde von den Fachsektionen Traumapsychologie und Notfallpsychologie erstellt.
Retraumatisierung: Retraumatisierung beschreibt das Wiedererleben von Trauma‑Symptomen, etwa durch Erinnerungen oder Situationen, die an das ursprüngliche Ereignis erinnern. In der Aussendung nennt der BÖP Retraumatisierung als mögliche Reaktion, die insbesondere an Jahrestagen auftreten kann.
Schulpsychologie: Schulpsychologie bezieht sich auf psychologische Angebote im schulischen Kontext, die Schülerinnen und Schüler in ihrer psychischen Gesundheit unterstützen sollen. Laut Mitteilung wurde die Schulpsychologie nach dem Ereignis stark aufgestockt und ihre Rolle für das Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen hervorgehoben.
Waffengesetz: Unter Waffengesetz versteht man die gesetzlichen Regelungen zum Erwerb, Besitz und Gebrauch von Waffen. In der Aussendung heißt es, das österreichische Waffengesetz sei im Zuge der Ereignisse verschärft worden; der BÖP gibt an, bei der Ausgestaltung der Maßnahmen mitgearbeitet zu haben.
Der Verband betont in der Aussendung, dass diese Angebote allen Menschen offenstehen, die Information oder psychologische Unterstützung suchen.
Der Berufsverband Österreichischer Psychologinnen und Psychologen (BÖP) startete nach eigenen Angaben das Hilfsprojekt „Amoklauf in Graz – Psychologie hilft!“. An dem Projekt beteiligten sich freiwillig und unentgeltlich über 90 Klinische Psycholog:innen aus Graz und Umgebung, die unmittelbar und kostenlos Behandlungseinheiten im Bereich Traumabewältigung und Krisenintervention anboten.
Die BÖP-Fachsektionen Traumapsychologie und Notfallpsychologie erstellten laut Aussendung das Informationsblatt „Krisenintervention nach einem Gewaltvorfall“. Dieses Factsheet wird in der Mitteilung als unmittelbare fachliche Reaktion auf das Ereignis genannt.
In der Mitteilung nennt der BÖP zwei Folgen: eine starke Aufstockung der Schulpsychologie und eine Verschärfung des österreichischen Waffengesetzes. Der Verband gibt an, bei beiden Maßnahmen umfassend mitgearbeitet zu haben und begrüßt diese inhaltlich.
Der BÖP listet mehrere Angebote: psychnet zur Suche nach Klinischen Psycholog:innen und Gesundheitspsycholog:innen, die BÖP-Serviceplattform psyhelp zur Vermittlung kostenfreier Kassenplätze, das Projekt „Gesund aus der Krise“ für Kinder und Jugendliche sowie die BÖP-Helpline unter 01/504 8000 und per E-Mail helpline[at]psychologiehilft.at (Mo–Do 9–13 Uhr).
Die Aussendung nennt mögliche Reaktionen wie Trauma‑Wiedererinnerungen, Flashbacks oder Retraumatisierungen sowie vermehrte belastende Gefühle und Erinnerungen. Der BÖP weist damit auf psychische Symptome hin, die gerade an Jahrestagen wieder verstärkt auftreten können.
Als Ansprechpartnerin in der Aussendung ist der Berufsverband Österreichischer Psychologinnen und Psychologen genannt; im Kontaktblock werden zudem eine Telefonnummer und E-Mail‑Adresse für die Pressekommunikation angegeben. Konkrete Plattformen und die Helpline werden ebenfalls genannt, um Zugänge zu Hilfsangeboten zu erleichtern.
Quelle: Berufsverband Österreichischer Psychologinnen und Psychologen (BÖP). Weiterführende Links laut Aussendung: https://www.boep.or.at, https://psyhelp.at/, http://www.psychnet.at und das Factsheet „Krisenintervention nach einem Gewaltvorfall" (verlinkt auf der BÖP‑Website).
Kontakt laut Aussendung: Berufsverband Österreichischer Psychologinnen und Psychologen (BÖP), Nathalie Winterink, BA BSc MSc, Telefon: 0670 35 41 296, E‑Mail: presse[at]boep.at, Website: https://www.boep.or.at.