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Wer legitimiert die Legitimierten? Dossier zur Wiener Studie

TKG veröffentlicht 48-seitiges Dossier zur Wiener Migrantenstudie, zu Khorchide, Güngör und Fragen öffentlicher Deutungsmacht

5. Juni 2026
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Die Türkische Kulturgemeinde (TKG) legt ein 48-seitiges Dossier vor, das öffentliche Einordnungen der Wiener Migrantenstudie, institutionelle Funktionen und Fördermittel dokumentiert und Transparenzfragen stellt.

Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG Think Tank) hat ein 48-seitiges Dossier veröffentlicht. Laut TKG steht das vollständige Dossier mit sämtlichen Quellen, Dokumentationen, Zitaten und Analysen als PDF zum Download und zur öffentlichen Einsicht auf der Website der Türkischen Kulturgemeinde zur Verfügung.

Das Dossier untersucht nach Darstellung der TKG die öffentliche Verarbeitung einer Wiener Migrantenstudie, die sich in ihrer eigenen Darstellung als „dezidiert nicht repräsentativ" bezeichnet, sowie die Rolle öffentlicher Einordnungen, institutioneller Funktionen und öffentlicher Fördermittel in der Herausbildung von Deutungsmacht über Muslime in Österreich.

Die TKG-Dokumentation zur Wiener Migrantenstudie

Die TKG beschreibt im Dossier detailliert, wie die Wiener Migrantenstudie selbst den eingeschränkten Aussageanspruch der Daten formuliert: Die Studie bezeichne sich ausdrücklich als „dezidiert nicht repräsentativ". Das Dossier rekonstruiert nach Angaben der TKG, auf welche Weise spätere öffentliche Einordnungen der Studie – etwa durch Aussagen von Studienautor Kenan Doğan Güngör und öffentlichen Kommentaren von Mouhanad Khorchide – in der Wahrnehmung als „repräsentativitätsnah" beziehungsweise „nicht vollständig repräsentativ" bezeichnet wurden.

Nach Darstellung der TKG legt das Dossier Quellen, Dokumentationen und Zitate vor, um nachzuzeichnen, wie solche öffentlichen Einordnungen gesellschaftliche Autorität, politische Anschlussfähigkeit und öffentliche Deutungsmacht über Muslime in Österreich beeinflussen konnten.

Khorchides öffentliche Rolle

Ein Schwerpunkt des Dossiers liegt laut TKG auf der Rolle von Mouhanad Khorchide in der öffentlichen Debatte zur Studie. Die TKG dokumentiert, dass Khorchide die Studie in einem ausführlichen Interview mit Der Standard verteidigte und methodische Kritik als „reflexartig" bezeichnete.

Das Dossier listet ferner institutionelle Funktionen Khorchides auf: seine Tätigkeiten als Universitätsprofessor, seine Funktion als Obmann des Muslimischen Forums Österreich (MFÖ), seine Rolle als Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats der Dokumentationsstelle Politischer Islam sowie seine Mitwirkung in mehreren öffentlich geförderten Projekten. Diese Funktionen werden im Dossier genutzt, um Fragen nach Transparenz und institutioneller Verknüpfung zu stellen.

Öffentliche Förderungen: 809.918,49 Euro und ZARA

Nach Angaben der TKG dokumentiert das Dossier, dass für Projekte des Muslimischen Forums Österreich zwischen 2023 und 2026 öffentliche Fördermittel in Höhe von insgesamt 809.918,49 Euro nachgewiesen werden konnten. Diese Summe nennt die TKG ausdrücklich in ihrer Aussendung.

Parallel dazu verweist die TKG darauf, dass im selben Zeitraum die Förderung des seit 1999 tätigen Antirassismus-Vereins ZARA beendet wurde; nach Darstellung der TKG habe dies beinahe zum Verlust von 18 Arbeitsplätzen geführt. Vor dem Hintergrund dieser Angaben stellt die TKG Fragen zur Vergleichbarkeit von Fördersystemen und zu Maßstäben bei der Unterstützung zivilgesellschaftlicher Organisationen.

Wissenschaftliche Kritik und Fachdebatten

Das Dossier dokumentiert laut TKG, dass die wissenschaftlichen Positionen von Mouhanad Khorchide seit Jahren Gegenstand fachlicher Debatten und Kritik sind. Nach Darstellung der TKG stammen diese kritischen Äußerungen aus der wissenschaftlichen Fachwelt, namentlich von Soziologen, Islamwissenschaftlern, Bildungsforschern sowie von Vertretern der Deutschen Gesellschaft für Islamisch-Theologische Studien (DEGITS).

Die TKG hebt hervor, dass die Kritik nicht primär aus parteipolitischen Kontexten, sondern aus der akademischen Diskussion komme, und führt Dokumentationen und Zitierungen an, um diese fachliche Debatte nachzuzeichnen.

Repräsentativität, Think Tank, Wissenschaftlicher Beirat, MFÖ und DEGITS erklärt

Repräsentativität

Repräsentativität bezeichnet das Ausmaß, in dem die Ergebnisse einer Untersuchung die Merkmale einer größeren Population widerspiegeln. Im vorliegenden Fall steht in der ursprünglichen Studienbeschreibung, dass die Untersuchung „dezidiert nicht repräsentativ" sei; öffentliche Kommentare dazu verwendeten nach Angaben der TKG abweichende Formulierungen wie „repräsentativitätsnah" oder „nicht vollständig repräsentativ".

Think Tank

Ein Think Tank ist eine Einrichtung, die Studien, Analysen und Positionen zu gesellschaftlichen oder politischen Fragen erstellt. Die TKG bezeichnet diesen Veröffentlichungsbereich in der Aussendung explizit als „TKG Think Tank" und hat in diesem Rahmen das 48-seitige Dossier publiziert.

Wissenschaftlicher Beirat

Ein wissenschaftlicher Beirat ist üblicherweise ein Gremium von Fachpersonen, das Projekte fachlich berät und inhaltliche Einschätzungen liefert. Das Dossier nennt Khorchide als Vorsitzenden des wissenschaftlichen Beirats der Dokumentationsstelle Politischer Islam und stellt diese Funktion im Kontext der Diskussion um institutionelle Transparenz dar.

Muslimisches Forum Österreich (MFÖ)

Das MFÖ wird im Dossier als Verein angeführt, für dessen Projekte laut TKG im Zeitraum 2023 bis 2026 öffentliche Fördermittel in Höhe von 809.918,49 Euro dokumentiert wurden. Die TKG verknüpft diese Angabe mit der Frage, wie öffentliche Mittel verteilt und geprüft werden.

DEGITS und ZARA

Die Deutsche Gesellschaft für Islamisch-Theologische Studien (DEGITS) wird im Dossier als eine Instanz genannt, aus deren Reihen fachliche Kritik an Khorchides Positionen erfolgt sei. ZARA wird als Antirassismus-Verein genannt, dessen Förderung nach TKG-Angaben in dem genannten Zeitraum beendet wurde und wodurch 18 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz beinahe verloren hätten.

Was die TKG mit ihren Forderungen zu Transparenz und Rechenschaft meint

Die TKG fordert nach eigenen Angaben mehr Transparenz über institutionelle Funktionen öffentlich auftretender Experten, wissenschaftliche Redlichkeit bei der Kommunikation von Studienergebnissen sowie demokratische Rechenschaft über die Vergabe und Wirkung öffentlicher Fördermittel. Diese Forderungen stellt die TKG in Verbindung mit den dokumentierten Verknüpfungen zwischen Studien, öffentlichen Kommentaren und Förderungen.

Die Organisation betont zugleich, dass sie mit dem Dossier keine Anschuldigung persönlichen Fehlverhaltens erhebe; stattdessen formuliere sie demokratische und wissenschaftspolitische Fragen: Wie entsteht öffentliche Deutungsmacht über Musliminnen und Muslime in Österreich? Wer entscheidet, welche Stimmen als maßgeblich gelten? Wer legitimiert die Legitimierten?

Konkrete Einordnung der Akteure und Verfahren

Die TKG selbst tritt in der Aussendung als Herausgeberin des Dossiers auf und bezeichnet das Material als Sammlung von Quellen, Dokumentationen und Analysen. Die Veröffentlichung ist demnach Teil der Selbstbeschreibung der TKG als Think Tank, der öffentliche Fragestellungen zu Migration, Religion und Zivilgesellschaft dokumentiert.

Als weitere zentrale Akteure werden in der TKG-Dokumentation namentlich genannt: der Studienleiter Kenan Doğan Güngör, der die Studie in Teilen als „repräsentativitätsnah" eingeordnet haben soll, und Mouhanad Khorchide, der in mehreren institutionellen Funktionen auftritt und die Studie verteidigte. Ferner werden zivilgesellschaftliche Organisationen wie das MFÖ und ZARA sowie fachwissenschaftliche Instanzen wie DEGITS in den dargestellten Kontext eingeordnet.

FAQ zur Veröffentlichung und den Fragen der TKG

  • Was enthält das Dossier der TKG?

    Nach Angaben der TKG ist das Dossier 48 Seiten lang und enthält Quellen, Dokumentationen, Zitate und Analysen zur Wiener Migrantenstudie und zur öffentlichen Debatte. Die TKG schreibt, das Material diene der öffentlichen Einsicht und liege als PDF auf der Website der Organisation vor.

  • Welche Studie steht im Mittelpunkt?

    Im Mittelpunkt steht eine Wiener Migrantenstudie, die sich in ihrer ursprünglichen Darstellung selbst als „dezidiert nicht repräsentativ" bezeichnet. Die TKG analysiert nach eigenen Angaben, wie öffentliche Einordnungen dieser Studie Einfluss auf die Wahrnehmung und diskursive Anschlussfähigkeit hatten.

  • Welche Rollen von Mouhanad Khorchide werden genannt?

    Die TKG führt in ihrem Dossier mehrere Funktionen Khorchides an: Universitätsprofessor, Obmann des Muslimischen Forums Österreich (MFÖ), Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats der Dokumentationsstelle Politischer Islam und Mitwirkung in öffentlich geförderten Projekten. Zudem dokumentiert das Dossier ein Interview, in dem Khorchide methodische Kritik an der Studie als „reflexartig" bezeichnete.

  • Welche Zahlen zu Fördermitteln nennt das Dossier?

    Die TKG dokumentiert nach eigenen Angaben, dass für Projekte des MFÖ zwischen 2023 und 2026 öffentliche Fördermittel in Höhe von insgesamt 809.918,49 Euro nachgewiesen wurden. Außerdem führt die TKG an, dass die Förderung des Antirassismus-Vereins ZARA in diesem Zeitraum beendet wurde.

  • Welche Fragen stellt die TKG zur Deutungsmacht?

    Die TKG stellt Fragen nach der Entstehung öffentlicher Deutungsmacht: Wer entscheidet, welche Stimmen als maßgeblich gelten, und wer legitimiert diese Stimmen? Die Organisation formuliert diese Fragen explizit als demokratisch und wissenschaftspolitisch motiviert.

  • Aus welchen Quellen stammt die Kritik an Khorchide?

    Die TKG führt an, dass Kritik an Khorchides wissenschaftlichen Positionen aus der Fachwelt stammt, namentlich von Soziologen, Islamwissenschaftlern, Bildungsforschern sowie von Vertretern der Deutschen Gesellschaft für Islamisch-Theologische Studien (DEGITS). Das Dossier dokumentiert diese Debatten nach Darstellung der TKG.

Quellen und Kontakt

Das vollständige 48-seitige Dossier der Türkischen Kulturgemeinde in Österreich (TKG Think Tank) steht laut Aussendung als PDF auf der Website der Organisation zur Verfügung: https://www.turkischegemeinde.at/wp-content/uploads/TKG_MigrationStudie_Dossier_05.06.06.pdf

Kontakt laut Aussendung: Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG-Think Tank), Dr Melissa Günes, E-Mail: m.gunes [at] turkischegemeinde.at. Website der Organisation: https://www.turkischegemeinde.at

Schlagworte

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