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KFG-Novelle: Verlängerte §57a-Intervalle gefährden Pkw

29. Mai 2026
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Der aktuelle Entwurf der 42. KFG-Novelle sorgt für heftige Kritik: Geplant ist die Ausdehnung der §57a-Prüfintervalle vom bewährten „3-2-1“-Modell auf ein „4-2-2-2“-Modell. Die Begründung des Geset...

Der aktuelle Entwurf der 42. KFG-Novelle sorgt für heftige Kritik: Geplant ist die Ausdehnung der §57a-Prüfintervalle vom bewährten „3-2-1“-Modell auf ein „4-2-2-2“-Modell. Die Begründung des Gesetzgebers, dass reguläre Herstellerservices oder Reifenwechsel für die Überprüfung der Betriebssicherheit ausreichen würden, halten Fachleute für realitätsfremd. Weder beim Reifenwechsel noch beim normalen Kundendienst werden die über 200 relevanten Prüfpositionen kontrolliert.

Alarmierende Zahlen aus der Mängelstatistik

Die aktuelle §57a-Statistik untermauert die Kritik: Bereits nach drei Jahren weisen PKW in der Fahrzeugklasse M1 35 % leichte Mängel und 18 % schwere Mängel auf (parlamentarische Anfragebeantwortung 3780/AB v 16.2.2026 zu 4266/J). Bei den Zweirädern (Fahrzeugklasse L) sind die Zahlen noch höher: 40 % schwere Mängel und 34 % leichte Mängel.

„Wer in dieser Situation die Intervalle verlängert, nimmt wissentlich einen massiven Anstieg fahruntüchtiger Fahrzeuge auf unseren Straßen in Kauf“, warnt Bundesinnungsmeister-Stellvertreter Mst. Thomas Marichhofer eindringlich.

Unser Konzept: Digitale Revolution

Die Bundesinnung schlägt eine digitale Lösung vor: Digitalisierung schafft gesamt 133 Millionen Ꞓ Einsparungen pro Jahr durch Entbürokratisierung, Abschaffung unnötiger Strukturen und einen Datensatz pro Fahrzeug. Vorgesehen ist die Fusion der bestehenden Datenbanken in einer zentralen Fahrzeugdatenbank und die komplette Abschaffung der physischen Plakette. Das Konzept „Ein Datensatz für jedes Fahrzeug“ soll Bürokratieabbau bringen.

Für Werkstätten bedeutet das nach Angaben der Bundesinnung eine Erleichterung: Jährlich würden in Zulassungsstellen, Werkstätten und Behörden rund 115.000 Arbeitstage (bzw. 541 Vollzeitäquivalente) für das Bestellen, Vorfinanzieren, Verwalten, Abschaben und Aufkleben von Plaketten aufgewendet. Diese Arbeitszeit ließe sich durch digitale Dokumentation einsparen; auch der kostenpflichtige Plakettentausch nach Scheibenbruch entfiele.

Fahrzeugbesitzer sollen ebenfalls profitieren: Für Fahrzeughalter ergäben sich Einsparungen von knapp Ꞓ 17,5 Millionen pro Jahr durch Wegfall der Begutachtungsplaketten. Das Gutachten würde kostenfrei auf eAusweise (ID Austria) dargestellt, inklusive automatischer Erinnerungsfunktion. Eine kostenfreie Online-Abfrage der Fahrzeughistorie soll vor Betrug beim Gebrauchtwagenkauf schützen.

„Unser fertiges, durchgerechnetes Reformkonzept liegt auf dem Tisch“, betont Bundesinnungsmeister MMst. Roman Keglovits-Ackerer, BA. „Wir fordern den Gesetzgeber auf, diese moderne Infrastruktur zu nutzen, anstatt die Verkehrssicherheit für ein populistisches Versprechen zu opfern.“

Quelle: Bundesinnungsgruppe Metalltechniker - Mechatroniker - Fahrzeugtechnik. Originalmeldung: https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20260529_OTS0028/kfg-novelle-gefaehrlicher-blindflug-oder-digitale-revolution

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