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Wirtschaft

Lebensmittelpreise explodieren: Wer denkt an die Ärmsten?

11. August 2025 um 08:41
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Die Debatte um die steigenden Lebensmittelpreise in Österreich hat eine neue Dimension erreicht. Während die Regierung und verschiedene Interessengruppen über Ursachen, Verantwortlichkeiten und Maßnahmen diskutieren, gerät eine besonders betroffene Gruppe zunehmend aus dem Blickfeld: die armutsbetro

Die Debatte um die steigenden Lebensmittelpreise in Österreich hat eine neue Dimension erreicht. Während die Regierung und verschiedene Interessengruppen über Ursachen, Verantwortlichkeiten und Maßnahmen diskutieren, gerät eine besonders betroffene Gruppe zunehmend aus dem Blickfeld: die armutsbetroffenen Menschen. Diese Menschen leiden seit Beginn der wirtschaftlichen Krisen unter der Teuerung der Lebenshaltungskosten und sind auf Unterstützung angewiesen. Die Tafel Österreich, eine bedeutende Non-Profit-Organisation, die sich für die kostenlose Lebensmittelhilfe einsetzt, hebt die drängenden Bedürfnisse dieser Gruppe hervor und fordert Maßnahmen, die sofortige Wirkung zeigen.

Die schockierenden Zahlen der Armut

Laut Statistik Austria hat sich die Zahl der Menschen, die in absoluter Armut leben, von 2021 bis 2023 verdoppelt und stagniert derzeit auf einem hohen Niveau. Eine jüngste Erhebung mit dem Titel 'So geht’s uns heute' aus dem ersten Quartal 2025 zeigt alarmierende Daten: 24,4 % der Befragten, die eine Verschlechterung ihrer finanziellen Situation wahrgenommen haben, nennen höhere Ausgaben für Lebensmittel als Hauptgrund. Noch erschreckender ist, dass 339.000 Erwachsene angeben, sich nicht jeden zweiten Tag eine Hauptmahlzeit leisten zu können. Besonders betroffen sind auch 104.000 Kinder und Jugendliche.

Die Stimme der Betroffenen

„Die Daten zeigen eindeutig, dass eine nicht zu vernachlässigende Gruppe von Menschen große Probleme damit hat, ihren Alltag mit den zur Verfügung stehenden finanziellen Mitteln zu meistern. Hier besteht längst akuter Handlungsbedarf. Denn während an Wohn- und Energiekosten meist nicht zu rütteln ist, wird bei den Lebensmitteln oft drastisch gespart – eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist dann kaum mehr möglich“, erklärt ein Experte von Die Tafel Österreich.

Politische Reaktionen und Forderungen

Die Regierung hat den Handlungsbedarf zwar erkannt, wie der vielfach im Regierungsprogramm genannte Punkt 'Maßnahmen gegen die Teuerung' zeigt. Doch alle derzeit diskutierten Maßnahmen kommen bestenfalls mittelfristig im Geldbörsel von armutsbetroffenen Menschen an, um die es ja vorrangig in der Debatte geht. Die Tafel Österreich hält seit Beginn der Teuerung bestmöglich dagegen, doch auch bei ihnen hat sich die Zahl der Menschen in sozialen Einrichtungen, die auf kostenfreie Lebensmittelhilfe angewiesen sind, in den letzten Jahren verdoppelt.

  • Rechtliche Vereinfachung der karitativen Lebensmittelweitergabe
  • Vorrang der karitativen Lebensmittelweitergabe vor kommerziellen Initiativen

„Es wäre sehr rasch, kostengünstig und treffsicher möglich, unsere Mission zu fördern und die Menge an umverteilten Lebensmitteln und kostenfreien Mahlzeiten für armutsbetroffene Menschen damit schlagartig deutlich zu erhöhen. Stattdessen erschweren von der Politik in den letzten Jahren gesetzte Maßnahmen unsere Arbeit zum Teil massiv“, so ein weiterer Vertreter der Organisation.

Ein Blick über die Grenzen

Ein Blick auf das europäische und globale Tafelnetzwerk zeigt, dass Länder, in denen die Arbeit von Tafelorganisationen mit den genannten Maßnahmen gefördert wird, bei der Menge an umverteilten, geretteten Lebensmitteln für armutsbetroffene Menschen deutlich vorne liegen. In den EU Food Donation Guidelines und der EU Food Waste Hierarchie ist auf europäischer Ebene klar geregelt, dass Lebensmittel-Überschüsse armutsbetroffenen Menschen zugutekommen sollen. Eine Einhaltung dieser bestehenden Richtlinien könnte rasch und wirkungsvoll einen großen Schub in der Menge an Lebensmitteln, die an armutsbetroffene Menschen zusätzlich umverteilt werden können, bedeuten.

Die Rolle der Tafel Österreich

Seit 1999 versorgt Die Tafel Österreich armutsbetroffene Menschen durch soziale Einrichtungen kostenfrei mit geretteten Lebensmitteln. Allein im Jahr 2024 konnten über 1.578 Tonnen Lebensmittel an mehr als 75.000 armutsbetroffene Menschen in ganz Österreich weitergegeben werden. Die Organisation ist überwiegend spendenfinanziert und auf Geld-, Zeit- und Warenspenden angewiesen.

Die Zukunft der Lebensmittelhilfe

Die Zukunft der Lebensmittelhilfe in Österreich hängt stark von der politischen Unterstützung und der rechtlichen Rahmenbedingungen ab. Die Tafel Österreich sieht die Politik dringend gefordert, die karitative, kostenfreie Lebensmittelweitergabe zu erleichtern, um den sozialen Mehrwert geretteter Lebensmittel zu maximieren. Jedes überschüssige Lebensmittel wird dringend von jenen Menschen benötigt, welche die NPO in Partnerschaft mit sozialen Einrichtungen kostenfrei versorgt. Diese Ressourcenschonung hilft gleichzeitig auch der Umwelt und schafft Bewusstsein in der Bevölkerung für den Wert unserer Lebensmittel.

Fazit

Die aktuelle Diskussion um Lebensmittelpreise und Armut zeigt einmal mehr, wie wichtig zielgerichtete und schnelle Maßnahmen sind, um die am stärksten Betroffenen zu unterstützen. Die Tafel Österreich spielt dabei eine entscheidende Rolle und setzt sich unermüdlich für die Bedürftigen ein. Doch ohne die notwendige politische Unterstützung und Anpassung der rechtlichen Rahmenbedingungen könnte die wichtige Arbeit der Tafel ins Stocken geraten. Es bleibt abzuwarten, ob die Regierung den dringenden Handlungsbedarf erkennt und schnell handelt, um die Armut in Österreich effektiv zu bekämpfen.

Quellen: Die Tafel Österreich, STATISTIK AUSTRIA

Schlagworte

#Armut#Die Tafel Österreich#Inflation#Kostenlose Lebensmittelhilfe#Lebensmittelpreise#Österreich#Regierung

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