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Brennertransit: Sinnbild verfehlter Verkehrspolitik

29. Mai 2026
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Die geplante Demonstration am Brenner ist längst überfällig. Anrainer:innen leiden seit Jahren unter massivem Transitverkehr, schlechter Luftqualität, Lärm und den Folgen einer Verkehrspolitik, die notwendige Veränderungen verschleppt.

Die geplante Demonstration am Brenner ist längst überfällig. Anrainer:innen leiden seit Jahren unter massivem Transitverkehr, schlechter Luftqualität, Lärm und den Folgen einer Verkehrspolitik, die notwendige Veränderungen verschleppt.

Transitbelastung und Zahlen

Die Proteste machen deutlich: Der Brenner ist nicht nur ein regionales Problem, sondern ein Sinnbild verfehlter Verkehrs- und Klimapolitik in Österreich und Europa. So sind 2025 2,42 Mio Schwerlast LKWs über den Brenner gefahren; das entspricht 481 LKWs pro Stunde oder ein LKW alle 7 Sekunden, ohne Feiertage zu berücksichtigen.

Politische Prioritäten und Infrastruktur

Protect Our Winters kritisiert politische Prioritäten: Milliardenschwere Straßenprojekte würden weiterverfolgt, obwohl Expert:innen deren Nutzen teils massiv infrage stellen. Gleichzeitig werde bei klimafreundlicher Infrastruktur gespart. Kürzungen innerhalb der ÖBB hätten nicht nur gestrichene oder in die Länge gezogene Projekte zur Folge gehabt, sondern sogar die Schließung der eigenen Nachhaltigkeitsabteilung. Klimaschädliche Förderungen wie der Pendlereuro würden weiterhin ausgebaut.

Brennerbasistunnel, OECD-Prognosen und Stellungnahme

Der Brennerbasistunnel könnte ein wichtiger Schritt zur Entlastung Tirols und zur Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene sein. In der Praxis fehle es jedoch am politischen Willen für eine konsequente Umsetzung: Während Deutschland beim Bau des nördlichen Zulaufs weiterhin hinterherhinke, passe sich Österreich zunehmend diesem langsamen Tempo an.

Vor dem Hintergrund kürzlich veröffentlichter OECD-Prognosen, wonach Verkehr das Hauptproblem bei der Verfehlung der österreichischen Klimaziele sei, bezeichnet Protect Our Winters die Entwicklung als alarmierend. Chiara Pizzignacco, Projektleiterin bei POW, sagte dazu: „Die daraus entstehenden Zusatzkosten durch Strafzahlungen von mehreren Milliarden Euro sind im kommenden Budget, so weit wir wissen, nicht berücksichtigt und werden demnach noch sehr große Probleme verursachen. Klimaschädliche Subventionen im großen Stil zu kürzen wären daher zwei Fliegen mit einer Klatsche.“

Geforderte Maßnahmen

  • ein schrittweiser Abbau des Dieselprivilegs mit sozial ausgewogenen Ausgleichsmechanismen,
  • eine ökologisch gerechtere Gestaltung der Pendlerpauschale abhängig von Fahrzeuggröße und Emissionsklasse,
  • höhere Mautgebühren für Transitverkehr,
  • ein Stopp klimaschädlicher und ineffizienter Straßenbauprojekte,
  • sowie die Wiedereinführung wirksamer Lenkungsinstrumente wie der NoVA.

Saubere Luft, sauberes Wasser und lebenswerte Regionen dürften kein Luxus sein. Sie seien Grundvoraussetzungen für Gesundheit, Lebensqualität und eine zukunftsfähige Gesellschaft. Dafür brauche es eine durchdachte, nachhaltige und konsequente Verkehrspolitik.

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