Animal Equality protestiert gegen Industrieeinfluss in der EU
Tierschutzorganisation projiziert Protest auf EU-Kommissionsgebäude
Mit einer spektakulären Projektion in Brüssel macht Animal Equality auf den starken Einfluss der Agrarindustrie auf EU-Tierschutzpolitik aufmerksam.
Projektion auf Berlaymont-Gebäude
Die internationale Tierschutzorganisation Animal Equality hat am 14. April das Berlaymont-Gebäude der EU-Kommission in Brüssel mit einer eindrucksvollen Projektion beleuchtet. Die Aktion richtete sich gegen den starken Einfluss der Tierhaltungsindustrie auf die EU-Kommissare Olivér Várhelyi und Christophe Hansen.
"Factory Farm Headquarters" (Zentrale der Tierindustrie), "EU: stop serving the farming industry" (EU: Hört auf, der Agrarindustrie zu dienen) und "Ban cages and end male chicks killing" (Verbietet Käfige und beendet das Töten männlicher Küken) leuchteten auf dem Kommissionsgebäude. Zusätzlich waren die Gesichter der EU-Kommissare Olivér Várhelyi und Christophe Hansen sowie der Präsidentin Ursula von der Leyen zu sehen.
Datenanalyse zeigt Schieflage auf
Animal Equality hat 708 öffentliche Treffen aus dem EU-Transparenzregister zwischen Dezember 2024 und März 2026 ausgewertet. Das Ergebnis zeigt eine deutliche Schieflage:
- Treffen mit der Agrarindustrie zu Tierschutz: mindestens 46
- Treffen mit Tierschutzorganisationen: 7
- Verhältnis: 7:1 zugunsten der Industrie
- Erwähnung von "Käfig" oder "Kükentötung" in 708 Treffen: 0 Mal
Besonders bei Kommissar Várhelyi ist die Diskrepanz auffällig: Er und sein Kabinett trafen sich mindestens 40 Mal mit der Agrarindustrie zum Thema Tierschutz, aber nur viermal mit Tierschutzorganisationen - ein Verhältnis von 10:1.
Gebrochene Versprechen der EU-Kommission
2021 hatte die EU-Kommission nach der Europäischen Bürgerinitiative "End the Cage Age", die von 1,4 Millionen Bürgern unterstützt wurde, zugesagt, bis Ende 2023 einen Gesetzesvorschlag zum Ausstieg aus der Käfighaltung vorzulegen. Diese Frist verstrich ohne entsprechenden Vorschlag. Jährlich werden noch immer rund 300 Millionen Hühner, Schweine und andere Tiere in der EU in engen Käfigen gehalten.
Auch im Arbeitsprogramm 2026 der Kommission findet sich kein verbindlicher Vorschlag zur Verbesserung des Tierschutzes. Stattdessen kündigte die Kommission lediglich "nichtlegislative" Maßnahmen in einer "Livestock Strategy" an, blieb aber inhaltliche Klarstellungen schuldig.
Forderungen der Tierschützer
"Mit unserer Projektion auf den Sitz der Europäischen Kommission machen wir deutlich, was hinter verschlossenen Türen passiert: Die Kommission stellt Industrieinteressen über ihre eigenen Verpflichtungen", erklärt Vanessa Raith, Direktorin von Animal Equality Deutschland.
Animal Equality fordert von der EU-Kommission:
- Einen verbindlichen Zeitplan für einen Gesetzesvorschlag bis Ende 2026
- Bestätigung, dass der Vorschlag ein Verbot der Käfighaltung und der Kükentötung beinhalten wird
- Ausgewogenen institutionellen Zugang für Tierschutzorganisationen
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Grundlage: Presseaussendung von Animal Equality Germany e.V., verbreitet über APA-OTS. Originalfassung: www.ots.at
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