28. Mai 2026 – Der Handelsverband begrüßt die heutige Entscheidung der EU‑Kommission, gegen den chinesischen Online‑Marktplatz Temu eine Strafe in Höhe von 200 Millionen Euro zu verhängen. Grund si...
28. Mai 2026 – Der Handelsverband begrüßt die heutige Entscheidung der EU‑Kommission, gegen den chinesischen Online‑Marktplatz Temu eine Strafe in Höhe von 200 Millionen Euro zu verhängen. Grund sind massive Verstöße gegen den Digital Services Act (DSA), insbesondere bei der Risikobewertung illegaler und potenziell gefährlicher Produkte.
„Die heutige Entscheidung der EU ist ein wichtiges Signal für fairen Wettbewerb, Produktsicherheit und den Schutz europäischer Konsumentinnen und Konsumenten. Wer in Europa Geschäfte machen will, muss sich auch an europäische Regeln halten, unabhängig vom Unternehmenssitz“, sagt Rainer Will, Geschäftsführer des freien, überparteilichen Handelsverbands.
Der Handelsverband wies seit Jahren auf problematische Geschäftspraktiken asiatischer Billigplattformen hin – von mangelhaften Sicherheitsstandards über manipulative Geschäftspraktiken bis hin zu irreführenden Darstellungen von Werbebildern und Produktbeschreibungen zulasten heimischer Händler. Bereits im August 2024 hatte der HV als erste Interessenvertretung eine UWG‑Beschwerde gegen Temu bei der Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) eingereicht. Im März 2026 bestätigte die Prüfung der BWB die Vorwürfe des Handelsverbands: Drei unlautere Praktiken auf der Plattform wurden inzwischen eingestellt und eine neue Task Force bei Temu erwirkt.
Temu belegt im Ranking der umsatzstärksten Marktplätze in Österreich nach Amazon den 2. Platz. 2025 stieg der verkaufte Bruttowarenwert auf Temu hierzulande um 65% auf rund 650 Millionen Euro.
„Es kann nicht sein, dass österreichische Händler strengste Vorschriften auf Punkt und Beistrich erfüllen, während Fernost‑Plattformen mit zweifelhaften und potenziell gesundheitsgefährdenden Produkten den Markt fluten. Die EU‑Kommission zeigt heute erfreulicherweise klare Kante. Daran sollte sich auch die Bundesregierung orientieren und ihre unsinnige nationale Paketabgabe kübeln“, so Handelssprecher Rainer Will. „Die Antwort auf den Druck durch globale Plattformen kann nicht sein, die eigenen Unternehmen zusätzlich zu belasten, sondern für fairen Wettbewerb zu sorgen.“
Der Handelsverband fordert eine konsequente Fortsetzung des eingeschlagenen Weges auf EU‑Ebene. Dazu zählen:
Quelle: Handelsverband, OTS, 28. Mai 2026. Originalmeldung: https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20260528_OTS0124/klare-kante-handelsverband-begruesst-200-mio-strafe-der-eu-gegen-temu-fairer-wettbewerb-muss-oberste-prioritaet-haben