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Politik

Deine Rede: Drei Bürgerstimmen prägen Grünen-Bundeskongress

Sarah Majdak, Gerhard Martinek und Katrin Tiroch brachten beim Bundeskongress der Grünen persönliche Erfahrungen auf die politische Bühne.

31. Mai 2026
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Beim Grünen-Bundeskongress rückte das Format „Deine Rede“ drei persönliche Perspektiven in den Mittelpunkt: ME/CFS, Energiewende und Fairness wurden zu politischen Themenachsen.

Beim Bundeskongress der Grünen standen nicht nur Funktionär:innen und Parteimitglieder im Mittelpunkt. Mit dem Format „Deine Rede“ holte die Partei drei Bürger:innen auf die Bühne, die vor mehreren hundert Delegierten persönliche Erfahrungen, Sorgen und politische Wünsche vortrugen.

Die drei Reden verbanden sehr unterschiedliche Themen: Sarah Majdak sprach über das Leben mit ME/CFS, Gerhard Martinek über Energie und Verantwortung gegenüber kommenden Generationen, Katrin Tiroch über Fairness, Institutionen und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Genau diese Mischung macht die Aussendung interessant: Sie zeigt, wie eine Partei versucht, politische Programmatik mit Alltagsgeschichten zu verbinden.

Drei Reden statt klassischer Parteitagsroutine

Der Bundeskongress der Grünen fand 2026 in Graz statt. Auf der offiziellen Seite zum 48. Bundeskongress wurde „Deine Rede“ als Programmpunkt mit Impulsen von Gastredner:innen geführt. Die Aussendung beschreibt das Format als Versuch, Politik nicht nur für Menschen zu machen, sondern mit ihnen. Zuhören wird dadurch nicht als freundliche Geste dargestellt, sondern als Teil politischer Arbeit.

Solche Formate sind auf Parteitagen bemerkenswert, weil sie die übliche Bühne verschieben. Statt ausschließlich strategische Reden, Anträge oder Personalfragen zu behandeln, lässt „Deine Rede“ persönliche Betroffenheit, Lebensentwürfe und gesellschaftliche Erwartungen auftreten. Für Delegierte entsteht damit ein anderer Zugang: Themen werden nicht nur abstrakt diskutiert, sondern an konkreten Stimmen sichtbar.

Sarah Majdak spricht über ME/CFS und Anerkennung

Sarah Majdak, 19 Jahre alt und aus Wien, sprach laut Aussendung über ME, also Myalgische Enzephalomyelitis. Sie ist selbst betroffen und schilderte, wie schwierig der Alltag vieler Erkrankter ist. Besonders wichtig war ihr die Abgrenzung von bloßer Müdigkeit: ME sei eine schwere körperliche Erkrankung, und Betroffene sollten nicht darum kämpfen müssen, als krank anerkannt zu werden.

Das öffentliche Gesundheitsportal Österreichs beschreibt ME/CFS als Erkrankung mit starker körperlicher und geistiger Erschöpfung, die durch Erholung nicht besser wird. Als zentrales Merkmal nennt gesundheit.gv.at auch Post-Exertional Malaise, also eine Verschlechterung der Beschwerden nach Anstrengung. Diese Einordnung passt zu Majdaks politischem Appell: mehr Aufklärung, mehr Forschung, mehr Medizin und Versorgung sowie ernsthaftes Zuhören.

Für die Grünen-Bühne ist diese Rede mehr als ein Einzelthema. Sie macht sichtbar, wie Gesundheitspolitik, Anerkennung im Sozial- und Bildungssystem und medizinische Versorgung ineinandergreifen. Wenn eine junge Betroffene darüber spricht, wird aus einer medizinischen Fachfrage eine Frage nach Teilhabe, Gerechtigkeit und gesellschaftlichem Umgang mit unsichtbaren Erkrankungen.

Gerhard Martinek verbindet Großvaterrolle und Energiewende

Gerhard Martinek, 61 Jahre alt, wurde in der Aussendung als Wiener Unternehmer und frischgebackener Großvater vorgestellt. Sein Beitrag rückte Verantwortung gegenüber kommenden Generationen in den Vordergrund. Der zentrale Satz seiner Rede lautete, die Währung der Zukunft sei zweifellos Energie.

Martinek verwies darauf, dass Österreich Wind, Sonne und weitere Möglichkeiten habe, erneuerbare Energie zu nutzen. Die Rede ist damit weniger eine technische Energieanalyse als eine persönliche Zuspitzung: Energiepolitik wird aus der Perspektive eines Unternehmers und Großvaters erzählt. Genau diese Verbindung macht den Beitrag politisch anschlussfähig, weil sie wirtschaftliche Chancen, Klimapolitik und Generationenverantwortung zusammenführt.

Für Leser:innen ist dabei wichtig: Die Aussendung nennt keine detaillierten Ausbauzahlen oder konkrete Projekte. Sie zeigt aber, welches Argument im Saal platziert wurde. Die Energiewende wird nicht nur als staatliche Aufgabe beschrieben, sondern als Frage, welche Ressourcen Österreich nutzen will und welche Verantwortung heute gegenüber der nächsten Generation besteht.

Katrin Tiroch stellt Fairness und funktionierende Institutionen ins Zentrum

Katrin Tiroch, 45 Jahre alt, ehemalige Mitarbeiterin des Menschenrechtsbüros der Vereinten Nationen, sprach über Fairness, Institutionen und Verantwortung. Ihr Satz „Fairer statt schwerer bedeutet für mich ein Staat, der funktioniert“ fasst den politischen Kern ihres Beitrags zusammen.

Die Aussendung stellt Tirochs Rede als Appell dar, den schwierigeren, aber faireren Weg zu wählen. Das ist eine klassische politische Botschaft, wird hier aber über die Erfahrung einer Person vermittelt, die mit Menschenrechten und Institutionen verbunden war. Dadurch verschiebt sich die Perspektive: Es geht nicht nur um Parteipositionen, sondern um Vertrauen in staatliche Strukturen und um die Frage, wie Verantwortung praktisch übernommen wird.

In der Gesamtkomposition von „Deine Rede“ ergänzt Tiroch damit die beiden anderen Stimmen. Majdak spricht über Anerkennung und Versorgung, Martinek über Energie und Zukunft, Tiroch über Fairness und Institutionen. Gemeinsam entsteht ein Bild davon, welche Themen die Grünen beim Bundeskongress emotional und politisch verstärken wollten.

Warum das Format politisch interessant ist

Die Aussendung berichtet von Standing Ovations für die drei Reden. Das ist nicht nur ein Stimmungsbild, sondern zeigt, dass persönliche Erzählungen auf Parteitagen eine besondere Wirkung entfalten können. Sie übersetzen komplexe Themen in Erfahrungen, die Delegierte und Öffentlichkeit leichter greifen können.

Für Parteien ist diese Form der Beteiligung zugleich Chance und Risiko. Sie kann Nähe schaffen und politische Debatten öffnen. Sie kann aber nur dann glaubwürdig bleiben, wenn aus Zuhören auch nachvollziehbare politische Konsequenzen entstehen. Bei „Deine Rede“ bleibt daher die spannende Frage, wie die Impulse aus den Reden in Programmatik, Anträge oder konkrete politische Arbeit einfließen.

Die Grünen formulieren das Ziel klar: Gute Politik beginnt mit Zuhören. Der eigentliche Prüfstein liegt danach. Ob es bei einem starken Bühnenmoment bleibt oder ob die angesprochenen Themen in der Folge sichtbar weiterbearbeitet werden, lässt sich erst an späteren Entscheidungen und Initiativen messen.

ME/CFS, Energie und Fairness als Themenachsen

Die drei Reden decken unterschiedliche politische Felder ab, die für eine breite Öffentlichkeit relevant sind. ME/CFS betrifft Gesundheitsversorgung, Forschung, Schule, Arbeit und soziale Absicherung. Energiepolitik betrifft Klimaschutz, Infrastruktur, Kosten und Standortfragen. Fairness und funktionierende Institutionen betreffen Vertrauen in Demokratie, Verwaltung und Rechtsstaat.

Gerade diese Breite macht das Format für den Bundeskongress nützlich. Es erlaubt der Partei, mehrere Kernthemen nicht als Papierformel, sondern als persönliche Perspektive zu zeigen. Für die Leser:innen eines Artikels entsteht dadurch mehr Orientierung: Nicht nur „wer hat gesprochen“, sondern „welches gesellschaftliche Problem wurde sichtbar“ steht im Vordergrund.

FAQ zu „Deine Rede“ beim Grünen-Bundeskongress

Was ist „Deine Rede“?
„Deine Rede“ ist ein Format, bei dem Bürger:innen ihre Erfahrungen und Anliegen auf die Bühne des Grünen-Bundeskongresses bringen konnten. Laut Aussendung standen drei Personen vor mehreren hundert Delegierten und sprachen über Themen, die viele Menschen in Österreich betreffen.

Wer waren die drei Redner:innen?
Sarah Majdak aus Wien sprach über ME/CFS und Anerkennung von Erkrankten. Gerhard Martinek, Unternehmer und Großvater, sprach über Energie und Verantwortung gegenüber kommenden Generationen. Katrin Tiroch, ehemalige Mitarbeiterin des Menschenrechtsbüros der Vereinten Nationen, sprach über Fairness und funktionierende Institutionen.

Warum war ME/CFS ein Thema?
Sarah Majdak ist selbst betroffen und machte deutlich, dass ME keine gewöhnliche Müdigkeit ist. Das Gesundheitsportal Österreich beschreibt ME/CFS als Erkrankung mit starker Erschöpfung, Post-Exertional Malaise und möglichen Einschränkungen bis hin zu Behinderung oder Pflegebedürftigkeit.

Welche politische Botschaft steckt im Energiebeitrag?
Gerhard Martinek verband Energiewende mit Generationenverantwortung. Seine Botschaft war, dass Österreich vorhandene Möglichkeiten wie Wind und Sonne nutzen müsse. Die Aussendung nennt dazu keine konkreten Projekte, sondern stellt den Appell und die Perspektive des Redners in den Mittelpunkt.

Was bleibt nach dem Format offen?
Offen bleibt, welche konkreten politischen Schritte aus den Reden folgen. Das Format zeigt Bürgerstimmen und erzeugt Aufmerksamkeit. Ob daraus Anträge, Initiativen oder programmatische Entscheidungen entstehen, muss sich nach dem Bundeskongress zeigen.

Quellen und Kontakt

Grundlage ist die Presseaussendung der Grünen vom 31. Mai 2026. Weitere Informationen zum Parteitag bietet die offizielle Seite zum 48. Bundeskongress der Grünen. Fotos vom Bundeskongress sind im Flickr-Kanal der Grünen abrufbar. Medizinischen Hintergrund zu ME/CFS liefert das öffentliche Gesundheitsportal Österreichs: gesundheit.gv.at zu ME/CFS.

Schlagworte

#Grüne#Bundeskongress#Deine Rede#Sarah Majdak#ME/CFS#Energiewende#Graz#Gewessler#Zuhören

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