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Zukunftstalk 2026: Zukunft der tierärztlichen Praxis

26. Mai 2026
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Am 28. Mai 2026 versammelt die Österreichische Tierärztekammer (ÖTK) in Wien Vertreterinnen und Vertreter aus Praxis, Wissenschaft und Politik zum „ÖTK-Zukunftstalk 2026“. Der jährliche Stakeholder...

Am 28. Mai 2026 versammelt die Österreichische Tierärztekammer (ÖTK) in Wien Vertreterinnen und Vertreter aus Praxis, Wissenschaft und Politik zum „ÖTK-Zukunftstalk 2026“. Der jährliche Stakeholder-Empfang feiert sein 10-jähriges Jubiläum und rückt Fragen in den Mittelpunkt, die für die tierärztliche Versorgung in ganz Österreich relevant sind. Das Programm im Technischen Museum Wien beleuchtet Ethik, Digitalisierung, Biosicherheit und generationelle Veränderungen im Beruf – Themen, die auch für Haustierhalter, landwirtschaftliche Betriebe und die Lebensmittelwirtschaft direkte Bedeutung haben.

ÖTK-Zukunftstalk 2026: Zukunft der tierärztlichen Praxis

Am Donnerstag, dem 28.05.2026, treffen Expertinnen und Experten aus dem In- und Ausland zusammen, um Perspektiven für die tierärztliche Praxis zu diskutieren. Veranstalter ist die Österreichische Tierärztekammer. Erwartet werden Beiträge zu künstlicher Intelligenz, Biosicherheit, Generationenforschung und einer KI-gestützten Zukunftsprognose zur tierärztlichen Versorgung in Österreich. Die Tagung adressiert damit Fragen, die unmittelbar auf den Berufsalltag von Tierärztinnen und Tierärzten sowie auf die Versorgungssicherheit der Bevölkerung einwirken können. Die Veranstaltung bietet Vorträge, Podiumsdiskussionen und eine abschließende Weinverkostung mit dem Weingut Thom Wachter aus dem Südburgenland.

Programm-Highlights und Beteiligte

  • Prof. Dr. Peter G. Kirchschläger: Ethik der künstlichen Intelligenz und digitale Transformation
  • Dr. Rüdiger Maas: Generationenforschung im Tierärzteberuf
  • DI Dr. René Heinzl („datAInsights“): KI-gestützte Zukunftsprognose zur tierärztlichen Versorgung
  • Prof. Dr. Jeroen Dewulf (Universität Gent): Biosicherheit auf landwirtschaftlichen Betrieben
  • Dr. Siegfried Moder und Dr. Ulrich Herzog: Praxisrelevante Fachdiskussionen

Das vollständige Programm und die Anmeldung sind auf der Website der Österreichischen Tierärztekammer verfügbar: ÖTK – Zukunftstalk 2026 (Programm-PDF).

Fachbegriffe verständlich: Was hinter zentralen Begriffen steckt

Biosicherheit

Biosicherheit bezeichnet Maßnahmen, Verfahren und organisatorische Vorkehrungen, die darauf abzielen, die Eintragung und Verbreitung von Krankheitserregern zu verhindern und Tiere sowie Menschen zu schützen. In der Praxis umfasst Biosicherheit bauliche Standards wie getrennte Stallbereiche, Hygieneschleusen und geregelte Besucherführung; organisatorische Maßnahmen wie Quarantäne neuer Tiere, Desinfektion und geeignete Entsorgung von biologischen Abfällen; sowie Schulungen für Personal zu Risikobewusstsein und richtigen Abläufen. Ziel ist es, Krankheitsausbrüche frühzeitig zu verhindern, Tiergesundheit zu sichern und wirtschaftliche Schäden für Betriebe zu minimieren. Auf landwirtschaftlichen Betrieben ist Biosicherheit zudem eng mit der Lebensmittelsicherheit verknüpft, weil tierische Produkte nur dann bedenkenlos in die Lebensmittelkette gelangen, wenn Tiergesundheit und Produktionsbedingungen kontrolliert sind.

Künstliche Intelligenz (KI) in der Veterinärmedizin

Als künstliche Intelligenz werden computerbasierte Systeme bezeichnet, die Daten auswerten, Muster erkennen und aus Erfahrung lernen können. In der Veterinärmedizin kann KI beispielsweise Bildauswertung bei radiologischen Befunden, elektronische Diagnostikunterstützung, Prognosemodelle für Krankheitsverläufe oder operative Terminplanung umfassen. Entscheidend ist, dass KI-Systeme keine eigenen Entscheidungen im ethischen Sinn fällen, sondern als Assistenzinstrument dienen: Sie bereiten Informationen auf, die Tierärztinnen und Tierärzten eine fundiertere Entscheidung ermöglichen können. Der Einsatz von KI wirft zugleich ethische und rechtliche Fragen auf – zum Beispiel zur Haftung, Transparenz von Algorithmen, Datenschutz sensibler Praxisdaten und zur Integration in die tierärztliche Berufsausübung.

Tierärztliche Versorgung

Unter tierärztlicher Versorgung versteht man das breite Spektrum an Vorsorge-, Diagnose-, Behandlungs- und Beratungsleistungen, die Tierärztinnen und Tierärzte für Haustiere, Nutztiere und in Teilen für Wildtiere erbringen. Dazu zählen Impfungen, Diagnostik, Therapie, chirurgische Eingriffe, Herdengesundheitsmanagement, Beratungen zur Tierhaltung sowie Beiträge zu Lebensmittelsicherheit und Seuchenschutz. Die Verfügbarkeit von Praxen, spezialisierter Versorgung, Notdiensten und präventiven Angeboten bestimmt, wie gut Tiergesundheit regional gewährleistet ist. Eine funktionierende tierärztliche Versorgung ist somit eine Schnittstelle zwischen Tierschutz, öffentlicher Gesundheit und ökonomischer Produktion in Landwirtschaft und Lebensmittelkette.

Historischer Kontext: Wie sich die Diskussion entwickelt hat

Der ÖTK-Zukunftstalk wird 2026 zum zehnten Mal veranstaltet – ein Anlass, den Wandel im Berufsbild und in der Branche zu reflektieren. In den zurückliegenden Jahren haben sich mehrere Trends herauskristallisiert: die zunehmende Bedeutung von Lebensmittelsicherheit und Seuchenprävention, die wachsende Rolle der digitalen Unterstützung im Praxisalltag, sowie Fragen nach Ausbildung und Nachwuchs. Tierärztinnen und Tierärzte sind traditionell Brückenbauer zwischen Veterinärmedizin, Landwirtschaft, Behörden und Verbraucherinnen und Verbrauchern. Mit der Intensivierung globaler Handelsströme, dem Klimawandel und neuen Technologien sind die Anforderungen komplexer geworden.

Gleichzeitig hat sich die Erwartungshaltung der Gesellschaft verändert: Kundinnen und Kunden verlangen mehr Transparenz, Qualitätsnachweis und Beratungskompetenz. Die Berufsausübung selbst hat in vielen Bereichen flexiblere Arbeitsmodelle, spezialisierte Versorgungsformen und neue Kommunikationsformen integriert. Veranstaltungen wie der Zukunftstalk bieten eine Plattform, um solche Entwicklungen interdisziplinär zu diskutieren, Standards zu hinterfragen und Kooperationsformen zwischen Praxis, Forschung und Behörden zu stärken.

Vergleich: Bundesländer, Deutschland und Schweiz

Innerhalb Österreichs unterscheiden sich Versorgungsstrukturen zwischen städtischen Zentren und ländlichen Regionen. In Ballungsräumen ist die Dichte von Kleintierpraxen in der Regel höher, während in ländlichen, landwirtschaftlich geprägten Regionen der Schwerpunkt auf Nutztiermedizin und Herdengesundheit liegt. Diese regionale Differenz beeinflusst Ausbildungsschwerpunkte, Angebot an Spezialisten und Erreichbarkeit von Notdiensten. Zudem variieren Unterstützungsstrukturen und Förderungen auf Landesebene – ein Umstand, der es regionalen Akteurinnen und Akteuren erlaubt, spezifische Lösungen zu entwickeln.

Im Vergleich zu Deutschland spielt in der Schweiz die Struktur der Tierbestände und die Organisation des Gesundheitsdienstes eine Rolle: Die Schweiz hat eigene Regularien, Ausbildungspflichten und oft andere Betriebsgrößen, was sich auf die Ausrichtung der tierärztlichen Versorgung auswirkt. Deutschland wiederum ist in vielen Bereichen Vorbild bei der Vernetzung von Forschung, Praxis und Großbetrieben; gleichzeitig stellen dort großflächige ländliche Regionen ähnliche Herausforderungen dar wie in Österreich. Der Austausch über Grenzen hinweg – etwa zu Biosicherheitsstandards oder digitalen Tools – bietet beiden Seiten Lernpotenzial und kann zur Harmonisierung bewährter Praktiken beitragen.

Bürger-Impact: Konkrete Auswirkungen und Beispiele

Die Ergebnisse und Diskussionen des Zukunftstalks sind nicht nur berufspolitisch relevant, sondern greifen direkt in den Alltag von Tierhalterinnen und Tierhaltern sowie in die Lebensmittelversorgung ein. Drei konkrete Beispiele zeigen typische Wirkungen:

  • Haus- und Nutztierbesitzerinnen: Verbesserte digitale Diagnostik und telemedizinische Angebote können in ländlichen Regionen zu schnelleren Erstbewertungen führen. Das heißt: Bei unklaren Symptomen kann eine erste Einschätzung durch Telekonsultation erfolgen, wodurch unnötige Anfahrten reduziert und schneller entschieden werden kann, ob ein persönlicher Besuch notwendig ist.
  • Landwirtschaftliche Betriebe: Höhere Biosicherheitsstandards, die beispielsweise durch praxisnahe Checklisten oder Schulungsangebote eingeführt werden, können Ausbrüche verhindern und so Produktionsausfälle vermeiden. Für Betriebe bedeutet das geringere wirtschaftliche Risiken und eine stärkere Verlässlichkeit in der Tiergesundheitsvorsorge.
  • Verbraucherinnen und Verbraucher: Präventive Maßnahmen und eine engere Verzahnung von Veterinärmedizin und Lebensmittelkontrolle tragen dazu bei, dass tierische Produkte sicherer in die Lebensmittelkette gelangen. Für Konsumenten heißt das ein geringeres Risiko von übertragbaren Erkrankungen und mehr Transparenz entlang der Produktionskette.

All diese Beispiele zeigen: Politische Entscheidungen, technologische Entwicklungen und Praxisorganisation schlagen direkt auf die Versorgungssicherheit und das Vertrauen der Bevölkerung durch.

Zahlen & Fakten aus der Veranstaltung

Aus dem vorliegenden Veranstaltungsprogramm lassen sich konkrete Fakten ableiten: Der ÖTK-Zukunftstalk 2026 findet am 28. Mai 2026 ab 16:00 Uhr im Technischen Museum Wien (Mariahilfer Straße 212, 1140 Wien) statt. Die Veranstaltung feiert ihr 10-jähriges Jubiläum und bringt nationale wie internationale Expertinnen und Experten zusammen, unter anderem mit Beiträgen von EFSA-Vertreterinnen bzw. einer Grußbotschaft von Dr. Nikolaus Kriz. Ein Programmpunkt ist die Präsentation einer KI-gestützten Zukunftsprognose zur tierärztlichen Versorgung in Österreich durch DI Dr. René Heinzl („datAInsights“).

Weitere sachliche Hinweise: Die Österreichische Tierärztekammer bietet zusätzliche Informationen und das detaillierte Programm online an: www.tieraerztekammer.at und direkt zum Veranstaltungsprogramm: Programm-PDF. Für Medienanfragen steht Mag. Silvia Stefan-Gromen zur Verfügung ([email protected], Tel. 01/512 17 66 - 41).

Zukunftsperspektive: Was bedeutet das für die nächsten Jahre?

Vor dem Hintergrund des Zukunftstalks lassen sich mehrere mögliche Entwicklungen skizzieren. Erstens dürfte die Integration digitaler Werkzeuge wie KI-gestützter Diagnoseunterstützung zunehmen – nicht als Ersatz für tierärztliche Kompetenz, sondern als Ergänzung im Sinne von Assistenzsystemen, effizienter Datenauswertung und vorausschauender Planung. Diese Technologien können dabei helfen, Ressourcen zielgerichteter einzusetzen, Wartezeiten zu reduzieren und präventive Strategien zu optimieren.

Zweitens ist mit einer verstärkten Fokussierung auf Biosicherheit zu rechnen. Globale Gesundheitsrisiken und lokale Seuchengefahr machen koordinierte Präventionsmaßnahmen notwendig; hier können standardisierte Instrumente und grenzüberschreitender Austausch die Resilienz erhöhen. Drittens wird die Frage des Nachwuchses und der Generationenwandel im Beruf entscheidend bleiben: Attraktive Arbeitsbedingungen, Weiterbildungsangebote und Karrierepfade sind nötig, um den Berufsstand nachhaltig zu sichern. Politische Rahmenbedingungen, Förderinstrumente und die Zusammenarbeit von Ausbildungsinstitutionen mit Praxis und Wirtschaft werden daran großen Anteil haben.

Insgesamt zeichnet sich ab, dass multidisziplinäre Zusammenarbeit – zwischen Tierärzteschaft, Behörden, Forschung und Landwirtschaft – ein zentraler Erfolgsfaktor sein wird. Der ÖTK-Zukunftstalk fungiert in diesem Kontext als Diskussionsplattform, um solche Kooperationen zu initiieren und die Weichen für die kommenden Jahre zu stellen.

Weiterführende Informationen und Hinweise

Interessierte finden das detaillierte Programm und die Anmeldemöglichkeit auf der Website der Österreichischen Tierärztekammer: ÖTK – Zukunftstalk 2026 (Programm-PDF). Kontakt für Medien und Rückfragen: Mag. Silvia Stefan-Gromen ([email protected], Tel. 01/512 17 66 - 41).

Lesen Sie auch weitere Beiträge zu verwandten Themen auf pressefeuer.at: Tierärztliche Versorgung in Österreich, Lebensmittelsicherheit und Veterinärmedizin und KI in der Tiermedizin.

Fazit

Der ÖTK-Zukunftstalk 2026 bringt am 28. Mai 2026 zentrale Akteurinnen und Akteure der Veterinärbranche zusammen, um ethische, technologische und versorgungsrelevante Fragen zu diskutieren. Die Kombination aus nationalen Debatten und internationalen Fachbeiträgen bietet eine Chance, konkrete Maßnahmen für eine resilientere, digital unterstützte und gesellschaftlich verankerte tierärztliche Versorgung in Österreich zu entwickeln. Bleibt die Frage an die Leserinnen und Leser: Welche Themen sollten aus Ihrer Sicht ganz oben auf der Agenda der Veterinärbranche stehen?

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