Die österreichische Wirtschaft steht vor einer neuen Belastungsprobe: Während die Treibstoffpreise weiter auf Rekordniveau verharren, warnt die Wirtschaftskammer Kärnten vor einer drohenden Kostenlawine, die sich durch alle Wirtschaftsbereiche ziehen könnte.
Die österreichische Wirtschaft steht vor einer neuen Belastungsprobe: Während die Treibstoffpreise weiter auf Rekordniveau verharren, warnt die Wirtschaftskammer Kärnten vor einer drohenden Kostenlawine, die sich durch alle Wirtschaftsbereiche ziehen könnte. Elisabeth Rothmüller-Jannach, Obfrau der Sparte Transport und Verkehr, fordert die rasche Einführung eines begünstigten Gewerbediesels. Die zuletzt beschlossenen Maßnahmen, etwa die Preisbremse, würden nicht ausreichen, um die enorme Kostenbelastung der Betriebe abzufedern, so Rothmüller-Jannach.
Die Transportwirtschaft stehe massiv unter Druck, da Treibstoff einer der zentralen Kostenfaktoren sei. Bruno Urschitz, Obmann der Fachgruppe Güterbeförderungsgewerbe, betont: "Was im Transport teurer wird, verteuert letztlich alles – vom Lebensmittel im Supermarkt bis zum Industrieprodukt." Höhere Logistikkosten würden entlang der gesamten Wertschöpfungskette weitergegeben und könnten damit die Inflation erneut anheizen.
Die Wirtschaftskammer spricht sich für die Einführung eines sogenannten Gewerbediesels aus. Konkret solle der CO₂-Preis auf Diesel für gewerbliche Transporte zumindest temporär ausgesetzt werden. Rothmüller-Jannach bezeichnete ein Gewerbediesel als "keine Subvention, sondern eine faire Rückführung von Mehreinnahmen" und verwies darauf, dass seit Einführung der CO₂-Bepreisung der Staat Milliardenbeträge eingenommen habe. Ein Teil davon müsse nun an jene zurückfließen, die diese Einnahmen erwirtschaften.
Neben einer möglichen Steuersenkung wäre auch eine Mineralölsteuerrückvergütung nach dem Vorbild für land- und forstwirtschaftliche Betriebe begrüßenswert. Ohne wirksame Entlastungen drohten laut Urschitz weitreichende Konsequenzen: "Die Transportwirtschaft ist das Rückgrat unserer Versorgung. Wenn hier die Kosten weiter steigen, geraten Lieferketten unter Druck – mit direkten Auswirkungen auf Betriebe, Arbeitsplätze und die Versorgungssicherheit." Zudem stehe die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts auf dem Spiel.
Die Wirtschaftskammer Kärnten appelliert an die Bundesregierung, rasch zu handeln: "Wenn die Politik Preisstabilität und Versorgungssicherheit ernst nimmt, muss sie jetzt handeln. Jeder weitere Aufschub verteuert das Leben und schwächt den Standort", so Rothmüller-Jannach abschließend.