Ein investigativer Bericht des Mediums „andererseits" erschüttert Österreich: Frauen mit Behinderungen werden auch heute noch gegen ihren Willen oder ohne echte Zustimmung sterilisiert. Die Anwälti
Ein investigativer Bericht des Mediums „andererseits" erschüttert Österreich: Frauen mit Behinderungen werden auch heute noch gegen ihren Willen oder ohne echte Zustimmung sterilisiert. Die Anwältin für Gleichbehandlungsfragen für Menschen mit Behinderungen, Christine Steger, schlägt Alarm und fordert sofortige Maßnahmen. Was in der Zweiten Republik als überwunden galt, geschieht offenbar weiterhin – ein Skandal, der die Grundfesten unserer Menschenrechte erschüttert.
Die heute veröffentlichte Recherche des Mediums „andererseits" bringt erschreckende Details ans Licht: Frauen mit Behinderungen werden in österreichischen Krankenhäusern und Betreuungseinrichtungen unter Druck gesetzt, sich sterilisieren zu lassen. Dabei handelt es sich um irreversible medizinische Eingriffe, die das Recht auf Familiengründung für immer zunichte machen.
Christine Steger, die als offizielle Anwältin für Gleichbehandlungsfragen fungiert, zeigt sich zutiefst besorgt: „Berichte über Sterilisationen gegen oder ohne den freien Willen der Personen sind zutiefst alarmierend. Sollte sich dies bestätigen, handelt es sich um schwerwiegende Eingriffe in grundlegende Menschenrechte."
Eine Sterilisation ist ein chirurgischer Eingriff, der die Fortpflanzungsfähigkeit dauerhaft unterbindet. Bei Frauen werden dabei die Eileiter durchtrennt oder verschlossen, wodurch eine Schwangerschaft unmöglich wird. Der Eingriff ist in der Regel nicht rückgängig zu machen und stellt daher einen massiven Eingriff in die körperliche Unversehrtheit dar. In Österreich ist eine Sterilisation grundsätzlich nur mit ausdrücklicher, schriftlicher Einwilligung der betroffenen Person erlaubt – nach einer Bedenkzeit von mindestens drei Monaten.
Zwangssterilisationen haben in Österreich eine düstere Geschichte. Während der NS-Zeit wurden Tausende Menschen mit Behinderungen im Rahmen der sogenannten „Rassenhygiene" zwangssterilisiert. Doch auch nach 1945 gingen diese Praktiken weiter – zunächst unter dem Deckmantel der „Eugenik