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Verein GEDENKDIENST kritisiert geplante Verlängerung auf 15 Monate

Trägerorganisation sieht Existenz bedroht

2. April 2026
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Die geplante Verlängerung des Gedenkdienstes auf 15 Monate stößt auf scharfe Kritik. Der Verein GEDENKDIENST warnt vor finanziellen Problemen.

Die Österreichische Wehrdienstkommission hat in ihrem aktuellen Bericht eine Verlängerung des Gedenkdienstes auf 15 Monate empfohlen. Dieser Vorschlag stößt beim Verein GEDENKDIENST, der seit über drei Jahrzehnten zur kritischen Aufarbeitung der NS-Vergangenheit beiträgt, auf entschiedenen Widerstand.

Existenzbedrohung für Trägerorganisation

Was von der Wehrdienstkommission als "Belastungsausgleich" präsentiert wird, entpuppt sich nach Ansicht des Vereins als erhebliche Schwächung zivilgesellschaftlichen Engagements. Adrian Erhart, Obmann des Vereins GEDENKDIENST, sieht in dem Vorschlag eine existenzielle Bedrohung für seine Organisation: "Wer Erinnerungskultur ernst nimmt, darf sie nicht durch Laufzeitverlängerungen und finanzielle Hürden aushöhlen. Hier drängt sich der Verdacht auf, dass ziviles Engagement zugunsten der Attraktivierung des Wehrdienstes sanktioniert werden soll."

Finanzielle und organisatorische Herausforderungen

Eine Verlängerung des Gedenkdienstes wäre nach Auffassung des Vereins ein finanzieller und organisatorischer Mehraufwand, der mit der ohnehin angespannten Fördersituation nicht umsetzbar ist. Die Organisation weist darauf hin, dass die weltweiten Einsatzstellen an einem 12-Monats-Rhythmus orientiert sind und viele Gedenkdienstleistende nach ihrem Dienstende im September ein Studium oder eine Ausbildung beginnen wollen; eine Anhebung auf 15 Monate würde diesen Übergang erschweren und den Dienst für viele unzugänglich machen.

Auswirkungen auf junge Menschen

Besonders problematisch sieht der Verein die Auswirkungen auf die Gedenkdienstleistenden selbst. Viele junge Menschen planen nach ihrem Dienst im September den Beginn eines Studiums oder einer Ausbildung. Eine Verlängerung auf 15 Monate würde diesen Übergang erschweren und den Gedenkdienst für viele Interessierte unzugänglich machen.

"Es erscheint widersprüchlich, die kritische Reflexion der eigenen Geschichte als Staatsziel Österreichs hervorzuheben, gleichzeitig aber den Zugang zu jenen Institutionen zu erschweren, die diesen gesellschaftlichen Auftrag in der Praxis erfüllen", ergänzt Yuno Schwingshandl, stellvertretende Obperson des Vereins.

Hintergrund des Gedenkdienstes

Der Gedenkdienst wurde als Alternative zum Wehrdienst etabliert und ermöglicht es jungen Österreichern, in Gedenkstätten, Museen und anderen Einrichtungen im In- und Ausland zu arbeiten, die sich mit der Aufarbeitung des Nationalsozialismus und des Holocaust beschäftigen. Der Verein GEDENKDIENST ist als Trägerorganisation seit über 30 Jahren in dieser Arbeit tätig.

Kritik an der Wehrdienstkommission

Der Verein GEDENKDIENST betont, dass er grundsätzlich bessere Bedingungen für Wehrdienstleistende begrüßt. Diese Verbesserungen dürften jedoch nicht auf dem Rücken der Entsendetätigkeit des Vereins ausgetragen werden. Die vorgeschlagene Verlängerung wird von der Organisation abgelehnt.

Forderungen des Vereins

Der Verein GEDENKDIENST fordert eine klare Abkehr von der Verlängerungsempfehlung. Kritische Erinnerungsarbeit brauche nachhaltige Förderung - keine zusätzlichen Hürden. Eine zeitliche Ausdehnung um 15 Monate ohne entsprechende Ressourcen sei keine Reform, sondern eine strukturelle Schwächung der Erinnerungskultur Österreichs.

Schlagworte

#Gedenkdienst#Wehrdienst#Erinnerungskultur#Zivilgesellschaft#Bildung

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