Wenn am Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen wieder über Femizide gesprochen wird, rückt ein besonders verletzlicher Personenkreis oft in den Hintergrund: die Kinder der getöteten Mütter. Viele dieser Kinder verlieren nicht nur ihre Mutter, sondern häufig auch ihr gesamtes bisheriges Lebensumfeld und sind mit traumatischen Erlebnissen konfrontiert.
Femizide erschüttern unsere Gesellschaft in regelmäßigen Abständen. Wenn Männer Frauen töten, handelt es sich dabei häufig nicht nur um Partnerschaftsgewalt, sondern um tief verwurzelte Macht- und Kontrollstrukturen, die in tödlicher Gewalt enden. Viele der getöteten Frauen sind Mütter. Zurück bleiben Kinder und Jugendliche, die von einem Moment auf den anderen mit einem unvorstellbaren Verlust und oftmals auch mit traumatischen Erlebnissen konfrontiert sind.
In dieser akuten Krisensituation ist rasche und professionelle Hilfe entscheidend. Die österreichischen Kinderschutzzentren bieten genau hier gezielte Unterstützung: Sie verfügen über langjährige Erfahrung in der Krisenintervention und sind darauf spezialisiert, Kinder und Jugendliche altersgerecht und sensibel zu begleiten. Ihr Zugang ist kindgerecht, traumasensibel und individuell auf die Bedürfnisse der Betroffenen abgestimmt.
„Nach einem Femizid brauchen Kinder sofort Stabilität, Orientierung und verlässliche Bezugspersonen. Eine frühzeitige Krisenintervention kann wesentlich dazu beitragen, die Verarbeitung des Erlebten zu unterstützen und langfristige psychische Folgen abzumildern“, betont Petra Birchbauer, Vorstandsvorsitzende des Bundesverbandes Österreichischer Kinderschutzzentren.
Ein zentraler Bestandteil dieser Arbeit ist die enge und bewährte Zusammenarbeit mit der Kinder- und Jugendhilfe. Nur durch ein koordiniertes Vorgehen aller beteiligten Systeme kann sichergestellt werden, dass betroffene Kinder rasch geschützt, gut betreut und nachhaltig unterstützt werden. Die Kinderschutzzentren bringen dabei ihre spezifische Expertise in Diagnostik, Beratung und therapeutischer Begleitung ein.
Femizide sind extreme Gewalttaten mit weitreichenden Folgen – insbesondere für die jüngsten Opfer, die oft übersehen werden. Es ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, diesen Kindern Aufmerksamkeit zu schenken und ihnen bestmögliche Unterstützung zukommen zu lassen. Die Kinderschutzzentren leisten hierzu einen unverzichtbaren Beitrag.
Der Bundesverband vertritt die Interessen der Kinderschutzzentren in Österreich und setzt sich für den Schutz, die Förderung und die Rechte von Kindern und Jugendlichen ein. Ein besonderer Fokus liegt auf der Unterstützung von Kindern in Krisensituationen sowie auf Prävention, Beratung und interdisziplinärer Zusammenarbeit.
Kinderschutzzentren in Österreich: www.kinderschuetzen.at
Digitales Kinderschutzzentrum: www.digitales-kinderschutzzentrum.at
Gewaltschutzzentren: www.gewaltschutzzentrum.at