PRESSEFEUER
StartseiteFeaturesPreiseTools
Zurück zum Newsroom
LH-Vorsitz Mattle/Gesundheit/Innenpolitik

WIFO-Studie: Reformbedarf im Gesundheitswesen Österreichs

23. Mai 2026
Teilen:

Am Mittwoch, dem 27. Mai 2026, präsentiert Tirols Landeshauptmann Anton Mattle gemeinsam mit WIFO-ExpertInnen in Wien eine Studie, die das österreichische Gesundheitssystem in seiner Struktur und a...

Am Mittwoch, dem 27. Mai 2026, präsentiert Tirols Landeshauptmann Anton Mattle gemeinsam mit WIFO-ExpertInnen in Wien eine Studie, die das österreichische Gesundheitssystem in seiner Struktur und an den Schnittstellen zwischen ambulanter und stationärer Versorgung neu bewertet. Die Einladung zur öffentlichen Präsentation im Helene-Lieser-Saal des WIFO (Arsenal, Objekt 20, 1030 Wien) markiert einen Punkt aktueller Debatten über Budgetdruck und Governance. Die Analyse richtet sich insbesondere an Entscheidungsträger auf Bundes-, Landes- und Gemeindeebene sowie an GesundheitspolitikerInnen, Kostenträger und die interessierte Öffentlichkeit in Österreich. MedienvertreterInnen sind gebeten, sich vorab per E-Mail an [email protected] zu akkreditieren. Der Termin am 27. Mai 2026 unterstreicht die Dringlichkeit, praktikable Reformoptionen zu diskutieren, ohne vorab konkrete politische Entscheidungen zu suggerieren.

WIFO-Studie zum österreichischen Gesundheitssystem: Fragestellung und Kontext

Die von der Landesfinanzreferenten-Konferenz in Auftrag gegebene Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WIFO) fokussiert auf „Struktur- und Schnittstellenprobleme im österreichischen Gesundheitssystem“. Kerngedanke ist, dass die derzeitigen Finanzierungs- und Verantwortungsstrukturen Anreize erzeugen, stationäre Kapazitäten stärker zu nutzen als ambulante Versorgungsangebote. Diese Hypothese wird empirisch an der Schnittstelle zwischen extra- und intramuraler Versorgung geprüft. Die Studie zielt darauf ab, Governance-Probleme, Fehlsteuerungen und mögliche Ineffizienzen zu identifizieren und so eine evidenzbasierte Grundlage für organisatorische und finanzielle Reformdiskussionen zu liefern. Die Veranstaltung mit LH Anton Mattle sowie den WIFO-ExpertInnen Hans Pitlik und Ulrike Famira-Mühlberger bietet die Möglichkeit, erste Ergebnisse zu erläutern und fachpolitische Implikationen zu erörtern.

Termin und Beteiligte

  • Datum und Zeit: Mittwoch, 27. Mai 2026, 11:00 Uhr
  • Ort: WIFO, Arsenal, Objekt 20, 1030 Wien – Helene-Lieser-Saal
  • GesprächspartnerInnen: LH Anton Mattle; Hans Pitlik (WIFO); Ulrike Famira-Mühlberger (WIFO)
  • Akkreditierung für Medien: [email protected]

Wesentliche Fachbegriffe erklärt

Intra- und extramuraler Sektor

Der Begriff „intramuraler Sektor“ beschreibt den Teil der Gesundheitsversorgung, der innerhalb von stationären Einrichtungen wie Krankenhäusern und Kliniken stattfindet. Der „extramurale Sektor“ umfasst Leistungen außerhalb dieser stationären Einrichtungen, also vor allem ambulante Versorgung durch niedergelassene Ärztinnen und Ärzte, primärärztliche Dienste, mobile Hausbesuche und teils auch Rehabilitationseinrichtungen. Für Laien: Intramural bedeutet „innerhalb einer Institution“, extramural „außerhalb einer Institution“. Die Unterscheidung ist relevant, weil Finanzierungswege, Verantwortlichkeiten und steuernde Mechanismen zwischen diesen Bereichen oft unterschiedlich organisiert sind, was Schnittstellenprobleme verursachen kann.

Fragmentierung

Fragmentierung beschreibt das Vorhandensein mehrerer unabhängiger Entscheidungs- und Finanzierungsstränge innerhalb eines Systems. Im Gesundheitssystem bedeutet das, dass verschiedene Ebenen (Bund, Länder, Gemeinden) und Akteure (soziale Krankenversicherung, Spitäler, niedergelassene ÄrztInnen) jeweils eigene Zuständigkeiten haben. Für Bürgerinnen und Bürger wirkt sich Fragmentierung meist in uneinheitlichen Abläufen, unterschiedlichen Finanzierungsmechanismen und potenziellen Koordinationsproblemen aus. Eine fragmentierte Struktur kann Innovationen und integrierte Versorgung erschweren, wenn Schnittstellen nicht klar geregelt sind oder gegensätzliche Anreize bestehen.

Fiskalpolitik

Fiskalpolitik umfasst staatliche Maßnahmen zur Steuerung von Haushalt und öffentlichen Ausgaben. Im Gesundheitsbereich bedeutet das, wie Bund, Länder und Gemeinden Gesundheitsausgaben planen, priorisieren und finanzieren. Für Nicht-ExpertInnen: Fiskalpolitik entscheidet letztlich darüber, wie viel Geld dem Gesundheitswesen zur Verfügung steht, wer es bereitstellt und wie restriktiv oder expansiv Ausgaben geregelt werden. Angesichts steigender Ausgaben für Gesundheitsleistungen spielt fiskalpolitische Steuerung eine zentrale Rolle für Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit öffentlicher Finanzen.

Governance

Governance bezeichnet die Strukturen, Prozesse und Regeln, durch welche Organisationen und Systeme gesteuert und kontrolliert werden. Im Kontext des Gesundheitswesens geht es um Entscheidungswege, Verantwortungsteilung, Rechenschaftspflichten und Mechanismen zur Koordination verschiedener Akteure. Laienhaft erklärt: Governance bestimmt, wer Entscheidungen trifft, wie sie ausgeführt und überwacht werden und wie Reibungsverluste an Schnittstellen minimiert werden können. Effiziente Governance ist wichtig, um Fehlanreize zu reduzieren und die Versorgungsqualität sicherzustellen.

Spitalsambulanz

Eine Spitalsambulanz ist eine ambulante Einrichtung innerhalb eines Krankenhauses, die Patienten ohne stationären Aufenthalt behandelt. Sie grenzt sich ab von niedergelassenen FachärztInnen, bietet oft spezialisierte Diagnostik und Behandlung und ist direkt an die Infrastruktur eines Krankenhauses angebunden. Für Laien: In einer Spitalsambulanz können Sie wie in einer Arztpraxis behandelt werden, jedoch mit dem Vorteil, im Bedarfsfall sofort auf stationäre Kapazitäten zugreifen zu können. Unterschiede in Vergütung und Zugangswegen zu Ambulanzleistungen gegenüber niedergelassenen Ärzten sind ein zentraler Diskussionspunkt der Studie.

Historische Entwicklung des Gesundheitssystems in Österreich (Kontext)

Die Struktur des heimischen Gesundheitswesens ist historisch gewachsen aus mehreren Fundamenten: einem starken sozialen Versicherungssystem, föderalen Zuständigkeiten und einem dichten Netz an Krankenhäusern. Im Laufe der Jahrzehnte entstanden parallele Finanzierungs- und Entscheidungswege zwischen Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherungsträgern. Dieses Geflecht trug einerseits zur Versorgungssicherheit bei, andererseits begünstigte es eine gewisse Silobildung: Zuständigkeiten wurden organisatorisch getrennt, Schnittstellen erhielten unterschiedliche Regelsysteme. Reformversuche in der Vergangenheit zielten wiederholt auf bessere Koordination, effizientere Ressourcennutzung und bedarfsorientierte Planung. Die nun vom WIFO untersuchte Problemlage – dass Anreize zur stationären Nutzung bestehen und Schnittstellen ineffizient sind – knüpft an diese länger andauernde Debatte an und fordert eine Neubewertung von Steuerungs- und Finanzierungsmechanismen.

Warum die Untersuchung jetzt relevant ist

Steigende Gesundheitsausgaben, demografische Veränderungen und technologische Entwicklungen erzeugen Druck auf bestehende Finanzierungssysteme. Angesichts begrenzter öffentlicher Budgets sind Fragen nach effizienteren Versorgungsformen, sprechender Entlohnung und klarer Verantwortungszuweisung zentral. Die WIFO-Studie will die Grundlage für eine evidenzbasierte Debatte liefern: Welche Anreize führen zu einer höheren Nutzung stationärer Leistungen? Wo entstehen Mehrkosten durch fehlende Koordination? Und welche strukturellen Anpassungen könnten zu besserer Qualität bei geringeren Gesamtkosten führen? Die Veranstaltung in Wien ist als Plattform zur Information und Diskussion gedacht, nicht als politische Entscheidungsinstanz.

Vergleich mit anderen Ländern und Bundesländern

Der Vergleich fällt auf mehreren Ebenen aus: innerhalb Österreichs existieren zwischen den Bundesländern Unterschiede in Planungshoheit, Krankenhausdichte und Versorgungsstrukturen; international zeigen Länder wie Deutschland und die Schweiz andere Balanceakte zwischen stationärer, ambulanter und privater Versorgung. In Deutschland dominiert ein duales System aus gesetzlicher Krankenkasse und freier Arztwahl mit starker Rollenverteilung zwischen ambulantem Vertragsarztwesen und Krankenhaussektor. In der Schweiz wird stärker über kantonale Verantwortungen und Versicherungsmodelle geregelt, oft mit höheren direkten Zahlungen der Versicherten. Innerhalb Österreichs sind Unterschiede nicht nur administrativ: Regionen mit dichter Spitalsstruktur können andere Nutzungs- und Finanzierungsdynamiken entwickeln als strukturschwächere Gebiete. Solche Vergleiche helfen zu analysieren, welche Instrumente zur Steuerung von Nachfrage und Angebotskapazitäten sinnvoll übertragen werden können.

Bürger-Impact: Konkrete Auswirkungen und Beispiele

Für die Bevölkerung können Struktur- und Schnittstellenprobleme auf mehreren Ebenen spürbar werden. Ein mögliches Szenario ist, dass PatientInnen häufiger Spitalsambulanzen oder Notaufnahmen nutzen, wenn der Zugang zu niedergelassenen FachärztInnen erschwert oder weniger attraktiv finanziert ist. Das kann zu Wartezeiten, längeren Wegen und zu einer schlechteren Koordination von Behandlungsverläufen führen. Für chronisch Kranke bedeutet mangelnde Abstimmung zwischen ambulanter und stationärer Versorgung potenziell redundante Untersuchungen oder Lücken in der Nachsorge. Beispielhaft: Eine ältere Patientin mit mehreren Erkrankungen benötigt sowohl hausärztliche Koordination als auch spezialisierte Ambulanzen; ohne klare Schnittstellen kann es zu Informationsverlusten kommen. Ökonomisch können solche Prozesse zu vermeidbaren Kosten führen, wenn teure stationäre Ressourcen für Fälle eingesetzt werden, die ambulant gut versorgt werden könnten. Die Studie zielt darauf ab, solche Mechanismen sichtbar zu machen und Reformoptionen zu benennen, die sich unmittelbar auf die Versorgungsqualität auswirken würden.

Zahlen & Fakten: Methodischer Ansatz und fehlende öffentliche Kennzahlen

Die Presseaussendung nennt keine konkreten Kennzahlen; die Studie selbst nutzt dem Vernehmen nach administrative Daten, Abrechnungsdaten und sektorübergreifende Analysen, um Schnittstellenwirkungen zu quantifizieren. Für eine sachgerechte Bewertung sind Angaben zu Verweildauern, Ambulanzenaufkommen, Vergütungsstruktur und regionalen Versorgungsdichten zentral. Da diese genauen Zahlen in der Einladung nicht publiziert wurden, kann die Öffentlichkeit am Medientermin detaillierte Ergebnisse erwarten. Wichtig ist, dass eine transparente Datenbasis die Grundlage jeder Aussage über Effizienz oder Fehlsteuerung bildet. Ohne konkrete Zahlen aus der Studie bleibt die Diskussion auf der Ebene von Mechanismen und möglichen Reformpfaden; die Präsentation in Wien dürfte hier für Klarheit sorgen.

Politische und administrative Implikationen

Die Analyse von Governance-Problemen hat direkte politische Konsequenzen: Sollen Zuständigkeiten neu verteilt werden? Braucht es gemeinsame Finanzierungsinstrumente oder eine Stärkung koordinierender Stellen? Antworten hierauf betreffen Gesetzgebung, Budgetverhandlungen und interterritoriale Vereinbarungen zwischen Bund und Ländern. Für Verwaltungen geht es vor allem um operative Umsetzung: Wie können Leistungserbringer besser vernetzt werden? Welche Anreizsysteme sind geeignet, die Versorgung dort zu stärken, wo sie am effizientesten ist? Die Studie kann so als Diskussionsgrundlage dienen, ohne unmittelbar politische Entscheidungen vorzuschreiben.

Zukunftsperspektive: Mögliche Reformpfade

Aus Sicht einer strukturellen Reform bieten sich mehrere Ansatzpunkte an. Erstens könnten finanzielle Anreize so gestaltet werden, dass ambulante Versorgungsformen gegenüber stationären Anlässen gestärkt werden, etwa durch differenzierte Vergütung oder Bund-Länder-Finanzierungspakte. Zweitens wäre eine verstärkte Schnittstellenkoordination – etwa gemeinsame Fallmanager, elektronische Schnittstellen und verbindliche Überleitungsprotokolle – denkbar, um Informationsverluste zu vermeiden. Drittens könnten regionale Versorgungsmodelle, die ambulante und stationäre Angebote integrieren, erprobt und evaluiert werden. Solche Reformen benötigen politische Unterstützung, rechtliche Anpassungen und eine robuste Evaluationsstrategie. Prognostisch ist zu erwarten, dass Reformen in mehreren Schritten erfolgen müssen und auf Pilotprojekte sowie Evaluationsdaten angewiesen sind, bevor flächendeckende Maßnahmen greifen.

Was die Pressekonferenz bietet und wie Interessierte teilnehmen

Die Präsentation am 27. Mai 2026 liefert die erste systematische Auswertung der untersuchten Schnittstellenphänomene und legt mögliche Handlungsempfehlungen vor. Beteiligte sind neben dem Vorsitzenden der Landeshauptleute-Konferenz, LH Anton Mattle, zwei WIFO-ExpertInnen: Hans Pitlik und Ulrike Famira-Mühlberger. Die Veranstaltung bietet Raum für Nachfragen von Medien und Fachöffentlichkeit. Medienakkreditierung erfolgt per E-Mail an [email protected]. Weitere Informationen und das vollständige Studienpapier sollten nach der Präsentation öffentlich zugänglich gemacht werden.

Weitere Informationen und weiterführende Recherchen

Leserinnen und Leser, die sich vertiefend informieren möchten, finden thematisch verwandte Beiträge auf pressefeuer.at, etwa zu Krankenhausfinanzierung, ambulanter Versorgung und Bundesländer-Vergleichen:

  • Krankenhausfinanzierung in Österreich: Modelle und Debatten
  • Ambulante Versorgung: Hausärzte, Fachärzte und Zugangsfragen
  • Bundesländer und Gesundheit: Zuständigkeiten im Bundesstaat

Schluss: Zusammenfassung und Ausblick

Die WIFO-Studie, präsentiert am 27. Mai 2026 mit Teilnahme von LH Anton Mattle, thematisiert zentrale Struktur- und Schnittstellenprobleme im österreichischen Gesundheitssystem. Ohne vorliegende Detailzahlen ist die Einladung als Startpunkt für eine evidenzbasierte, aber politisch sensible Debatte zu bewerten. Die Untersuchung verspricht, Fehlanreize und Governance-Defizite an den Übergängen zwischen ambulanter und stationärer Versorgung zu beleuchten – mit direkten Konsequenzen für Patientinnen und Patienten sowie für öffentliche Haushalte. Offene Fragen bleiben: Welche konkreten Zahlen belegen die These? Welche Reformschritte sind praktisch umsetzbar? Die Veranstaltung lädt dazu ein, diese Fragen öffentlich und faktenorientiert zu diskutieren. Für Medienakkreditierung und Rückfragen steht das Amt der Tiroler Landesregierung (Alexander Hörmann, [email protected], +43 676 88 508 1905) zur Verfügung.

Weitere Meldungen

OTS
Stau

Stau am Brenner: Pfingst-Urlaub bringt massive Staus

23. Mai 2026
Lesen
OTS
Klima

EU-Kommission gefährdet heimische Sojaöl-Produktion

23. Mai 2026
Lesen
OTS
Landwirtschaft

Totschnig: Sojaproduktion stärken, nicht einschränken

23. Mai 2026
Lesen
Alle Meldungen anzeigen
PRESSEFEUER

Die moderne Plattform für digitale Pressemitteilungen in Österreich.

Produkt

  • Features
  • Preise
  • API

Unternehmen

  • Über uns
  • Kontakt

Rechtliches

  • Impressum
  • Datenschutz
  • AGB

© 2026 Pressefeuer.at. Powered by AdSimple.