Bilaterale Beziehungen, Migration und Ausbildung standen im Gespräch im Parlament
Nationalratspräsident Walter Rosenkranz traf Ägyptens Außenminister Badr Abdelatty: Themen waren bilaterale Beziehungen, Migration, die Lage im Nahen Osten und Ausbildung.
Nationalratspräsident Walter Rosenkranz empfing heute den ägyptischen Außenminister Badr Abdelatty zu einem bilateralen Gespräch im Parlament. Laut Aussendung diskutierten beide Vertreter insbesondere die bilateralen Beziehungen, Fragen der illegalen Migration, die Lage im Nahen Osten sowie Kooperationen im Bereich Ausbildung und Jugend.
Die Aussendung der Parlamentskorrespondenz dokumentiert Standpunkte und Forderungen der Gesprächsteilnehmer, nennt jedoch keine schriftlich fixierten Abkommen oder konkrete Vertragsabschlüsse. Fotos von dem Besuch sind im Webportal des Parlaments verfügbar, wie im Kontaktblock der Mitteilung ausgeführt wird.
Nach Angaben der Parlamentskorrespondenz hob Rosenkranz hervor, Ägypten sei historisch betrachtet stets ein sehr verlässlicher Partner gewesen. Er stellte diese Verlässlichkeit als prägend für die gegenwärtigen Beziehungen beider Länder dar.
Rosenkranz verwies laut Mitteilung darauf, dass sich von vier Krisenherden der Welt drei in unmittelbarer Nachbarschaft Ägyptens befänden. In diesem Zusammenhang betonte er die Bestrebungen Ägyptens, eine vermittelnde Rolle einzunehmen, und nannte exemplarisch die Ermöglichung von Transporten humanitärer Hilfsmittel bei geöffneter Grenze.
Abdelatty berichtete der Mitteilung zufolge, dass sich in Ägypten zehn Millionen Flüchtlinge aufhielten. Er betonte, diese Menschen lebten in Ägypten ebenso wie Ägypter und erhielten demnach vergleichbare Versorgung und Zugang zu Bildung.
Zum Thema illegale Migration forderte Abdelatty laut Aussendung mehr Unterstützung Europas. In Bezug auf Auffangzentren erklärte er, Ägypten akzeptiere keine Lager oder sogenannte "Ghettos"; diese Ablehnung wird in der Mitteilung als klare Position des Außenministers wiedergegeben.
Rosenkranz äußerte laut OTS die Wertschätzung Österreichs dafür, dass Ägypten seine Grenze zum Mittelmeer zum Schutz Europas in einer Weise geschlossen habe, die er als verlässlich beschrieb. Er wies zugleich darauf hin, dass auch Österreich die Erfahrung kenne, eine "Destination" für Flüchtlinge zu sein.
In der Aussendung verband Rosenkranz unsichere Zeiten in Konfliktregionen mit Risiken wie Kriminalität, organisierter Schlepperei und Extremismus. Vor diesem Hintergrund betonte er die Bedeutung, Extremismus den Nährboden zu entziehen, insbesondere durch Arbeit mit jungen Menschen. Abdelatty teilte laut Mitteilung mit, dass Ägypten intensiv an Deradikalisierung arbeite und eine Vielzahl entsprechender Programme eingeführt habe; außerdem regte er an, die Muslimbruderschaft auf die Terrorliste zu setzen.
Die Förderung junger Menschen und die Ausweitung von Ausbildungskooperationen waren nach Angaben der Parlamentskorrespondenz zentrale Themen. Abdelatty habe betont, Ägypten wolle mehr Fokus auf Kooperationen im Ausbildungsbereich legen, während Rosenkranz auf spezifische österreichische Angebote verwies.
Rosenkranz nannte laut Mitteilung den Tourismus als einen beiderseits relevanten Faktor und hob das berufsbildende höhere Schulwesen in Österreich hervor, insbesondere die Vielfalt an Spezialisierungen in technischen Berufen. Er erwähnte zudem die Demokratiebildungsangebote des Parlaments, zu denen es bereits zahlreiche Kooperationsprojekte mit anderen Staaten gebe. Abdelatty verwies seinerseits auf bestehende Kooperationen mit Deutschland, darunter ein Zentrum für Arbeitschancen und Arbeitsvermittlung in Kairo sowie Ausbildungsmöglichkeiten für die deutsche Sprache.
Humanitäre Transporte
Unter humanitären Transporten werden in der Regel die Beförderung und Verteilung von Hilfsgütern wie Nahrungsmitteln, medizinischer Versorgung und Schutzmaterial verstanden. Im Gespräch nannte Rosenkranz die Ermöglichung solcher Transporte als Beispiel für eine vermittelnde Rolle Ägyptens bei geöffneten Grenzen.
Deradikalisierung
Deradikalisierung bezeichnet Maßnahmen und Programme, die darauf abzielen, Personen von extremistischer Ideologie zu lösen und deren Reintegration in die Gesellschaft zu fördern. In der Aussendung heißt es, dass Ägypten laut Abdelatty intensiv an entsprechenden Programmen arbeite.
Auffangzentren / Lager
Auffangzentren oder Lager sind in migrationspolitischen Debatten Einrichtungen, in denen Flüchtlinge und Migranten vorübergehend untergebracht werden können. Abdelatty machte laut Mitteilung deutlich, dass Ägypten keine Lager oder "Ghettos" akzeptieren würde; diese Formulierung wird in der Aussendung als seine Position wiedergegeben.
Berufsbildende höhere Schule (BHS)
Berufsbildende höhere Schulen bieten eine Kombination aus schulischer und beruflicher Ausbildung mit Spezialisierungen, darunter technische Lehrgänge. Rosenkranz nannte das österreichische BHS-System als Beispiel für ein Spezialgebiet, das bei bilateralen Ausbildungskooperationen von Interesse sein könne.
Muslimbruderschaft
Die Muslimbruderschaft wurde vom ägyptischen Außenminister im Gespräch genannt; laut Aussendung regte Abdelatty an, die Organisation auf die Terrorliste zu setzen. Diese Anregung wird in der Mitteilung als dessen Position wiedergegeben, ohne weitergehende Details zu Folgen oder Verfahren zu nennen.
Demokratiebildungsangebote des Parlaments
Demokratiebildungsangebote des Parlaments umfassen nach Angaben der Mitteilung Bildungs‑ und Informationsprogramme, die parlamentarische Abläufe und demokratische Prozesse vermitteln. Rosenkranz verwies auf bereits bestehende Kooperationen in diesem Bereich als Beispiel für mögliche Zusammenarbeit.
Grenzschutz
Grenzschutz beschreibt Maßnahmen und Strukturen, die Grenzen sichern und die Kontrolle über Ein- und Ausreise regeln. In der Aussendung lobte Rosenkranz laut Mitteilung die Rolle Ägyptens beim Schutz der Grenze zum Mittelmeer, wie er es darstellte.
Die Aussendung dokumentiert diese Themen als Gesprächsinhalte, nennt jedoch keine konkret vereinbarten Projekte oder verbindlichen Zeitpläne. Sie stellt die genannten Felder und Positionen als Grundlage für mögliche zukünftige Kooperationen dar.
Die Parlamentskorrespondenz schildert das Treffen als bilateralen Austausch auf hoher Ebene zwischen Nationalratspräsident und Außenminister. Thematisch deckten die Gespräche nach der Mitteilung ein breites Spektrum ab, von bilateralen Beziehungen über Migration bis zu Fragen von Jugend, Ausbildung und Deradikalisierung.
Konkrete, schriftlich fixierte Vereinbarungen werden in der Aussendung nicht genannt; die Mitteilung dokumentiert vor allem Positionen, Appelle und Vorstellungen der Gesprächspartner, etwa Abdelattys Bitte um mehr Unterstützung Europas in der Migrationsfrage und seine Ablehnung von Lagern. Fotos des Besuchs sind laut Mitteilung im Webportal des Parlaments abrufbar und ergänzen die dokumentierten Stellungnahmen.
Wer traf sich im Parlament?
Nationalratspräsident Walter Rosenkranz empfing laut Aussendung den ägyptischen Außenminister Badr Abdelatty. Die Begegnung fand demnach im Parlament statt und wurde von der Parlamentskorrespondenz dokumentiert.
Welche Hauptthemen wurden genannt?
Die Mitteilung nennt als Schwerpunkte bilaterale Beziehungen, Ausbildung und Jugend, illegale Migration sowie die Lage im Nahen Osten. Zusätzlich wurden Sicherheitsfragen, Deradikalisierung und humanitäre Transporte angesprochen; die Aussendung dokumentiert die jeweiligen Positionen der Gesprächspartner.
Wie viele Flüchtlinge nennt Abdelatty in Ägypten?
Abdelatty berichtete laut OTS, dass sich in Ägypten zehn Millionen Flüchtlinge aufhielten. Er betonte, diese lebten in Ägypten ebenso wie Ägypter und erhielten vergleichbare Versorgung und Bildung, wie die Mitteilung wiedergibt.
Welche Position vertritt Abdelatty zu Auffangzentren?
Laut Aussendung erklärte Abdelatty, Ägypten werde keine Lager oder "Ghettos" akzeptieren. Die Mitteilung gibt diese Ablehnung als klare Position des ägyptischen Außenministers wieder, ohne detaillierte Ausführungen zu Alternativlösungen zu nennen.
Wurden konkrete Abkommen zur Ausbildung vereinbart?
In der OTS-Aussendung werden konkrete, schriftliche Abkommen oder Vereinbarungen nicht genannt. Es wurden Kooperationsfelder wie berufliche Ausbildungen, Tourismus und Demokratiebildungsangebote besprochen; die Mitteilung nennt jedoch keine verbindlichen Folgevereinbarungen oder Zeitpläne.
Welche Rolle sieht Rosenkranz für Ägypten?
Rosenkranz bezeichnete Ägypten in der Aussendung als historisch verlässlichen Partner und verwies auf Bestrebungen Ägyptens, eine vermittelnde Rolle einzunehmen, etwa durch die Ermöglichung humanitärer Transporte bei geöffneten Grenzen. Diese Darstellung ist als seine Einschätzung in der Mitteilung dokumentiert.
Diese Berichterstattung basiert auf der Aussendung des Pressedienstes der Parlamentsdirektion – Parlamentskorrespondenz. Fotos von diesem Besuch finden Sie im Webportal des Parlaments: https://www.parlament.gv.at/aktuelles/mediathek/fotos/1940827.
Kontakt: Pressedienst der Parlamentsdirektion, Parlamentskorrespondenz, Tel. +43 1 40110/2272, E-Mail: pressedienst[at]parlament.gv.at, Webseite: http://www.parlament.gv.at/Parlamentskorrespondenz