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Gesundheit

AK-Präsident Stangl: Gesundheitsversorgung in OÖ unzureichend

GÖG-Analyse für AK OÖ zeigt regionale Engpässe bei Kassenärzt:innen und wachsende Zahl an Wahlärzt:innen

9. Juni 2026
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Die GÖG-Auswertung im Auftrag der Arbeiterkammer Oberösterreich dokumentiert deutliche Unterschiede in der Versorgung auf Bezirksebene und macht konkrete Forderungen sichtbar.

Die Arbeiterkammer Oberösterreich (AK OÖ) legt eine von der Gesundheit Österreich GmbH (GÖG) erstellte Analyse zur Gesundheitsversorgung in Oberösterreich vor. Die Auswertung enthält erstmals datenbasierte Ergebnisse auf Bezirksebene sowie einen Bundesländervergleich und umfasst Zahlen sowohl für den niedergelassenen Bereich als auch für Krankenhäuser.

AK-Präsident Andreas Stangl kommentiert die Ergebnisse mit der Feststellung, dass „Oberösterreich hat in vielen Regionen massiven Aufholbedarf bei den Kassenarztstellen. Die Politik muss dringend handeln“. Die Auswertung liefert detaillierte Zahlen zur Ärztedichte, zur Verteilung von Vertrags- und Wahlärzt:innen sowie zu Unterschieden zwischen Statutarstädten und Bezirken.

Gesundheitsversorgung in Oberösterreich: Ergebnisse der GÖG-Analyse

Die GÖG-Auswertung nennt für das Jahr 2024 insgesamt 6.946 Ärztinnen und Ärzte in Oberösterreich. Dabei weist die Aussendung darauf hin, dass Doppelzählungen möglich sind, etwa wenn angestellte Spitalsärzt:innen zusätzlich als Wahlärzt:innen tätig sind.

Von den 6.946 Ärzt:innen waren 4.762 in einem Angestelltenverhältnis beschäftigt. Im niedergelassenen Bereich arbeiteten 2.768 Ärzt:innen; davon hatten 1.230 einen Kassenvertrag. Die Anzahl der Wahlärzt:innen im niedergelassenen Bereich lag laut Auswertung mittlerweile über jener der Kassenärzt:innen: 55,56 Prozent der niedergelassenen Ärzt:innen übten eine Wahlarzttätigkeit aus, teils nebenberuflich. Die Gruppe der reinen Wahlärzt:innen wuchs dabei von 674 auf 928 Personen, was in der Pressemitteilung mit einer Steigerung von 38 Prozent angegeben wird.

Weitere zentrale Zahlen nennen, dass es in Oberösterreich 1.596 niedergelassene Ärzt:innen mit Kassenvertrag gibt, was 104 Mediziner:innen je 100.000 Einwohner:innen entspricht. Im österreichweiten Vergleich liegt dieser Wert bei 112 je 100.000 Einwohner:innen; damit belegt Oberösterreich nach Darstellung der AK OÖ den letzten Platz unter den neun Bundesländern.

Regionale Unterschiede: Bezirke und Städte im Vergleich

Die Auswertung zeigt starke regionale Unterschiede. Die höchste Ärztedichte weist die Stadt Linz mit 140,3 Kassenärzt:innen und 274 Wahlärzt:innen je 100.000 Einwohner:innen auf, gefolgt von Wels mit 126,4 Kassenärzt:innen und 246,6 Wahlärzt:innen je 100.000 Einwohner:innen. Als Bezirke, die eine vergleichsweise gute Versorgung mit Kassenärzt:innen aufweisen, nennt die AK Rohrbach (104,2 Kassen- und 46,1 Wahlärzt:innen), Ried (113,1 Kassen- und 95,8 Wahlärzt:innen) und Kirchdorf (110 Kassen- und 62,6 Wahlärzt:innen).

Demgegenüber wird der Bezirk Braunau sowohl bei Kassenärzt:innen (78,2 je 100.000 Einwohner:innen) als auch bei Wahlärzt:innen (61) als schlecht ausgestattet bezeichnet. Im österreichweiten Bezirksranking belegt die Stadt Steyr als bester oberösterreichischer Bezirk Rang 13. Unter den Bezirken ohne Statutarstadt landet Ried auf Rang 50, während Braunau landesweit an letzter Stelle und österreichweit an 110. Stelle steht. Oberösterreich insgesamt liegt in dem Vergleich auf dem achten Platz der neun Bundesländer.

Forderungen der Arbeiterkammer Oberösterreich

  • Die offenen Kassenstellen müssen rasch nachbesetzt und die Primärversorgungszentren ausgebaut werden. Es muss ein Rechtsanspruch geschaffen werden, der die Versorgung durch eine:n Allgemeinmediziner:in sicherstellt.
  • Die Gesundheitslandesrätin und die ÖGK müssen die Verhandlungen über den Regionalen Strukturplan Gesundheit (RSG 2030) neu aufnehmen und dafür sorgen, dass es einen bedarfsgerechten Ausbau der Kassenarztstellen in Oberösterreich gibt. Zudem muss sich das Land Oberösterreich finanziell stärker bei Primärversorgungszentren und weiteren Gesundheitszentren beteiligen.
  • Es braucht einen Rechtsanspruch auf eine:n Kassenarzt/Kassenärztin.
  • Solange eine kassenärztliche Unterversorgung besteht, müssen die Versicherten den vollen Kassenarzttarif ersetzt bekommen, wenn sie zu einem Wahlarzt oder einer Wahlärztin ausweichen.
  • Die Arbeitnehmer:innen müssen als Versicherte in der ÖGK wieder die klare Mehrheit bekommen. Die Budgethoheit gehört zurück in die Verantwortung der Landesstellen. Es muss regional gewährleistet sein, dass die Beiträge der Versicherten dort verwaltet werden, wo sie arbeiten und leben.

Einordnung der präsentierten Zahlen

Die Auswertung unterscheidet die Ärztedichte nach Kassenärzt:innen und Wahlärzt:innen sowie nach Allgemeinmediziner:innen und Fachärzt:innen. Bei den Allgemeinmediziner:innen liegt Oberösterreich im Bundesländervergleich laut Aussendung an zweiter Stelle, bei den Wahlärzt:innen jedoch an achter Stelle. Bei den Fachärzt:innen steht das Bundesland österreichweit an siebenter Stelle, bei den Wahlärzt:innen an achter Stelle.

Die AK OÖ hebt hervor, dass bis auf die Statutarstädte die Bezirke im Österreichvergleich „weit abgeschlagen“ sind. Wahlärzt:innen sind ihrer Darstellung nach vor allem in den Städten stark vertreten, während die Bezirke Braunau, Schärding, Perg und Rohrbach im Bezirksranking die wenigsten Wahlärzt:innen aufweisen.

Begriffe und Institutionen erklärt

Gesundheit Österreich GmbH (GÖG)

Die GÖG wird in der Aussendung als die Institution genannt, die die Analyse der Gesundheitsversorgung im Auftrag der AK OÖ durchgeführt hat. Die Auswertung umfasst einen Bundesländervergleich und eine Aufschlüsselung auf Bezirksebene.

Kassenärzt:innen und Kassenvertrag

Als Kassenärzt:innen werden in der Meldung niedergelassene Ärzt:innen mit einem Kassenvertrag bezeichnet. Die Auswertung nennt die absolute Zahl der niedergelassenen Ärzt:innen mit Kassenvertrag sowie deren Verhältnis zur Gesamtbevölkerung in je 100.000 Einwohner:innen.

Wahlärzt:innen

Wahlärzt:innen werden in der Auswertung gegenüber Kassenärzt:innen gestellt. Die Pressemitteilung hebt hervor, dass die Zahl der Wahlärzt:innen im niedergelassenen Bereich mittlerweile höher ist als jene der Kassenärzt:innen und dass die Gruppe der reinen Wahlärzt:innen deutlich gewachsen ist.

Primärversorgungszentren

Primärversorgungszentren werden in den Forderungen der AK OÖ genannt. In der Aussendung verlangt die AK unter anderem einen Ausbau dieser Zentren und eine stärkere finanzielle Beteiligung des Landes Oberösterreich.

Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) und Regionaler Strukturplan Gesundheit (RSG 2030)

Die ÖGK und der Regionale Strukturplan Gesundheit (RSG 2030) werden in der Pressemitteilung im Zusammenhang mit Verhandlungen und der Forderung nach einem bedarfsgerechten Ausbau der Kassenarztstellen genannt. Die AK OÖ fordert, dass Gesundheitslandesrätin und ÖGK die Verhandlungen über den RSG 2030 neu aufnehmen.

Wesentliche Zahlen im Überblick

- Gesamtzahl Ärzt:innen in OÖ (2024): 6.946 (mit Hinweis auf mögliche Doppelzählungen).
- Ärzt:innen in Angestelltenverhältnis: 4.762.
- Niedergelassene Ärzt:innen insgesamt: 2.768; davon Kassenärzt:innen mit Kassenvertrag: 1.230.
- Anteil Niedergelassene mit Kassenvertrag (Dezember 2024): 48 Prozent in OÖ (Österreich: 43 Prozent).
- Kassenärzt:innen je 100.000 Einwohner:innen in OÖ: 104 (Österreich: 112).
- Zunahme der reinen Wahlärzt:innen: von 674 auf 928 (38 Prozent).

FAQ zur GÖG-Auswertung und den AK-Forderungen

Was hat die GÖG im Auftrag der AK OÖ untersucht?

Die GÖG hat laut Aussendung die Gesundheitsversorgung in Oberösterreich analysiert und dabei Zahlen im niedergelassenen Bereich sowie in den Krankenhäusern ausgewertet. Die Auswertung beinhaltet einen Bundesländervergleich und erstmals Ergebnisse auf Bezirksebene.

Wie viele Ärzt:innen gab es in Oberösterreich 2024?

Für 2024 nennt die Aussendung 6.946 Ärztinnen und Ärzte in Oberösterreich. Die Meldung weist darauf hin, dass Doppelzählungen möglich sind, zum Beispiel wenn Spitalsärzt:innen zusätzlich als Wahlärzt:innen tätig sind.

Worin besteht laut AK OÖ das Problem bei den Kassenärzt:innen?

Die AK OÖ stellt in der Meldung fest, dass Oberösterreich im Bundesländervergleich bei Kassenärzt:innen mit 104 Mediziner:innen je 100.000 Einwohner:innen den letzten Platz unter den neun Bundesländern belegt. Die AK zitiert AK-Präsident Andreas Stangl mit der Aussage, dass es in vielen Regionen massiven Aufholbedarf bei den Kassenarztstellen gebe.

Welche konkreten Maßnahmen fordert die AK OÖ?

Die AK OÖ fordert unter anderem die rasche Nachbesetzung offener Kassenstellen, den Ausbau von Primärversorgungszentren, die Wiederaufnahme der Verhandlungen über den Regionalen Strukturplan Gesundheit (RSG 2030) durch Gesundheitslandesrätin und ÖGK, einen Rechtsanspruch auf eine:n Kassenarzt/Kassenärztin sowie eine Rückverlagerung der Budgethoheit auf die Landesstellen.

Was sagt die Analyse zu regionalen Unterschieden?

Die Auswertung nennt erhebliche Unterschiede zwischen Städten und Bezirken: Linz und Wels weisen die höchste Ärztedichte auf, während Bezirke wie Braunau in der Aussendung als vergleichsweise schlecht ausgestattet bezeichnet werden. Die AK OÖ betont, dass Wahlärzt:innen vor allem in den Städten stark vertreten sind.

Wo finde ich die vollständigen Unterlagen zur Pressekonferenz?

Die Pressemitteilung verweist auf die ausführliche Pressekonferenzunterlage, die von der AK OÖ bereitgestellt wird. Diese Unterlage ist laut Aussendung unter folgender Adresse abrufbar: Pressekonferenzunterlage.

Quellen und Kontakt

Quelle der Daten und Zitate: Arbeiterkammer Oberösterreich, Auswertung der Gesundheit Österreich GmbH (GÖG). Weiterführende Unterlagen: Pressekonferenzunterlage (AK OÖ).

Kontakt Arbeiterkammer Oberösterreich: Mag. Michael Petermair, Telefon: +43 (0)664 88 28 19 31, E-Mail: michael.petermair [at] akooe.at. Impressum: https://ooe.arbeiterkammer.at/impressum.html.

Schlagworte

#Arbeiterkammer#Oberösterreich#Gesundheitsversorgung#Gesundheit#Kassenärzt:innen

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