Arbeiterkammer-Analyse: Krankenstandstage sinken, Krank-arbeiten nimmt seit 2015 stark zu
Die AK Oberösterreich berichtet, dass 2025 drei Viertel der Beschäftigten trotz Krankheit arbeiteten; Branchenunterschiede und gesundheitliche Folgen werden genannt.
Die Arbeiterkammer Oberösterreich legt eine Analyse zum sogenannten Präsentismus vor: Während die Zahl der Krankenstandstage insgesamt rückläufig ist, gaben 2025 in Oberösterreich 72 Prozent der Beschäftigten an, trotz Krankheit zur Arbeit gegangen zu sein. Die AK nennt mehrere Ursachen, etwa Pflichtgefühl gegenüber Kollegern und Angst vor Konsequenzen im Betrieb, und warnt vor gesundheitlichen Folgen.
AK-Präsident Andreas Stangl kommentiert die Zahlen mit einem direkten Appell: „Diese Debatte muss zurückgewiesen werden. Krankenstände sind häufig die Folge von steigenden Belastungen und schlechten Arbeitsbedingungen. Daher braucht es bessere Arbeitsbedingungen, wirksame Prävention und eine deutliche Verkürzung der Wartezeiten im öffentlichen Gesundheitssystem“.
Die AK-Analyse stellt zwei scheinbar widersprüchliche Entwicklungen gegenüber: Einerseits seien die Krankenstandstage insgesamt rückläufig, andererseits habe sich der Anteil der Beschäftigten, die krank zur Arbeit gehen, seit 2015 mehr als verdoppelt. Konkret lag der Anteil 2015 bei rund 30 Prozent, stieg bis 2020 auf mehr als 50 Prozent und erreichte 2025 in Oberösterreich 72 Prozent.
Bei den Krankenstandstagen nennt die Analyse historische und aktuelle Werte: Den Höchststand an Krankenstandstagen verzeichnete die Statistik 1980 mit 17,4 Tagen pro Versichertem, während 2006 ein Tiefstand von 12 Tagen aufgezeichnet wurde. Für Oberösterreich beziffert die AK die durchschnittliche Krankenstandsdauer der ÖGK-Versicherten 2025 mit 15,4 Tagen; 2024 lag dieser Wert bei 15,5 Tagen.
Die Analyse weist laut AK auf deutliche Unterschiede zwischen Wirtschaftsbereichen hin. Besonders hohe Werte zeigten sich in Berufen mit hoher körperlicher Belastung oder psychischen Anforderungen. Als Spitzenwerte nennt die Arbeiterkammer die Arbeitskräfteüberlassung mit durchschnittlich 21 Krankenstandstagen und den Bereich Post-, Kurier- und Expressdienste mit 20,7 Tagen.
Zu diesen Branchenbemerkungen ergänzt AK-Präsident Andreas Stangl wörtlich: „Ein klarer Hinweis auf die belastenden Arbeitsbedingungen in diesen Bereichen“.
Die Arbeiterkammer verknüpft Präsentismus in ihrer Analyse mit Arbeitsbelastung, Personalmangel und Termindruck. Fast 27 Prozent der Beschäftigten fühlen sich einer (starken) Belastung durch Zeitdruck ausgesetzt, und mehr als ein Fünftel (21 Prozent) gibt an, durch Arbeitsdruck (stark) belastet zu sein.
Die AK stellt einen engen Zusammenhang zwischen Belastung und Präsentismus fest: 94 Prozent der Personen, die sich durch Arbeitsdruck (stark) belastet fühlen, gehen trotz Krankheit zur Arbeit. Bei Beschäftigten mit geringer oder keiner Belastung liegt dieser Anteil laut AK bei 66 Prozent.
Die Analyse listet auch gesundheitliche Folgen auf: 45 Prozent der Beschäftigten in Oberösterreich geben an, öfter abgeschlagen zu sein; 29 Prozent berichten, bei der Arbeit unkonzentriert gewesen zu sein; 22 Prozent waren länger krank als notwendig; 13 Prozent hatten einen Rückfall und 10 Prozent später stärkere gesundheitliche Probleme.
Präsentismus beschreibt in der Analyse das Phänomen, krank zur Arbeit zu gehen. Die Arbeiterkammer nennt Präsentismus als Fachausdruck für dieses Verhalten und verbindet ihn mit Arbeitsbelastung, Personalmangel und Termindruck.
Krankenstandstage sind in der AK-Analyse die Summe der Tage, an denen ÖGK-Versicherte aufgrund von Krankheit nicht arbeitsfähig gemeldet sind. Die Analyse nennt historische Vergleichswerte (z. B. 17,4 Tage 1980, 12 Tage 2006) und aktuelle Jahreswerte für 2024 und 2025.
Die Abkürzung ÖGK bezeichnet die Österreichische Gesundheitskasse. In der Analyse werden die Krankenstandsdauern speziell für ÖGK-Versicherte ausgewiesen; für Oberösterreich nennt die AK 15,4 Tage im Jahr 2025.
Die Analyse hebt diese Wirtschaftsbereiche als Beispiele mit höheren durchschnittlichen Krankenstandstagen hervor. Genannt werden 21 Tage in der Arbeitskräfteüberlassung und 20,7 Tage im Bereich Post-, Kurier- und Expressdienste.
Die AK unterscheidet in ihrer Betrachtung zwischen verschiedenen Belastungsdimensionen: Zeitdruck (fast 27 Prozent fühlen sich stark belastet) und Arbeitsdruck (21 Prozent geben starke Belastung an). Diese Belastungen werden in der Analyse als Faktoren für erhöhten Präsentismus dargestellt.
Die AK verbindet diese Forderungen in der Aussendung mit dem Hinweis auf verschlechterte Gesundheitsversorgung und inakzeptabel lange Wartezeiten im öffentlichen Gesundheitssystem, die aus Sicht der Arbeiterkammer zur Problemlage beitragen.
Die AK-Analyse benennt konkrete Ansatzpunkte, ohne gesetzliche oder verwaltungsseitige Maßnahmen im Detail zu beschreiben: Sie fordert eine deutliche Verkürzung der Wartezeiten in der öffentlichen Gesundheitsversorgung, faire Terminvergaben für geplante Operationen sowie verstärkte Investitionen in Prävention, betriebliche Gesundheitsförderung und ausreichende Personalausstattung. Zudem lehnt die Arbeiterkammer Verschlechterungen bei der Entgeltfortzahlung ab und fordert Kündigungsschutz während des Krankenstandes.
Die genannten Forderungen zielen laut AK darauf ab, die Bedingungen zu verändern, unter denen Beschäftigte krank arbeiten. Die Analyse liefert hierzu die aufgeführten Zahlen zu Verbreitung und Folgen von Präsentismus sowie Branchenunterschiede bei Krankenstandstagen.
Die Arbeiterkammer berichtet, dass sich der Anteil der Beschäftigten, die trotz Krankheit zur Arbeit gehen, seit 2015 mehr als verdoppelt hat: von rund 30 Prozent 2015 über mehr als 50 Prozent 2020 bis zu 72 Prozent 2025 in Oberösterreich. Gleichzeitig seien die durchschnittlichen Krankenstandstage insgesamt rückläufig, so die AK.
Die AK nennt historische Vergleichswerte: 1980 lag der Höchststand bei 17,4 Tagen, 2006 ein Tief bei 12 Tagen. Für ÖGK-Versicherte in Oberösterreich wird 2025 eine durchschnittliche Krankenstandsdauer von 15,4 Tagen genannt (2024: 15,5 Tage).
Die Analyse hebt Branchen mit hoher körperlicher Belastung oder psychischen Anforderungen hervor. Konkret nennt die Arbeiterkammer die Arbeitskräfteüberlassung mit 21 Krankenstandstagen und den Bereich Post-, Kurier- und Expressdienste mit 20,7 Tagen im Jahresdurchschnitt.
In der Aussendung werden hohe Arbeitsbelastung, Personalmangel und hoher Termindruck genannt. Fast 27 Prozent der Beschäftigten fühlen sich durch Zeitdruck (stark) belastet, 21 Prozent geben starke Belastung durch Arbeitsdruck an, und laut AK gehen 94 Prozent der stark belasteten Personen trotz Krankheit zur Arbeit.
Die Analyse nennt mehrere Folgen: 45 Prozent der Beschäftigten geben an, öfter abgeschlagen zu sein; 29 Prozent waren bei der Arbeit unkonzentriert; 22 Prozent waren länger krank als notwendig; 13 Prozent erlebten Rückfälle und 10 Prozent hatten später stärkere gesundheitliche Probleme.
Die AK verlangt eine gerechte, qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung für alle in Oberösterreich, drastisch reduzierte Wartezeiten in der öffentlichen Gesundheitsversorgung, faire Terminvergabe für geplante Operationen, keinen Abbau der Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall, Kündigungsschutz während des Krankenstandes sowie verstärkte Investitionen in Prävention, betriebliche Gesundheitsförderung und ausreichende Personalausstattung.
Ausführliche Presseunterlage: Pressekonferenzunterlage
Foto der AK-Vertreter: Foto von Andreas Stangl und MMag. Dr. Dennis Tamesberger (Fotocredit: AK OÖ / Wolfgang Spitzbart)
Kontakt zur Arbeiterkammer Oberösterreich: Mag. Michael Petermair, Telefon: +43 (0)664 88 28 19 31, E-Mail: michael.petermair [at] akooe.at. Impressum: https://ooe.arbeiterkammer.at/impressum.html