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Gesundheit

VKI-Test: Sonnencremes von Billig‑Plattformen katastrophal

Schwerste Mängel beim UV‑Schutz sowie verbotene oder bedenkliche Inhaltsstoffe

16. Juli 2026
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VKI und europäische Partner testeten No‑Name‑Sonnenschutz von Shein, Temu und AliExpress: kein Produkt empfehlenswert, teils verbotene Filter wie 4‑MBC.

Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat gemeinsam mit europäischen Verbraucherorganisationen No‑Name‑Sonnencremes von Billig‑Onlineplattformen überprüft. Ergebnis der Untersuchung: Kein einziges getestetes Produkt ist empfehlenswert; es wurden erhebliche Mängel beim UV‑Schutz festgestellt und in mehreren Fällen verbotene oder als bedenklich eingestufte Inhaltsstoffe dokumentiert.

Die Prüfung fand im Rahmen eines internationalen Gemeinschaftstests unter Federführung der französischen Verbraucherorganisation Que Choisir Ensemble (QCE) statt. Bestellt wurden 14 Produkte über Plattformen wie Temu, Shein und AliExpress; die Preise lagen zum Zeitpunkt des Einkaufs zwischen 27 Cent und 7,59 Euro pro 100 Milliliter. In der Aussendung nennt der VKI außerdem, dass einige dieser Produkte in Österreich auf den Plattformen Alibaba und Joom erhältlich sind.

VKI-Test zu Sonnencremes von Billig‑Onlineplattformen

Von den insgesamt 14 bestellten No‑Name‑Sonnencremes konnten laut VKI letztlich nur sieben Produkte im Labor geprüft werden. Einige Lieferungen blieben aus oder trafen erst mit erheblicher Verspätung ein, weshalb sie nicht mehr berücksichtigt werden konnten. Drei weitere Produkte wurden nach Sichtung der Inhaltsstofflisten von der weiteren Testung ausgeschlossen, weil sie den laut VKI in der EU verbotenen UV‑Filter 4‑MBC enthielten.

Zum Verbot von 4‑MBC zitiert der VKI die Kosmetik‑ und Chemikalienexpertin Birgit Schiller: „Für 4‑MBC gilt seit Mai 2026 ein vollständiges Verkaufsverbot, weil ernsthafte Sicherheitsbedenken bestehen, insbesondere hinsichtlich der hormonellen Wirkung und unklarer Langzeitrisiken.“

Ergebnisse zu UV‑Schutz und geprüften Inhalten

Das Gesamtergebnis beschreibt der VKI als alarmierend: Vier der sieben getesteten Produkte erfüllten nicht einmal die Mindestanforderungen an Sonnenschutzmittel, obwohl sie mit Lichtschutzfaktor 50, 50+ beziehungsweise 90 bzw. 90+ beworben wurden. Laut VKI liegen diese Mindestanforderungen bei einem Lichtschutzfaktor (SPF) von 6 beziehungsweise einem UVA‑Schutzfaktor von 2; mehrere Produkte erreichten diese Werte nicht.

Nur ein einziges Produkt erreichte beim UV‑Schutz ein akzeptables Prüfergebnis. Dieses Produkt bezeichnet der VKI jedoch ebenfalls nicht als empfehlenswert, weil es den UV‑Filter OMC enthält. Zum OMC führt der VKI an, dass dieser „als potenziell hormonell wirksamer Stoff (endokriner Disruptor) gilt, der auch mit negativen Auswirkungen auf Korallenriffe und die Meeresumwelt in Verbindung gebracht wird.“

In der Aussendung fasst die VKI‑Expertin die Bewertung zusammen: „Diese Produkte sind damit eher als Bodylotions denn als Sonnencremes einzustufen.“ Weiter warnt sie: „Ein fehlender oder deutlich zu geringer UV‑Schutz kann zu Sonnenbrand, vorzeitiger Hautalterung und langfristig zu einem erhöhten Hautkrebsrisiko führen“. Abschließend gibt der VKI die Empfehlung wieder: „Unsere klare Empfehlung lautet daher: Finger weg von No‑Name‑Sonnenschutzmitteln von Billig‑Onlineplattformen.“

Wie Que Choisir Ensemble und der VKI den Gemeinschaftstest organisierten

Nach Angaben des VKI handelte es sich um einen internationalen Gemeinschaftstest unter der Federführung der französischen Verbraucherorganisation Que Choisir Ensemble (QCE). Der VKI ist als beteiligte europäische Verbraucherorganisation in die koordinierte Untersuchung eingebunden und fungiert in der Aussendung als Herausgeber der für Österreich relevanten Ergebnisse.

Die Produkte wurden direkt auf internationalen Billig‑Plattformen bestellt. Die Aussendung nennt Temu, Shein und AliExpress als Bezugsquellen; einige der bestellten Artikel seien in Österreich außerdem auf Alibaba und Joom verfügbar gewesen. Lieferprobleme und die Identifikation verbotener Inhaltsstoffe wirkten sich auf den finalen Testumfang aus.

Begriffe und Zusammenhänge erklärt

4‑MBC: Im Test wurden laut Inhaltsstoffangaben mehrere Produkte gefunden, die den UV‑Filter 4‑MBC enthielten. Der VKI verweist darauf, dass für 4‑MBC seit Mai 2026 in der EU ein vollständiges Verkaufsverbot gilt; als Gründe nennt der VKI „ernsthafte Sicherheitsbedenken, insbesondere hinsichtlich der hormonellen Wirkung und unklarer Langzeitrisiken.“

OMC (Octyl‑methoxycinnamate): Dieses Sonnenschutzmittel war in dem einzigen Produkt enthalten, das beim UV‑Schutz ein akzeptables Resultat erreichte. Der VKI bezeichnet OMC als „potenziell hormonell wirksamen Stoff (endokriner Disruptor)“ und verweist auf mögliche negative Folgen für Korallenriffe und die Meeresumwelt.

Lichtschutzfaktor (SPF) und UVA‑Schutz: Im Test spielte sowohl der deklarierte Lichtschutzfaktor (SPF) als auch der UVA‑Schutz eine Rolle. Der VKI nennt Mindestanforderungen, die bei einem SPF von 6 beziehungsweise einem UVA‑Schutzfaktor von 2 liegen; mehrere Produkte erfüllten diese Mindestwerte nicht, obwohl höhere Faktoren angegeben waren.

No‑Name‑Sonnenschutz und Billig‑Plattformen: Unter No‑Name‑Produkten versteht der VKI in diesem Kontext Sonnenschutzmittel ohne bekannte Markenherkunft, die häufig sehr niedrige Preise auf Plattformen wie Temu, Shein oder AliExpress aufweisen. Die Aussendung macht deutlich, dass extreme Niedrigpreise und eine große Produktauswahl auf diesen Plattformen Konsumentenkäufe anregen, gleichzeitig aber Risiken bei Inhaltsstoffen und Schutzwirkung bestehen können.

Bestellmengen, Preise und getestete Plattformen

  • Bestellt wurden insgesamt 14 No‑Name‑Sonnencremes.
  • Preisspanne zum Zeitpunkt des Einkaufs: 0,27 Euro bis 7,59 Euro pro 100 Milliliter.
  • Bezugsplattformen laut VKI: Temu, Shein und AliExpress; einige Produkte zudem auf Alibaba und Joom erhältlich.
  • Testumfang: Sieben Produkte wurden geprüft; drei wurden wegen 4‑MBC ausgeschlossen; weitere Bestellungen kamen nicht oder zu spät an.

Die Aussendung weist darauf hin, dass Lieferprobleme und die Befunde zu Inhaltsstoffen den Prüfablauf beeinflusst haben und somit die Zahl der tatsächlich getesteten Proben reduzierten.

Was die VKI‑Empfehlung konkret bedeutet

Der VKI stuft kein getestetes Produkt als empfehlenswert ein. In der Aussendung wird darauf hingewiesen, dass sowohl unzureichender UV‑Schutz als auch das Vorhandensein verbotener oder bedenklicher UV‑Filter gesundheitliche und umweltbezogene Risiken nach sich ziehen können. Der VKI empfiehlt in der Aussendung, No‑Name‑Sonnenschutzmittel von Billig‑Onlineplattformen zu meiden.

Darüber hinaus verweist die Organisation darauf, dass sie regelmäßig Tests zu Sonnenschutzmitteln durchführt; in einem vorherigen Test zu Sonnencremes für Kinder listet der VKI nach eigenen Angaben zahlreiche empfehlenswerte Produkte auf.

FAQ zum VKI‑Testergebnis

Welche Plattformen wurden für den Test genannt?

In der Aussendung werden Temu, Shein und AliExpress als Bezugsquellen genannt, auf denen die 14 No‑Name‑Produkte bestellt wurden. Zusätzlich führt der VKI an, dass einige dieser Produkte in Österreich auf den Plattformen Alibaba und Joom erhältlich sind. Weitere Details zu einzelnen Produkten nennt die Originalaussendung und die verlinkten VKI‑Informationen.

Wie viele Produkte wurden bestellt und wie viele getestet?

Der VKI berichtet, dass 14 Produkte bestellt wurden. Von diesen konnten laut Aussendung nur sieben Produkte letztlich getestet werden; einige Bestellungen wurden gar nicht oder verspätet geliefert und konnten daher nicht berücksichtigt werden. Drei Produkte wurden aufgrund des Inhaltsstoffs 4‑MBC von einer weiteren Testung ausgeschlossen.

Warum wurden manche Produkte nicht weiter getestet?

Drei der bestellten Produkte enthielten laut Inhaltsstoffliste den in der EU verbotenen UV‑Filter 4‑MBC und wurden deshalb von einer weiteren Testung ausgeschlossen. Andere Produkte kamen nicht oder erst stark verspätet an und konnten daher nicht geprüft werden. Damit reduzierte sich die Zahl der im Labor untersuchten Proben.

Was besagt die Aussage zum UV‑Schutz konkret?

Der VKI nennt Mindestanforderungen, die bei einem Lichtschutzfaktor von 6 beziehungsweise einem UVA‑Schutzfaktor von 2 liegen. Vier der sieben getesteten Produkte würden diese Mindestanforderungen nicht erfüllen, obwohl sie mit deutlich höheren Faktoren beworben werden, weshalb der VKI diese Artikel eher als Bodylotions denn als Sonnenschutzmittel einstuft.

War eines der getesteten Produkte unproblematisch?

Ein Produkt erreichte beim UV‑Schutz laut VKI ein akzeptables Ergebnis. Dieses Produkt enthält jedoch den UV‑Filter OMC; der VKI beschreibt OMC als „potenziell hormonell wirksamen Stoff (endokriner Disruptor)“ und verweist zugleich auf mögliche negative Effekte für Korallenriffe und die Umwelt. Aus diesem Grund stuft der VKI auch dieses Produkt nicht als empfehlenswert ein.

Quellen und Kontakt

Vollständige Testergebnisse und weiterführende Informationen veröffentlicht der VKI auf http://www.vki.at/Sonnencremes-Billigplattform-2026. Ein vorheriger Test zu Sonnencremes für Kinder ist abrufbar unter http://www.vki.at/sonnenschutzmittel-2026. O‑Töne und Presseunterlagen stellt der VKI auf https://www.vki.at/Presse/PA-Sonnencremes-072026 zur Verfügung.

Kontakt VKI‑Pressestelle: Telefon +43 676 852270 256, E‑Mail presse [at] vki.at. Weitere Presseinformationen: https://www.vki.at/presse

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Schlagworte

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