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Wirtschaft

Strategische Gasreserve bis April 2029: Beschluss am 6. Juli

Gasreserve von 20 TWh im Doppelbudget 2027/28 abgesichert – Verlängerung bis 2029 braucht Zweidrittelmehrheit im Hauptausschuss des Nationalrates

5. Juli 2026
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Der Hauptausschuss des Nationalrates entscheidet am 6. Juli 2026 über die Verlängerung der staatlich kontrollierten strategischen Gasreserve (20 TWh) bis April 2029.

Der Hauptausschuss des Nationalrates entscheidet am Montag, 6. Juli 2026, über die Verlängerung der staatlich kontrollierten strategischen Gasreserve. In der Aussendung des Bundesministeriums für Wirtschaft, Energie und Tourismus wird genannt, dass die Reserve 20 TWh umfasst und damit rund einem Viertel des jährlichen Inlandsverbrauchs entspricht.

Wirtschafts- und Energieminister Wolfgang Hattmannsdorfer wird in der Mitteilung mit einem Appell zitiert: „Versorgungssicherheit ist eine staatspolitische Aufgabe über Parteigrenzen hinweg. Gerade zu Zeiten des Iran Krieg zeigt sich, wie wichtig Sicherheit und Unabhängigkeit insbesondere in Energiefragen ist. Ich hoffe daher, dass alle Fraktionen bereit sind staatspolitische Verantwortung zu übernehmen und der Verlängerung der strategischen Gasreserve zustimmen. Damit geben wir Haushalten und Betrieben Sicherheit für die kommenden Winter“, so Wolfgang Hattmannsdorfer.

Die strategische Gasreserve in Österreich: Umfang, Frist und Entscheid

Laut der Aussendung handelt es sich bei der strategischen Gasreserve um 20 TWh, staatlich kontrolliert und für den Krisenfall reserviert. Die geplante Verlängerung der gesetzlichen Befristung umfasst zwei Jahre bis April 2029; bisher galt eine Befristung bis 1. April 2027.

Die Verlängerung soll per Verordnung erfolgen; dafür braucht der Beschluss im Hauptausschuss des Nationalrates am 6. Juli 2026 eine Zweidrittelmehrheit. Im Doppelbudget 2027/28 sind für die Gasreserve Budgetmittel vorgesehen: rund 115 Millionen Euro für 2027 und rund 120 Millionen Euro für 2028. Die Aussendung stellt zudem fest, dass die tatsächlichen Kosten voraussichtlich deutlich darunter liegen werden.

Aktueller Speicherfüllstand und Entwicklung seit März 2026

Die Gasspeicher lagen Anfang Juli 2026 nach Angabe des Ministeriums bei über 54 Prozent Füllstand. Ende März 2026 hatte der Füllstand bei rund 36 Prozent gelegen (rund 35 TWh).

Im Vergleich zum Vorjahr liegt der aktuelle Füllstand laut Aussendung rund 10 Prozentpunkte unter dem Niveau von Juni 2025. Als Gründe nennt die Meldung einen kälteren vergangenen Winter, Trockenheit mit vermehrtem Gaseinsatz in der Stromerzeugung sowie infolge des Iran-Konflikts stark gestiegene Gaspreise, die Einspeicherung wirtschaftlich weniger attraktiv gemacht hätten.

Die Aussendung enthält ferner eine Prognose: Bei gleichbleibender Einspeicherrate sei zum Jahresende ein Speicherstand von rund 80 Prozent erreichbar, was in etwa einem Ganzjahresverbrauch entspreche. Beim Verhältnis von Speicherfüllstand und Speicherkapazität zum Jahresverbrauch zählt Österreich laut Mitteilung in beiden Fällen zur europäischen Spitzengruppe.

Versorgungssituation Rohöl: Infrastruktur, Pflichtreserven und internationale Lage

  • Derzeit keine für Österreich wesentlichen Infrastrukturschäden; die Tankschiffsituation in Triest sei unverändert, und die Raffinerie Schwechat melde keine Versorgungsprobleme—die Adria‑Wien‑Pipeline laufe mit üblicher Auslastung.
  • Die strategische Pflichtnotstandsreserve decke laut Aussendung rund 90 Tage ab und werde von der Erdöl‑Lagergesellschaft verwaltet.
  • Aktuell liefen durch die Straße von Hormus nur rund 2 statt der üblichen rund 20 Millionen Barrel pro Tag; alternative Routen über Yanbu und Fujairah sowie steigende Lieferungen aus dem Atlantikbecken (USA und Südamerika) würden das abfedern.
  • Für 2026 werde ein Rückgang des globalen Ölangebots erwartet; die Endkundennachfrage solle gleichermaßen sinken. Trotz Nachfragerückgang schwänden die globalen Reserven weiterhin in Rekordgeschwindigkeit, nicht jedoch in Österreich.
  • Selbst bei einem Ende der Blockade der Straße von Hormus werde eine vollständige Erholung nicht sofort erfolgen, da Minen aus den Hauptschifffahrtsrouten entfernt werden müssten und die Normalisierung der Lieferketten Zeit benötige.
  • Die EU erkenne für Juni und Juli dennoch keinen Mangel an Rohöl oder Erdölprodukten; erste IEA‑Analysen der Ölbilanzen für 2027 zeigten im Falle einer offenen Straße von Hormus einen deutlichen Überschuss im kommenden Jahr.

Versorgungssituation Diesel: Importe, Bestände und Ausgleich

  • Österreich importiert laut Aussendung rund 69 Prozent seines Dieselbedarfs; davon stammten rund 71 Prozent aus Deutschland, deren Raffinerien ohne Einschränkung produzierten.
  • Aus dem Persischen Golf stammten rund 5 Prozent des EU‑Dieselverbrauchs.
  • Die ausgefallenen Diesel‑Importe hätten kompensiert werden können, wodurch laut Mitteilung kein Mangel zu erwarten sei.
  • Kommerzielle Diesel‑Lagerstände in Österreich stiegen im April 2026 gegenüber März 2026 um 36 Prozent. Der kommerzielle Diesel‑Lagerstand lag im April 2026 30,33 Prozent über dem mehrjährigen April‑Durchschnitt.

Versorgungssituation Kerosin: Produktion, Verbrauch und Lager

  • Mit einer Inlandsproduktionsquote von rund 95 Prozent produziere Österreich laut Aussendung fast so viel Kerosin im Inland, wie es verbrauche; der Flughafen Wien werde primär über die Raffinerie Schwechat versorgt. Dementsprechend sei in Österreich von keinem Kerosinengpass auszugehen.
  • Der österreichische Verbrauch von Flugturbinenkraftstoff (Kerosin) lag im Mai 2026 deutlich unter dem Mai 2025 (-12,21 %) sowie unter dem mehrjährigen Durchschnitt (-2,28 %).
  • Der kommerzielle Lagerstand von Kerosin stieg im Mai 2026 gegenüber April 2026 um 56,56 % und erreichte einen neuen Mai‑Höchstwert im Betrachtungszeitraum 2021–2026; dies wirke sich laut Meldung positiv auf die Lagerreichweite bei Ausfällen aus.
  • Rund 15 bis 20 Prozent des EU‑Verbrauchs stammten aus dem Persischen Golf; Ersatzlieferungen aus den USA und Nigeria kompensierten bisher rund die Hälfte der ausgefallenen Mengen. Im Best Case einer Öffnung ab Juli bliebe ein Engpass aus, erfordere aber den Einsatz von europäischen Kerosin‑Notreserven.

Begriffe und zuständige Stellen erklärt

Strategische Gasreserve

Die strategische Gasreserve wird in der Aussendung als staatlich kontrollierte Reserve mit einem Volumen von 20 TWh beschrieben. Sie ist demnach für den Krisenfall reserviert und entspricht rund einem Viertel des jährlichen Inlandsverbrauchs.

Hauptausschuss des Nationalrates

Der Hauptausschuss des Nationalrates ist das Gremium, das laut Mitteilung am 6. Juli 2026 über die Verordnung zur Verlängerung der Befristung entscheiden wird. Für die Verlängerung ist eine Zweidrittelmehrheit erforderlich, so die Aussendung.

Doppelbudget 2027/28

Als Doppelbudget bezeichnet die Meldung die Haushaltsplanung für die Jahre 2027 und 2028; hierfür sind für die strategische Gasreserve rund 115 Millionen Euro (2027) und rund 120 Millionen Euro (2028) vorgesehen, wobei die tatsächlichen Kosten voraussichtlich deutlich darunter liegen sollen.

Strategische Pflichtnotstandsreserve (Erdöl‑Lagergesellschaft)

Die strategische Pflichtnotstandsreserve für Rohöl deckt laut Aussendung rund 90 Tage ab und wird von der Erdöl‑Lagergesellschaft verwaltet. Dies ist getrennt von den kommerziellen Lagerständen zu sehen, die in den Meldungen zu Diesel und Kerosin genannt werden.

Speicherfüllstand

Als Speicherfüllstand wird in der Mitteilung der prozentuale Befüllungsgrad der Gasspeicher angegeben; die Meldung nennt über 54 Prozent Anfang Juli 2026 und etwa 36 Prozent Ende März 2026 (rund 35 TWh).

Was die genannten Zahlen konkret aussagen

Aus der Aussendung lassen sich mehrere konkrete Zahlen ablesen: Die strategische Gasreserve hat ein Volumen von 20 TWh; im Doppelbudget 2027/28 sind dafür rund 115 Mio. Euro (2027) und rund 120 Mio. Euro (2028) vorgesehen; und die Gasspeicher waren Anfang Juli 2026 mit über 54 Prozent gefüllt.

Weitere namentlich genannte Werte betreffen den Vergleich zum Vorjahr (rund 10 Prozentpunkte niedrigerer Füllstand gegenüber Juni 2025), die historische Einordnung beim Kerosinlagerstand (+56,56 % im Mai 2026 gegenüber April 2026, neuer Mai‑Höchstwert im Betrachtungszeitraum 2021–2026) sowie den Umfang der Rohöltransporte durch die Straße von Hormus (aktuell rund 2 statt rund 20 Millionen Barrel pro Tag laut Meldung).

FAQ zur strategischen Gasreserve und Versorgungslage

Wie groß ist die strategische Gasreserve und wofür ist sie vorgesehen?

Laut Mitteilung umfasst die strategische Gasreserve 20 TWh und ist staatlich kontrolliert. Die Reserve ist demnach für den Krisenfall reserviert und entspricht in der Aussendung rund einem Viertel des jährlichen Inlandsverbrauchs.

Wann fällt die Entscheidung über die Verlängerung und welche Mehrheit ist nötig?

Der Hauptausschuss des Nationalrates entscheidet am Montag, 6. Juli 2026, über die entsprechende Verordnung. Für die Verlängerung um zwei Jahre bis April 2029 ist laut Aussendung eine Zweidrittelmehrheit erforderlich; bisherige gesetzliche Befristung endete am 1. April 2027.

Wie voll sind die Gasspeicher derzeit und wie hat sich das entwickelt?

Die Gasspeicher lagen laut Mitteilung Anfang Juli 2026 bei über 54 Prozent; Ende März 2026 betrug der Stand rund 36 Prozent (etwa 35 TWh). Die Aussendung nennt als Gründe für den niedrigeren Stand gegenüber dem Vorjahr einen kälteren Winter, Trockenheit mit vermehrtem Gaseinsatz in der Stromerzeugung und gestiegene Gaspreise infolge des Iran‑Konflikts.

Welche Budgetmittel sind für die Gasreserve vorgesehen?

Im Doppelbudget 2027/28 sind für die strategische Gasreserve rund 115 Millionen Euro für 2027 und rund 120 Millionen Euro für 2028 vorgesehen. Die Aussendung gibt an, die tatsächlichen Kosten würden voraussichtlich deutlich darunter liegen.

Gibt es Engpässe bei Diesel oder Kerosin in Österreich?

Die Meldung berichtet, dass Österreich beim Diesel rund 69 Prozent importiere, davon rund 71 Prozent aus Deutschland, dessen Raffinerien ohne Einschränkung produzierten. Kommerzielle Diesel‑Lagerstände stiegen im April 2026 um 36 % gegenüber März 2026. Beim Kerosin liegt die Inlandsproduktionsquote laut Aussendung bei rund 95 %, und der kommerzielle Lagerstand stieg im Mai 2026 um 56,56 % gegenüber April 2026.

Gibt es Hinweise auf Rohöl‑Infrastrukturprobleme in Österreich?

Die Aussendung nennt keine für Österreich wesentlichen Infrastrukturschäden: Die Tankschiffsituation in Triest sei unverändert, und die Raffinerie Schwechat melde keine Versorgungsprobleme; die Adria‑Wien‑Pipeline laufe mit üblicher Auslastung. Gleichzeitig wird in der Mitteilung auf die internationale Lage rund um die Straße von Hormus verwiesen.

Quellen und Kontakt

Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus (Aussendung). Kontakt: Julian Staltner, Telefon: +43 664 88760814, E‑Mail: julian.staltner [at] bmwet.gv.at. Website:

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Schlagworte

#strategische Gasreserve#Gasreserve#Wolfgang Hattmannsdorfer#Hauptausschuss#Doppelbudget 2027/28

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