Ein jahrelang belastendes Problem für Anwohner von Windparks gehört ab sofort der Vergangenheit an: Das nächtliche Dauerblinken roter Warnlichter an Windkraftanlagen hat im Burgenland ein Ende. Als...
Ein jahrelang belastendes Problem für Anwohner von Windparks gehört ab sofort der Vergangenheit an: Das nächtliche Dauerblinken roter Warnlichter an Windkraftanlagen hat im Burgenland ein Ende. Als erster Windkraftbetreiber in Österreich setzt Burgenland Energie gemeinsam mit Austro Control die bedarfsgerechte Nachtkennzeichnung (BNK) ein. Burgenland Energie nimmt die BNK für 38 Windanlagen in Andau in Betrieb. Weitere Windparks in Neusiedl/Weiden und Parndorf sind bereits zur Umrüstung in Genehmigung und werden demnächst folgen. Bis 2027 plant die Burgenland Energie bei allen Windrädern diese Umstellung vorzunehmen.
Ermöglicht wird die BNK durch eine Lösung von Austro Control. Auf Basis verfügbarer Informationen wie Radar- und Flugplandaten stellt das System fest, ob sich Flugzeuge in der Nähe von Windrädern befinden. Das System definiert dabei einen Schutzbereich mit einem Abstand von mindestens 8 km zum Hindernis, begrenzt durch eine Höhe von mindestens 600 Metern über dem höchsten Punkt des Hindernisses. Befindet sich ein Flugzeug in diesem Schutzbereich, wird die Beleuchtung aktiviert, andernfalls bleibt die Anlage dunkel. Besonderes Augenmerk wurde auf die Sicherheit von Rettungs- und Einsatzflügen gelegt, die über die Möglichkeit einer Fernaktivierung verfügen und im Bedarfsfall die Beleuchtung über die jeweilige Leitstelle einschalten können.
Das Projekt wurde nach einer mehrmonatigen Testphase und nach Schaffung der rechtlichen Rahmenbedingungen in den Regelbetrieb überführt. Die Umsetzung erfolgte nach erfolgreichen Tests, den notwendigen gesetzlichen Anpassungen sowie den erforderlichen Genehmigungen.
Für Gemeinden mit Windparks wird die bedarfsgerechte Nachtkennzeichnung eine spürbare Verbesserung bringen. Das OTS nennt, dass die nächtlichen Blinklichter dadurch in bis zu 90 Prozent der Nachtzeit ausgeschaltet bleiben können.
Besonderes Augenmerk wurde auf die Sicherheit von Rettungs- und Einsatzflügen gelegt: Diese verfügen über die Möglichkeit einer Fernaktivierung und können im Bedarfsfall die Beleuchtung über die jeweilige Leitstelle einschalten.
Die Burgenland Energie plant, die Umstellung bis 2027 bei allen ihren Windrädern vorzunehmen. Weitere Windparks sind bereits in Genehmigung und sollen demnächst folgen.
Zitate aus dem OTS:
„Mit der bedarfsgerechten Nachtkennzeichnung zeigen wir, wie technologische Innovation und Rücksichtnahme Hand in Hand gehen können. Die Reduktion der nächtlichen Lichtsignale stärkt die Akzeptanz von Windkraftanlagen in der Bevölkerung und unterstützt zugleich den konsequenten Ausbau der erneuerbaren Energien. Dieses System ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie Erfindergeist den Menschen zugutekommen kann“, sagt Peter Hanke, Bundesminister für Innovation, Mobilität und Infrastruktur.
„Wir setzen damit ein starkes Zeichen für unser Bundesland: Die Menschen im Burgenland sollen von Windrädern und eigener Energieerzeugung direkt profitieren. ... So reduzieren wir belastendes Dauerlicht für unsere Gemeinden und stärken gleichzeitig eine sichere und nachhaltige Energiewende“, sagt Hans Peter Doskozil, Landeshauptmann des Burgenlandes.
„Das ist heute ein Meilenstein für den Seewinkel und das ganze Burgenland. Mit dem Ende des nächtlichen Dauerblinkens beginnt endlich der Anfang vom Ende des rot blinkenden Lichtermeers. Für die Anrainerinnen und Anrainer bedeutet das spürbar mehr Lebensqualität – ein ganz wesentlicher Schritt, um die Akzeptanz für Windkraft weiter zu stärken. Gleichzeitig ist klar: Die Sicherheit bleibt jederzeit voll gewährleistet“, sagt Anja Haider-Wallner, Landeshauptmann-Stellvertreterin.
„Für Austro Control hat die Sicherheit der Luftfahrt oberste Priorität. Mit der Entwicklung unseres innovativen Systems zur bedarfsgerechten Nachtkennzeichnung verbinden wir höchste Sicherheitsstandards mit einer deutlichen Verringerung der Lichtbelastung für die Bevölkerung“, sagt Austro Control Geschäftsführer Philipp Piber. Austro Control Geschäftsführerin Elisabeth Landrichter: „Mit der Umsetzung dieses Projekts ist es gelungen, dass Hindernisbefeuerungen nur dann aktiviert werden, wenn ein Flugzeug in der Nähe ist und somit Sicherheit und auch Umweltschutz optimal vereint sind.“
„Unser Anspruch als größter Windanlagenbetreiber Österreichs ist es, Vorreiter zu sein. ... Das Projekt ‚Nachtlicht Aus für Windräder‘ konnte nun nach vier Jahren Projektlaufzeit mit vielen technischen Tests, neuer Infrarot-Lichter, neuer Gesetze und Genehmigungen abgeschlossen werden. Auf rund 150 Meter Höhe sind Infrarot-Lichter und Windpark-Rechner installiert worden. Damt schalten sich die Lichter nur ein, wenn sich ein Flugzeug oder Hubschrauber nähert. Wir machen die Windräder unsichtbar – nicht durch einen Zaubertrick, sondern durch Innovation“, so Stephan Sharma, CEO der Burgenland Energie. „Mit dieser Innovation heben wir die Windkraft in eine neue Dimension für die österreichische Energieversorgung. Damit geben wir eine weitere Antwort auf die Energiekrise. Wind ist unsere österreichische Energiequelle. Gerade im Herbst/Winter und in der Nacht liefert die Windkraft Strom für Österreich und macht uns unabhängig vom Ausland. Genau dann, wenn die Windanlagen am meisten Strom erzeugen, machen wir sie nun zur unsichtbaren Stromerzeugung Österreichs.“
Rückfragehinweis:
Austro Control
Mag. Markus Pohanka
Telefon: +43 51703 9100 | E-Mail: [email protected]