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Politik

Ein Jahrzehnt Brexit: Zeit für europäischen Pragmatismus

Bertelsmann Stiftung legt zehn Jahre Umfragedaten zu Brexit, EU-Einstellungen und Beziehungen zu Großbritannien vor

22. Juni 2026
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Die Bertelsmann Stiftung fasst zehn Jahre Meinungsforschung zusammen: Brexit löste keine Austrittswelle aus, öffentliche Meinung spricht zunehmend für pragmatische Zusammenarbeit.

Am 23. Juni 2016 stimmten die Britinnen und Briten für den Austritt aus der Europäischen Union. Zum Jahrestag veröffentlicht die Bertelsmann Stiftung exklusive Auswertungen aus zehn Jahren Meinungsforschung im Vereinigten Königreich und in der EU und zieht daraus Aussagen über Einstellungen zu Brexit, EU-Mitgliedschaft und die Beziehung zwischen EU und Großbritannien.

Die Analyse fasst Umfragedaten über einen Zeitraum von zehn Jahren zusammen. Die Stiftung berichtet, dass der Brexit weder eine Austrittswelle in Europa ausgelöst noch eine dauerhafte psychologische Trennung zwischen britischer und europäischer Öffentlichkeit hinterlassen habe. Stattdessen spreche die öffentliche Meinung „zunehmend für pragmatische Zusammenarbeit.“

Zehn Jahre Umfragedaten der Bertelsmann Stiftung im Überblick

Die Auswertung beruht auf zehn Jahren Meinungsforschung zu Brexit, Europa und den Beziehungen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich. Laut der Bertelsmann Stiftung waren unmittelbar nach dem Referendum Befürchtungen verbreitet, weitere Mitgliedstaaten könnten dem britischen Beispiel folgen. Diese Erwartungen hätten sich nach Angaben der Stiftung nicht erfüllt.

Konkret nennt die Bertelsmann Stiftung Befragungsergebnisse aus März 2026: Nur noch 21 Prozent der Britinnen und Briten und 18 Prozent der EU-Bürgerinnen und -Bürger gingen davon aus, dass weitere Staaten die Union verlassen werden. Das sei „weniger als halb so viele wie noch 2018“, heißt es in der Mitteilung.

Zentrale Zahlen zu Zustimmung, Zukunftserwartungen und Außenpolitik

Die Mitteilung stellt mehrere konkrete Messwerte gegenüber: Im Referendum 2016 votierten 52 Prozent für den Austritt. Nach Angaben der Bertelsmann Stiftung habe diese knappe Mehrheit in den folgenden zehn Jahren nicht erneut Bestand gezeigt. Im März 2026 lag die Zustimmung zu einem Verbleib in der EU bei 57 Prozent.

Die Stiftung berichtet weiter, dass sich die Stimmung in der britischen Bevölkerung hinsichtlich der eigenen Zukunft eingetrübt habe: Im März 2026 bewerteten demnach nur noch 41 Prozent der Britinnen und Briten ihre persönliche Zukunft positiv. Das sei ein Rückgang um 27 Prozentpunkte gegenüber kurz nach dem Referendum.

Bei zentralen politischen Fragen liegen die Einstellungen in Großbritannien und der EU laut Bertelsmann Stiftung heute oft nahe beieinander: 66 Prozent der Britinnen und Briten und 71 Prozent der EU-Bürgerinnen und -Bürger unterstützen demnach eine stärkere Rolle der EU in der Außenpolitik. Zugleich sei die Unterstützung für eine Vertiefung der Integration zurückgegangen, während die Zustimmung zur EU-Mitgliedschaft, das Vertrauen in die Zukunft der Union und die Unterstützung für eine gemeinsame europäische Außenpolitik nach Angaben der Stiftung weiterhin hoch blieben.

Was die Bertelsmann Stiftung an Kommentaren zitiert

Die Mitteilung enthält zwei Zitate von Experten der Bertelsmann Stiftung. Florian Kommer, Europaexperte der Bertelsmann Stiftung, wird mit den Worten zitiert: „Im Brexit-Referendum sahen viele den Anfang vom Ende der Europäischen Union. Zehn Jahre später ergibt sich ein völlig anderes Bild. Unsere Ergebnisse legen nahe, dass der Spielraum für eine engere Zusammenarbeit zwischen der EU und Großbritannien heute größer ist als oft angenommen.“

Jake Benford, Großbritannien-Experte der Bertelsmann Stiftung, sagt in der Aussendung: „Bürgerinnen und Bürger erkennen zunehmend, dass die Zersplitterung Europas ihren Preis hat: weniger Sicherheit, weniger Widerstandsfähigkeit und weniger Einfluss in der Welt. Nun liegt es an der Politik, die Gräben der Vergangenheit zu überwinden und diesem wachsenden Pragmatismus durch eine engere strategische Partnerschaft Rechnung zu tragen.“

Einordnung der Bertelsmann-Stiftung zu den Umfrageergebnissen

Die Mitteilung der Bertelsmann Stiftung legt anhand der genannten Prozentsätze Trends über den zehnjährigen Zeitraum nahe: So wird etwa die zunächst befürchtete Kaskade von Austritten nicht bestätigt, und zentrale Einstellungswerte zwischen britischer und europäischer Öffentlichkeit erscheinen bei bestimmten Fragen ähnlich. Solche beobachteten Veränderungen lassen sich aus den präsentierten Umfragedaten ableiten.

Die Aussendung enthält jedoch keine ausführliche Darstellung der methodischen Details. Nähere Angaben zu Stichprobengröße, Frageformulierungen, Gewichtung oder den genauen Erhebungswellen sind im Text der Mitteilung nicht enthalten. Die Stiftung verweist auf den vollständigen Datensatz auf ihrer Website; wer die Ergebnisse genauer prüfen möchte, kann dort weiterführende Angaben erwarten.

Aus der Mitteilung lässt sich ableiten, welche Werte in welchen Erhebungszeiträumen genannt werden, nicht jedoch, welche Ursachen den beobachteten Veränderungen zugrunde liegen. Die Angaben in der Aussendung beschränken sich auf Prozentangaben und Trendbeschreibungen, wie sie die Stiftung selbst formuliert.

Begriffe und Zusammenhänge erklärt

Brexit
Brexit ist die Kurzbezeichnung für den Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union. In der Mitteilung bezieht sich der Begriff auf das Referendum vom 23. Juni 2016 und auf die seither erfassten Einstellungen in Umfragen über zehn Jahre.

EU-Mitgliedschaft
Mit EU-Mitgliedschaft ist die formale Zugehörigkeit eines Staates zur Europäischen Union gemeint. Die Bertelsmann Stiftung nennt in ihrer Auswertung die Zustimmung zur Mitgliedschaft als eine der abgefragten Einstellungen.

Meinungsforschung / Umfragedaten
Unter Meinungsforschung versteht man systematische Befragungen von Bevölkerungsgruppen zu Einstellungen oder Erwartungen. Die Mitteilung basiert auf zehn Jahren solcher Umfragedaten zu Brexit, Europa und den Beziehungen zwischen EU und Großbritannien.

EU-Außenpolitik
Der Begriff bezieht sich auf gemeinsame außenpolitische Maßnahmen und Positionen der Europäischen Union. In der Mitteilung werden Zustimmungswerte zu einer „stärkeren Rolle der EU in der Außenpolitik“ angegeben: 66 Prozent der Britinnen und Briten und 71 Prozent der EU-Bürgerinnen und -Bürger unterstützen laut Stiftung eine solche stärkere Rolle.

Pragmatische Zusammenarbeit
In der Aussendung verwendet die Bertelsmann Stiftung den Ausdruck „pragmatische Zusammenarbeit“, um die beobachtete Entwicklung der öffentlichen Meinung zu beschreiben. Dieser Begriff wird in der Mitteilung als Charakterisierung der Haltung gegenüber Beziehungen zwischen EU und Großbritannien genutzt.

Was die Ergebnisse konkret benennen

  • Das Referendum vom 23. Juni 2016 brachte 52 Prozent Stimmen für den Austritt.
  • Im März 2026 lag die Zustimmung zu einem Verbleib in der EU bei 57 Prozent.
  • Im März 2026 bewerteten 41 Prozent der Britinnen und Briten ihre persönliche Zukunft positiv, ein Rückgang um 27 Prozentpunkte gegenüber kurz nach dem Referendum.
  • Nur 21 Prozent der Britinnen und Briten und 18 Prozent der EU-Bürgerinnen und -Bürger gingen im März 2026 davon aus, dass weitere Staaten die Union verlassen werden.
  • 66 Prozent der Britinnen und Briten und 71 Prozent der EU-Bürgerinnen und -Bürger befürworten laut Mitteilung eine stärkere Rolle der EU in der Außenpolitik.

Diese Punkte fasst die Bertelsmann Stiftung als Kernergebnisse ihrer Auswertung von zehn Jahren Umfragedaten zusammen. Für vertiefende methodische Informationen verweist die Stiftung auf den vollständigen Datensatz auf ihrer Website.

FAQ zur Bertelsmann-Auswertung zu Brexit und Europa

Wer hat die Daten erhoben?

Die Mitteilung wurde von der Bertelsmann Stiftung herausgegeben. In der Aussendung heißt es, die Analyse basiere auf zehn Jahren Umfragedaten, die sich auf Einstellungen im Vereinigten Königreich und in der EU beziehen.

Welche Zeiträume decken die Daten ab?

Laut Bertelsmann Stiftung umfasst die Analyse einen Zeitraum von zehn Jahren, beginnend mit dem Referendum am 23. Juni 2016 bis in die neueste Auswertung im März 2026. Genauere Angaben zu einzelnen Erhebungswellen sind in der Mitteilung nicht enthalten.

Welche zentralen Ergebnisse nennt die Stiftung?

Die Stiftung berichtet, dass der Brexit keine Austrittswelle in Europa ausgelöst habe und dass Einstellungen zwischen britischer und europäischer Öffentlichkeit heute oft näher beieinanderlägen. Konkrete Zahlen nennt die Mitteilung etwa zur Bereitschaft von Bürgerinnen und Bürgern, davon auszugehen, dass weitere Staaten die EU verlassen, zur Zustimmung zu EU-Verbleib und zu Einschätzungen zur eigenen Zukunft.

Wo finde ich die vollständigen Daten?

Laut Mitteilung ist der vollständige Datensatz auf der Website der Studie verfügbar; die Bertelsmann Stiftung verweist auf eupinions.eu als Quelle für den Datensatz.

Was sagen die Experten der Bertelsmann Stiftung?

Die Mitteilung zitiert Florian Kommer, Europaexperte der Bertelsmann Stiftung, der die Ergebnisse als Hinweis darauf beschreibt, dass der Spielraum für engere Zusammenarbeit zwischen EU und Großbritannien größer sei als oft angenommen. Jake Benford, Großbritannien-Experte der Stiftung, betont in der Aussendung, dass Bürgerinnen und Bürger laut den Daten „zunehmend“ die Kosten der Zersplitterung Europas sehen und dass es nun an der Politik liege, „diesem wachsenden Pragmatismus durch eine engere strategische Partnerschaft Rechnung zu tragen.“

Quellen und Kontakt

Quelle der Zahlen und Zitate: Bertelsmann Stiftung, Pressemitteilung zum Jahrestag des Brexit-Referendums. Der vollständige Datensatz ist nach Angaben der Stiftung auf https://eupinions.eu abrufbar.

Kontakt der Stiftung laut Mitteilung: Florian Kommer, +49 (0) 30 275788-201, E-Mail: florian.kommer [at] bertelsmann-stiftung.de

Schlagworte

#Brexit#EU#Bertelsmann Stiftung#Umfrage#Europa#Bild#Stiftung#Gesellschaft

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