28. Mai 2026 – Die S-Bahn-Stammstrecke zwischen Meidling und Floridsdorf ist eine der wichtigsten Öffi-Achsen Österreichs: Rund 700 Züge und etwa 250.000 Reisende pro Werktag nutzen die Verbindung....
28. Mai 2026 – Die S-Bahn-Stammstrecke zwischen Meidling und Floridsdorf ist eine der wichtigsten Öffi-Achsen Österreichs: Rund 700 Züge und etwa 250.000 Reisende pro Werktag nutzen die Verbindung. Die umfassende Modernisierung umfasst Viadukte, Brücken, Stützmauern, Stationen und Schieneninfrastruktur. Nach dem Upgrade sollen längere Züge und ein 2,5 Minuten-Takt in der Hauptverkehrszeit möglich sein und das Sitzplatzangebot um 40 Prozent steigen.
Die monatelangen Baustellen werden im gesamten Wiener Verkehrssystem spürbar sein: Eine von den Grünen in Auftrag gegebene TU-Studie rechnet in Spitzenzeiten mit rund 11.300 Fahrgästen pro Stunde, die dann auf anderen Routen unterwegs sein werden. Es stellt sich die Frage, warum nicht früher Ersatzangebote geschaffen wurden, obwohl seit Jahren klar war, dass 2026/2027 die größte Öffi-Sperre der Stadt bevorsteht. Der Zeitpunkt ist heikel, da erst heuer die Öffis empfindlich teurer wurden und die Fahrgäste dafür eine schlechtere Leistung bekommen.
ÖBB und Wiener Linien haben Ersatzangebote angekündigt – unter anderem Direkt-Shuttlebusse, längere Bims und die Verlängerung der Linie 18. Laut TU-Studie reichen diese Maßnahmen jedoch nicht aus, um die Öffi-Belastung während der Baustellen abzufedern.
Bei der Pressekonferenz kritisierte Peter Kraus, Parteivorsitzender der Grünen Wien: „Die notwendige Sanierung der S-Bahn-Stammstrecke ist seit vielen Jahren bekannt, trotzdem behandelt die Stadtregierung das Riesen-Projekt wie eine normale Baustelle. Die zuständige Stadträtin Ulli Sima hat erst letztens in einem Interview gesagt, dass es ,nicht lustig‘ werde. Das ist zynisch – denn man hätte tatsächlich besser planen können. Rot-Pink agiert wieder einmal wie bei vielen Großprojekten: kurzsichtig, planlos und die Dimension unterschätzend“.
Mobilitätssprecher Kilian Stark warnte: „Eine Viertelmillion Fahrgäste pro Tag kann man nicht einfach bitten, sich irgendwie im Netz zu verteilen. Die Stadt Wien kann hier nicht mit ein paar kosmetischen Maßnahmen agieren und den Menschen lange Wartezeiten und überfüllte Öffis zu teureren Preisen zumuten. Hier rollt ein Fahrgast-Vertreibungsprogramm auf uns zu, das nachhaltig Menschen aus den Öffentlichen Verkehrsmitteln zu verdrängen droht“.
Die Grünen Wien fordern unter anderem ein Zurück zum 365-Euro-Ticket und Rabatte für betroffene Klimaticket-Pendler:innen. Mobilitätssprecherin Heidi Sequenz appellierte: „Die Stadt Wien muss im Vorfeld der Sperre Vorbereitungen treffen, die besonders stark genutzten Straßenbahn-Linien wirklich freie Fahrt garantieren. Hier muss die Stadt Wien endlich Mut zeigen und die in der Studie empfohlenen Maßnahmen – wie das Freihalten der Gleiskörper – umsetzen.“
Quelle: Grüner Klub im Rathaus, OTS-Aussendung, 28. Mai 2026. Originalmeldung: https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20260528_OTS0082/gruene-wienkraus-sequenz-stark-zu-schnellbahn-sperre-stresstest-fuer-ganz-wien
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