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93% der LKW missachten Tempolimits: Grüne gegen Nacht-60er-Aufweichung

Massive Regelverstöße bei Lkw-Geschwindigkeiten sorgen für Lärmprobleme

19. März 2026
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Neue Erhebung zeigt dramatische Missachtung der Tempolimits: LKW fahren nachts durchschnittlich 90 km/h statt erlaubter 60 km/h.

Eine aktuelle repräsentative Erhebung des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV) mit Unterstützung der ASFINAG im Auftrag der Arbeiterkammer offenbart ein alarmierendes Bild: Die geltenden Tempolimits für Lastkraftwagen werden in Österreich massiv missachtet. Besonders dramatisch ist die Situation in der Nacht, wo trotz des Tempolimits von 60 km/h durchschnittliche Geschwindigkeiten von fast 90 km/h gemessen wurden.

Erschreckende Zahlen zur Tempolimit-Einhaltung

Die Ergebnisse der Studie sind eindeutig: Bereits tagsüber werden die Lkw-Limits in bis zu 93 Prozent der Fälle nicht eingehalten. In der Nacht verschärft sich die Situation noch weiter. Obwohl seit Jahren ein Tempolimit von 60 km/h für Lastkraftwagen in den Nachtstunden gilt, zeigen die Messungen eine durchschnittliche Geschwindigkeit von fast 90 km/h.

Diese massiven Regelverstöße haben direkte Auswirkungen auf die Anrainer:innen entlang der Transitstrecken. Je höher die Geschwindigkeit der Fahrzeuge, desto größer wird die Lärmbelastung für die betroffenen Gemeinden und Bewohner:innen.

Grüne kritisieren Diskussion um Nacht-60er-Abschaffung

Angesichts dieser Zahlen üben die Grünen scharfe Kritik an Diskussionen über eine mögliche Aufweichung oder Abschaffung des nächtlichen 60 km/h-Limits für Lastkraftwagen. "Es ist völlig verantwortungslos, über eine Aufweichung des Nacht-60ers zu diskutieren, während sich in der Praxis fast niemand an das bestehende Tempolimit hält", sagt die Verkehrssprecherin der Grünen, Elisabeth Götze.

Götze warnt vor den Folgen einer solchen Politik: "Wer den Schutz für Anrainer:innen schwächen will, verschärft ein ohnehin massives Lärm- und Gesundheitsproblem weiter."

Tiroler Perspektive: Zehntausende leiden unter Lärm

Barbara Neßler, Tiroler Abgeordnete der Grünen, macht die Dimension des Problems deutlich: "Zehntausende Menschen leiden Nacht für Nacht massiv unter dem Lärm entlang der Transitstrecken."

Die Abgeordnete stellt einen direkten Zusammenhang zwischen Geschwindigkeit und Lärmbelastung her: "Klar ist: Je schneller die Lastkraftwagen fahren, umso mehr Lärm gibt es." Neßler kritisiert das Verhalten der Regierungsparteien: "Dass ÖVP und SPÖ einer Debatte über die Abschaffung oder Aufweichung des Lkw-Nacht-60ers nicht entschieden entgegentreten, ist ein völlig falsches Signal."

Forderung nach konsequenter Durchsetzung

Statt über eine Lockerung der bestehenden Regelungen zu diskutieren, fordern die Grünen eine konsequentere Durchsetzung der geltenden Tempolimits. "Statt den Schutz der Anrainer:innen infrage zu stellen, braucht es endlich konsequente Kontrollen und die wirksame Durchsetzung der geltenden Regeln", so Neßler.

Die Grünen machen in der öffentlichen Äußerung auf massive Regelverstöße und große Kontrolldefizite aufmerksam, insbesondere in den Nachtstunden.

Parlamentarischer Widerstand gegen Grünen-Antrag

Ein entsprechender Antrag der Grünen wurde von den Regierungsparteien vertagt. Aus Sicht der Grünen ist das ein völlig falsches Signal.

Ausblick und notwendige Maßnahmen

Die vorliegenden Erhebungsergebnisse unterstreichen, dass die Missachtung der Tempolimits für Lastkraftwagen ein drängendes Problem darstellt. Ohne konsequente Durchsetzung der bestehenden Regelungen bleibt der Schutz der Anrainer:innen unzureichend.

Schlagworte

#Verkehr#Tempolimits#LKW#Lärmschutz#Grüne#Tirol

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