Konsolidieren bedeutet Investieren: Der Rechnungsabschluss der Stadt Wien ist ein Balanceakt.
Josef Taucher kommentiert den Rechnungsabschluss 2025: Wien reduziert das Defizit und investiert weiter in Daseinsvorsorge, Infrastruktur und Wirtschaft.
Josef Taucher, SPÖ-Klubvorsitzender im Wiener Gemeinderat, hat den Rechnungsabschluss der Stadt Wien für das Jahr 2025 in der Generaldebatte als einen „Balanceakt“ bezeichnet. In seiner Rede verwies Taucher auf geopolitische Konflikte, Kriege und Krisen, die die Energiemärkte erschüttern und zu Preissteigerungen geführt hätten. Als Folge nannte er steigende Inflation, eine stagnierende Wirtschaft und explodierende Personalkosten.
Vor dem Hintergrund dieser Rahmenbedingungen präsentierte Taucher die Wiener Linie: solide Finanzierung kombiniert mit sozialer Verantwortung und Investitionen in Zukunftsfelder. Er betonte, dass Wien dabei keine Abstriche bei den Kernleistungen vornehmen werde und sprach von einer Budgetpolitik, die Konsolidierung und Investition zusammenführt.
Taucher fasste den Rechnungsabschluss der Stadt Wien als Ergebnis einer „vorausschauenden Budgetpolitik“ zusammen. Er sagte: „Konsolidieren heißt Investieren.“ Laut Taucher sei es gelungen, das ursprünglich prognostizierte Defizit deutlich zu reduzieren und zugleich weiter in Daseinsvorsorge, Infrastruktur und den Wirtschaftsstandort Wien zu investieren.
In seiner Rede verband Taucher die Finanzpolitik der Stadt mit wirtschaftlichen Kennzahlen: Er verwies auf das im Vergleich günstigere Wirtschaftswachstum Wiens und nannte Zahlen und Prognosen, die sich nach seinen Angaben positiv auf den Standort auswirkten.
Taucher nannte konkrete Wachstumszahlen: Während das österreichweite Wirtschaftswachstum bei rund plus 0,6 % liege, verzeichne die Bundeshauptstadt ein Plus von 1 %. Für das laufende Jahr erwartet das WIFO für Wien ein Wachstum von plus 1,2 %, so Taucher.
Zur Beschäftigungssituation verwies Taucher auf Daten für 2025: In Wien sei die Beschäftigung um plus 1,1 % gestiegen, während sie in Österreich mit plus 0,2 % stagnierte. Für 2026 prognostiziert das WIFO nach Taucher-Angaben einen Anstieg von plus 0,9 % in Wien gegenüber plus 0,5 % in Österreich. Außerdem sagte Taucher: „In den letzten zehn Jahren ist die Beschäftigungsquote in Wien um 132.000 Menschen gestiegen. Wir haben heute den höchsten Beschäftigungsstand, den Wien je hatte.“
Die Rede nannte Wien als Magnet für Unternehmen und Neugründungen: Für 2025 listete Taucher 224 internationale Unternehmen aus 49 Ländern, die sich in Wien angesiedelt hätten. Diese Investitionen beliefen sich laut seiner Darstellung auf insgesamt 525 Mio. Euro und schufen 1.682 Arbeitsplätze.
Zur Struktur der Unternehmenslandschaft sagte Taucher, dass ein Drittel aller Headquarter in Österreich in Wien angesiedelt seien. Konkret nannte er 578 Unternehmenshauptsitze in Wien im Jahr 2025, was 33,5 % aller Headquarters in Österreich entspreche; davon seien 189 internationale Konzerne, was 41,4 % aller internationalen Headquarters in Österreich bedeute.
Bei Neugründungen habe Wien im Jahresvergleich 2025 mit plus 9,2 % stärker zugelegt als Österreich mit plus 7,7 %. Rund ein Viertel der Neugründungen entfiel auf Wien: 10.995 von 44.072 Unternehmensneugründungen entfielen laut Taucher auf die Bundeshauptstadt.
Taucher beschrieb Wien als Tourismus- und Kongressstadt: Für 2025 nannte er rund 20 Millionen Nächtigungen, von denen 83 % aus dem Ausland stammten. Den Kongresstourismus bezifferte er für 2025 mit rund 1,48 Mrd. Euro Bruttowertschöpfung; er stellte zudem eine Verbindung zu 19.300 Beschäftigungsverhältnissen bzw. 16.020 Vollzeitäquivalenten in ganz Österreich.
Für 2026 teilte Taucher mit, dass mehr als 60 Kongresse avisiert seien, und nannte als Beispiele den European Congress of Radiology, die European Geosciences Union und die European Academy of Dermatology and Venereology.
Zum Innovationsstandort Wien nannte Taucher den Bereich Life Sciences explizit: Dieser Bereich habe laut seiner Angabe 22,7 Mrd. Euro Umsatz und mehr als 49.000 Beschäftigte und habe stark zugenommen. Außerdem hob er Forschung und Entwicklung sowie IKT (Informations- und Kommunikationstechnik) als Stärke Wiens hervor.
In seiner Rede sprach Taucher auch über ökologische und energiebezogene Kennzahlen und verwies auf WIFO-Aussagen: Wien weise aufgrund urbaner Strukturen bei vielen ökologischen Kennzahlen die besten Werte aller Bundesländer auf. So sei der energetische Endverbrauch sowohl pro beschäftigter Person als auch pro Kopf in Wien nur etwa halb so hoch wie in Österreich; außerdem sei der energetische Endverbrauch pro beschäftigter Person seit 2013 fast doppelt so stark zurückgegangen wie in Österreich.
Zu konkreten Akteuren nannte Taucher die Wiener Stadtwerke und sagte, dass man „massiv in die Energietransformation der Stadt“ investiere und den Ausbau der Erneuerbaren Energien vorantreibe, um eine unabhängige, sichere und leistbare Energieversorgung für die Wienerinnen und Wiener zu gewährleisten.
Zum Arbeitsmarkt und zur Weiterbildung wies Taucher auf den Wiener Arbeitnehmerinnen- und Arbeitnehmerförderungsfonds (WAFF) hin: Seit seiner Gründung im Juni 1995 habe der WAFF rund 700.000 Wiener*innen bei ihrer beruflichen Entwicklung unterstützt; mehr als 1,4 Mrd. Euro seien in Aus- und Weiterbildung investiert worden. Taucher nannte den WAFF als „Drehscheibe für berufliche Entwicklung“ und verwies auf gezielte Programme für Frauen, Jugendliche und ältere Menschen.
Zum Thema Frauenförderung sagte Taucher: „Wien ist die Stadt der Frauen.“ Er nannte die Aussage, dass Wien den niedrigsten Gender Pay Gap aller Bundesländer habe und sagte, die Stadt investiere kontinuierlich in die Förderung von Frauen. Er nannte außerdem, dass die Stadt Wien 14 Mio. Euro durch die Unterstützung des WAFF in die Förderung von Frauen investiert habe, und nannte Programme wie die Frauenstiftung Wien oder das Programm "FRECH – Frauen ergreifen Chancen" als Beispiele.
Taucher übte deutliche Kritik an früheren Bundesregierungen: Er warf der ehemaligen türkis-grünen Bundesregierung vor, die Teuerung „einfach durchrauschen lassen“ zu haben und dadurch das Wirtschaftswachstum in Österreich abgewürgt zu haben. Er kritisierte zudem, dass ÖVP und GRÜNE „das Geld beim Fenster rausgeworfen“ und keine Gegenfinanzierungsmaßnahmen gesetzt hätten.
Zur sogenannten Patientenmilliarde sagte Taucher, diese habe „Millionen-Mehrkosten“ verursacht, anstatt Einsparungen zu bringen, wie zuvor versprochen. Er stellte fest, diese Mittel fehlten nun den Städten und Bundesländern – und damit den Österreicher*innen, so seine Darstellung.
Gegen die FPÖ äußerte Taucher scharfe Vorwürfe: Er sagte, die FPÖ hetze gegen Migrant*innen, mache Stimmung gegen Menschenrechtsvereine und blockiere Integrationsmaßnahmen. Als Beispiel nannte er das Jugendcollege: Er bezeichnete es als ein Projekt, das in Österreich „höchst erfolgreich“ sei, mit einer Erfolgsquote von 50 % bei der Integration junger geflüchteter Menschen in den Arbeitsmarkt.
Rechnungsabschluss: Der Rechnungsabschluss ist laut der Rede der formale Abschluss der städtischen Haushaltsrechnung für das Jahr 2025; Taucher bezeichnete ihn als Balanceakt zwischen Konsolidierung und Investition.
WIFO: Das WIFO wird in der Rede als Quelle für Wirtschaftswachstums- und Beschäftigungsprognosen genannt; Taucher bezog sich auf WIFO-Zahlen für Wien und Österreich.
WAFF: Der Wiener Arbeitnehmerinnen- und Arbeitnehmerförderungsfonds (WAFF) wurde in der Rede als langjähriges Instrument zur beruflichen Entwicklung genannt; Taucher nannte Zahlen zu betreuten Personen und investierten Mitteln.
Life Sciences: In der Rede wird der Bereich Life Sciences als wirtschaftlich relevantes Segment genannt; Taucher nannte Umsatz- und Beschäftigtenzahlen für diesen Bereich in Wien.
Daseinsvorsorge: Taucher verwendete den Begriff, um Bereiche wie Gesundheit, Soziales, Bildung und Kinderbetreuung zu beschreiben, in die Wien weiterhin investieren will.
1. Was bezeichnet Taucher als „Balanceakt“?
Taucher bezeichnete den Rechnungsabschluss 2025 der Stadt Wien als einen Balanceakt zwischen solider Finanzierung, sozialer Verantwortung und notwendigen Investitionen. Er betonte, dass trotz Konsolidierung keine Abstriche bei den Kernleistungen der Stadt gemacht würden.
2. Welche Wachstumszahlen nennt Taucher für Wien?
Taucher nannte ein Wirtschaftswachstum für Wien von rund 1 % im Vergleich zu rund 0,6 % in Österreich; für das laufende Jahr erwartet das WIFO für Wien laut Taucher ein Wachstum von plus 1,2 %.
3. Wie stellt Taucher die Rolle Wiens im Standortwettbewerb dar?
Er beschrieb Wien als Motor der österreichischen Wirtschaft und verwies auf Unternehmensansiedlungen, Neugründungen und Headquarter-Zahlen. Konkret nannte er 224 internationale Unternehmen, Investitionen von 525 Mio. Euro und 1.682 neu geschaffene Arbeitsplätze in 2025.
4. Welche Kritik übt Taucher an der Bundespolitik?
Taucher kritisierte frühere türkis-grüne sowie türkis-blaue Regierungen. Er warf ihnen vor, die Teuerung durchgehen gelassen und finanzielle Mittel ohne Gegenfinanzierung verschleudert zu haben; als Beispiel nannte er die Patientenmilliarde, die nach seiner Darstellung Mehrkosten verursacht habe.
5. Welche Bedeutung misst Taucher dem WAFF und der Frauenförderung bei?
Taucher hob den WAFF als Instrument der beruflichen Entwicklung hervor und nannte Zahlen: seit 1995 habe der WAFF rund 700.000 Wiener*innen unterstützt und mehr als 1,4 Mrd. Euro in Aus- und Weiterbildung investiert. Er nannte außerdem 14 Mio. Euro, die die Stadt Wien durch die Unterstützung des WAFF in die Förderung von Frauen investiert habe.
6. Was sagte Taucher zur Energiethematik?
Er verwies auf WIFO-Daten, nach denen Wien bei ökologischen Kennzahlen aufgrund urbaner Strukturen gut abschneide: Energetischer Endverbrauch pro Kopf und pro beschäftigter Person liege in Wien nur etwa halb so hoch wie in Österreich; seit 2013 sei der Rückgang des Endverbrauchs pro beschäftigter Person in Wien fast doppelt so stark wie in Österreich. Taucher nannte außerdem Investitionen der Wiener Stadtwerke in die Energietransformation.
Quelle: SPÖ Wien Rathausklub (OTS). Kontakt: SPÖ Wien Rathausklub, Mag.a Daniela Mantarliewa, Pressesprecherin des Klubvorsitzenden, E-Mail: daniela.mantarliewa[at]spw.at