Zehetner empfängt griechische Ministerin bei Festspielen
Gemeinsamer Besuch der Salzburger Festspiele und bilaterale Gespräche zu Fachkräften, Ganzjahrestourismus und Einheimischentarifen
Tourismus-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner empfängt Olga Kefalogianni in Salzburg; Themen sind Arbeitsmarkt, Ganzjahrestourismus, Nachhaltigkeit und EURES.
Tourismus-Staatssekretär Elisabeth Zehetner empfing die griechische Tourismusministerin Olga Kefalogianni in Salzburg und besuchte mit ihr die Salzburger Festspiele. Im Vorfeld und im Anschluss an die Aufführung standen bilaterale Arbeitsgespräche zwischen Österreich und Griechenland auf dem Programm.
Fokus: Arbeitsmarkt, Ganzjahrestourismus und nachhaltige Destinationen
Nach Angaben des Bundesministeriums für Wirtschaft, Energie und Tourismus lagen die Gesprächsthemen vor allem auf dem Arbeitsmarkt und der Fachkräftesicherung, dem Ganzjahrestourismus, der nachhaltigen Entwicklung von Destinationen, dem Bergtourismus sowie der touristischen Aus- und Weiterbildung. Diese Punkte bildeten laut Aussendung den inhaltlichen Mittelpunkt der bilateralen Beratungen.
Die beiden Regierungsvertreter diskutierten demnach sowohl fachliche Themen wie Tourismusstatistik und Nachhaltigkeitsindikatoren als auch konkrete Bereiche des Austauschs, etwa Destinationsmanagement, Digitalisierung, Innovation und Produktentwicklung.
Memorandum of Understanding von September 2022 als Grundlage
Als Grundlage der Zusammenarbeit nennt die Aussendung das im September 2022 unterzeichnete Memorandum of Understanding zwischen dem österreichischen Wirtschaftsministerium und dem griechischen Tourismusministerium. Dieses Memorandum umfasse unter anderem den Austausch zu Destinationsmanagement, Tourismusstatistik, Digitalisierung, Innovation, Produktentwicklung, Ganzjahrestourismus sowie zur touristischen Aus- und Weiterbildung und Arbeitsvermittlung.
Tourismus-Staatssekretärin Zehetner wird in der Mitteilung mit den Worten zitiert: „Gute bilaterale Beziehungen dürfen nicht bei freundlichen Gesprächen stehen bleiben. Unser Ziel sind konkrete Projekte, die den Betrieben, den Beschäftigten und den Regionen etwas bringen. Genau daran wollen wir mit Griechenland weiterarbeiten.“
Salzburger Festspiele als Rahmen für Gespräche
Die Salzburger Festspiele wurden in der Aussendung als bewusst gewählter Rahmen für den Besuch bezeichnet. Die Festspiele gelten demnach als eines der weltweit bedeutendsten Kulturfestivals und stünden für internationale Strahlkraft, touristische Qualität und hohe wirtschaftliche Wertschöpfung.
In der Mitteilung heißt es weiter, die Festspiele zögen Gäste aus aller Welt nach Salzburg und setzten wichtige Impulse für Hotellerie, Gastronomie, Handel und zahlreiche regionale Betriebe. Zur Bedeutung der Festspiele wird Zehetner so zitiert: „Die Salzburger Festspiele sind weit mehr als ein kulturelles Aushängeschild. Sie sind ein starker Wirtschaftsfaktor und ein internationales Schaufenster für Österreich. Kultur schafft Aufmerksamkeit, verlängert Aufenthalte und bringt Wertschöpfung in die Regionen. Genau diese Verbindung macht unseren Tourismusstandort so erfolgreich.“
Ökonomische Zahlen zu den Salzburger Festspielen
Die Aussendung verweist auf eine Wertschöpfungsanalyse der Wirtschaftskammer Salzburg. Nach dieser Analyse generierten die Salzburger Festspiele jährlich rund 250 Millionen Euro an Wertschöpfung in Österreich, davon knapp 200 Millionen Euro in Salzburg. Mit den Festspielen sind demnach knapp 3.000 Arbeitsplätze sowie rund 96 Millionen Euro an Steuern und Abgaben verbunden.
Besonders profitierten laut Mitteilung Hotellerie, Gastronomie, Handel, Verkehr und zahlreiche regionale Dienstleistungsbetriebe. Die Festspiele werden damit in der Aussendung als Beispiel dafür angeführt, wie kulturelle Spitzenleistungen internationale Gäste anziehen und Wertschöpfung über die Aufführungen hinaus schaffen.
Kooperation bei Ganzjahrestourismus und Bergtourismus
Laut Aussendung zeigte Griechenland besonderes Interesse an österreichischen Erfahrungen im Bergtourismus. Österreich kann demnach Wissen zur Entwicklung ganzjähriger Angebote, zur Sicherheit am Berg, zu Wanderwegen und touristischer Infrastruktur sowie zu nachhaltiger Mobilität einbringen.
Gleichzeitig wolle Österreich von griechischen Erfahrungen bei Agrotourismus, Gastronomie, barrierefreiem Tourismus und regionalen Beobachtungsstellen für nachhaltige Tourismusentwicklung lernen. Zur Bedeutung des Ganzjahrestourismus wird Zehetner in der Mitteilung so zitiert: „Ganzjahrestourismus bedeutet mehr Planungssicherheit für Betriebe, stabilere Arbeitsplätze und mehr Wertschöpfung in den Regionen. Es geht nicht darum, überall immer mehr Gäste zu haben. Es geht darum, Angebote intelligent weiterzuentwickeln, Saisonen zu verlängern und vorhandene Infrastruktur besser zu nutzen.“
Einheimischentarife und europäischer Diskurs
Ein weiterer Punkt des bilateralen Austauschs sind Einheimischentarife für Kultur-, Sport- und Freizeitangebote. Die Aussendung erklärt, Österreich setze sich auf europäischer Ebene dafür ein, Destinationen unter bestimmten Voraussetzungen mehr Spielraum für Vergünstigungen für die lokale Bevölkerung zu ermöglichen.
Demnach wurde im Mai auf österreichische Initiative eine entsprechende Passage in die Schlussfolgerungen des EU-Wettbewerbsfähigkeitsrates zum Tourismus aufgenommen. Dort werde die Europäische Kommission aufgefordert, Möglichkeiten für einen erleichterten Zugang der Bevölkerung zu Sport-, Kultur- und Freizeitangeboten in touristischen Destinationen zu prüfen. Zehetner wird dazu zitiert: „Tourismus funktioniert nur gemeinsam mit den Menschen, die in den Regionen leben. Wer die Akzeptanz stärken will, muss auch die Interessen der Bevölkerung ernst nehmen. Deshalb kämpfen wir auf europäischer Ebene für mehr Spielraum bei Einheimischentarifen.“
Koordination in internationalen Gremien und UN Tourism
Die Aussendung nennt außerdem, dass Österreich und Griechenland ihre Zusammenarbeit in internationalen Organisationen wie UN Tourism weiter vertiefen wollen. Zehetner und Kefalogianni seien zuletzt im November bei der Generalversammlung von UN Tourism in Riad zusammengetroffen, heißt es in der Mitteilung.
In der Aussendung lautet ein zusammenfassender Satz von Zehetner: „Viele zentrale Fragen des Tourismus lassen sich nicht mehr national lösen. Fachkräfte, Nachhaltigkeit, Digitalisierung und die Akzeptanz in den Destinationen sind europäische Aufgaben. Österreich wird sich dabei weiterhin aktiv einbringen und gemeinsam mit starken Partnern wie Griechenland konkrete Lösungen vorantreiben.“
Das neue EURES-Vermittlungssystem des Arbeitsmarktservice
Ein besonderer Schwerpunkt der Gespräche lag auf der Zusammenarbeit am Arbeitsmarkt. Die Mitteilung nennt für das Jahr 2025 rund 2.000 Personen aus Griechenland, die in Österreich in Beherbergung und Gastronomie beschäftigt waren. Dieses Potenzial solle laut Aussendung künftig durch eine engere Zusammenarbeit der Arbeitsmarktservices und durch eine bessere Nutzung des europäischen EURES-Netzwerks weiter ausgebaut werden.
Das Arbeitsmarktservice habe im Rahmen von EURES ein neues digitales Vermittlungssystem entwickelt. Die Plattform vernetze Bewerber und Bewerberinnen, Unternehmen und Arbeitsmarktservices und ermögliche eine strukturierte Erfassung von offenen Stellen, Qualifikationen und Vermittlungsprozessen. Zum Einsatz kämen laut Mitteilung unter anderem eine KI-gestützte Suche, vergleichbare Kompetenzprofile und eine regionale Darstellung des Arbeitskräftebedarfs. Erste Pilotprojekte mit Griechenland und Zypern seien bereits für Sommer und Herbst vorgesehen; für die Wintersaison 2026/27 solle unter anderem eine Rekrutierungsveranstaltung in Griechenland vorbereitet werden.
Memorandum of Understanding (September 2022) erklärt
Das im September 2022 geschlossene Memorandum of Understanding zwischen dem österreichischen Wirtschaftsministerium und dem griechischen Tourismusministerium ist laut Mitteilung formelle Grundlage für den bilateralen Austausch. Es decke verschiedene Themenfelder ab, darunter Destinationsmanagement, Tourismusstatistik, Digitalisierung, Innovation, Produktentwicklung, Ganzjahrestourismus sowie touristische Aus- und Weiterbildung und Arbeitsvermittlung.
Die Aussendung betont, dass Bilanz und nächste Schritte nicht bei allgemeinen Gesprächen bleiben sollen, sondern konkrete Projekte angestrebt werden, die Betrieben, Beschäftigten und Regionen zugutekommen.
Begriffe und Institutionen kurz erklärt
EURES
EURES ist in der Mitteilung das europäische Netzwerk, das für die Zusammenarbeit der Arbeitsmarktservices genannt wird. Laut Aussendung wurde im Rahmen von EURES ein neues digitales Vermittlungssystem entwickelt, das Bewerber, Unternehmen und Arbeitsmarktservices vernetzt.
Memorandum of Understanding
Das Memorandum of Understanding von September 2022 ist eine bilaterale Vereinbarung zwischen dem österreichischen Wirtschaftsministerium und dem griechischen Tourismusministerium. Es benennt Themenfelder für den Austausch wie Destinationsmanagement, Digitalisierung und Arbeitsvermittlung.
Ganzjahrestourismus
In der Aussendung wird Ganzjahrestourismus als Thema verstanden, das die Verlängerung der Saison und die Entwicklung ganzjähriger Angebote umfasst. Er wird mit Fragen der Planungssicherheit für Betriebe, der Stabilität von Arbeitsplätzen und der regionalen Wertschöpfung verknüpft.
Destinationsmanagement
Destinationsmanagement wird in der Mitteilung als Teil des fachlichen Austauschs genannt. Es umfasst demnach Aspekte wie touristische Infrastruktur, Sicherheit am Berg und die Entwicklung von Angeboten über die klassische Saison hinaus.
Einheimischentarife
Einheimischentarife sind laut Aussendung Vergünstigungen für die lokale Bevölkerung bei Kultur-, Sport- und Freizeitangeboten. Österreich setzt sich demnach auf EU-Ebene für mehr Spielraum bei solchen Tarifen unter bestimmten Voraussetzungen ein.
FAQ zu Gesprächen zwischen Österreich und Griechenland
Wer traf sich in Salzburg?
Tourismus-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner empfing die griechische Tourismusministerin Olga Kefalogianni in Salzburg. Beide besuchten gemeinsam die Salzburger Festspiele und führten bilaterale Arbeitsgespräche.
Welche Hauptthemen wurden genannt?
Die Mitteilung nennt Arbeitsmarkt und Fachkräftesicherung, Ganzjahrestourismus, nachhaltige Entwicklung von Destinationen, Bergtourismus sowie touristische Aus- und Weiterbildung als Schwerpunkte der Gespräche.
Auf welcher Grundlage arbeiten die Länder zusammen?
Als Grundlage wird das im September 2022 unterzeichnete Memorandum of Understanding zwischen dem österreichischen Wirtschaftsministerium und dem griechischen Tourismusministerium genannt. Dieses umfasst verschiedene Austauschbereiche, unter anderem Destinationsmanagement und Arbeitsvermittlung.
Welche Zahlen werden zu den Salzburger Festspielen genannt?
Der Aussendung zufolge generieren die Salzburger Festspiele jährlich rund 250 Millionen Euro an Wertschöpfung in Österreich, davon knapp 200 Millionen Euro in Salzburg. Mit den Festspielen seien zudem knapp 3.000 Arbeitsplätze sowie rund 96 Millionen Euro an Steuern und Abgaben verbunden.
Was ist über das EURES-Projekt bekannt?
Das Arbeitsmarktservice habe im Rahmen von EURES ein neues digitales Vermittlungssystem entwickelt. Die Plattform biete laut Mitteilung eine KI-gestützte Suche, vergleichbare Kompetenzprofile und eine regionale Darstellung des Arbeitskräftebedarfs; erste Pilotprojekte mit Griechenland und Zypern seien für Sommer und Herbst geplant.
Welche konkreten Schritte sind für die Wintersaison genannt?
In der Aussendung heißt es, für die Wintersaison 2026/27 solle unter anderem eine Rekrutierungsveranstaltung in Griechenland vorbereitet werden. Zudem wird genannt, dass Pilotprojekte mit Griechenland und Zypern bereits vorgesehen sind.
Quellen und Kontakt
Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus (Aussendung). Kontakt: Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus, E-Mail: presseabteilung[at]bmwet.gv.at
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