Das Wiener Rote Kreuz zieht für 2025 eine breite Leistungsbilanz: 305.819 freiwillige Stunden, 143.000 Einsätze und ein Wechsel im Präsidium zeigen, wie groß die Organisation im Alltag Wiens wirkt.
Das Wiener Rote Kreuz meldet für 2025 eine Leistungsbilanz, die zeigt, wie groß die Hilfsorganisation im Alltag der Stadt tatsächlich ist. Bei der 65. Generalversammlung wurden unter anderem 305.819 freiwillig geleistete Dienststunden, 143.000 Einsätze im Rettungs- und Krankentransportdienst und 557.610 gelieferte Speisen genannt. Gleichzeitig gab es einen Wechsel im Präsidium: Carla Brandstetter wurde zur Vizepräsidentin des Österreichischen Roten Kreuzes, Landesverband Wien, gewählt.
Solche Zahlen wirken schnell wie Jahresberichts-Routine. Doch sie erzählen, wie viele unterschiedliche Aufgaben eine Organisation wie das Wiener Rote Kreuz parallel tragen muss: Rettung, Krankentransport, Pflege, Betreuung, Wohnungslosenhilfe, Flüchtlingshilfe, Ausbildung, Rufhilfe, Speisenzustellung und soziale Unterstützung. Die Generalversammlung ist dabei nicht nur ein Vereinsformalismus, sondern ein Moment, in dem sichtbar wird, wie breit die Struktur dahinter ist.
Freiwillige Stunden sind eine der wichtigsten Kennzahlen für Hilfsorganisationen. Sie zeigen, wie viel Arbeit Menschen zusätzlich zu Beruf, Ausbildung, Familie und Alltag einbringen. 305.819 Stunden entsprechen nicht einfach einer großen Zahl, sondern einem enormen gesellschaftlichen Beitrag. Ohne diese Zeit müssten viele Leistungen anders organisiert, reduziert oder teurer finanziert werden.
Für Wien ist das besonders relevant, weil die Stadt viele soziale und gesundheitliche Aufgaben in hoher Dichte bündelt. Freiwillige helfen nicht nur in spektakulären Einsatzsituationen. Sie übernehmen Dienste, Begleitungen, Unterstützung bei Tafeln, organisatorische Aufgaben, Ausbildungsarbeit und vieles mehr. Gerade diese vielen unsichtbaren Stunden halten den Betrieb stabil.
Mit 143.000 Einsätzen im Rettungs- und Krankentransportdienst, davon 65.400 mit Blaulicht, bleibt die medizinische Mobilität ein zentraler Teil der Bilanz. Rettungsdienst ist in einer Großstadt ein besonders anspruchsvoller Bereich. Er verbindet Notfallversorgung, Routinefahrten, Koordination, Personalplanung, Fuhrpark, Ausbildung und Zusammenarbeit mit anderen Einsatzorganisationen.
Die offizielle Rettungsdienstbilanz des Wiener Roten Kreuzes verweist ebenfalls auf ein intensives Jahr 2025. Solche Einsatzzahlen sind wichtig, weil sie den Unterschied zwischen gefühlter und realer Belastung zeigen. Viele Menschen erleben den Rettungsdienst nur in Ausnahmesituationen. Die Organisation muss ihn aber täglich und rund um die Uhr verlässlich betreiben.
Die Generalversammlung nannte auch 2.800 betreute Klientinnen und Klienten im Bereich Pflege und Betreuung. Dazu kommen 6.300 aktive Rufhilfekundinnen und -kunden sowie mehr als eine halbe Million gelieferte Speisen. Diese Bereiche sind weniger sichtbar als Rettungseinsätze, aber für den Alltag vieler Menschen entscheidend. Sie ermöglichen Unterstützung zu Hause, Sicherheit bei Notfällen und Versorgung im gewohnten Umfeld.
Gerade in einer alternden Gesellschaft gewinnen solche Dienste an Bedeutung. Pflege und Betreuung sind nicht nur medizinische oder organisatorische Fragen, sondern berühren Selbstständigkeit, Angehörige, Wohnsituation und Würde. Eine Organisation, die Rettung und soziale Dienste verbindet, kann unterschiedliche Lebenslagen abdecken: vom akuten Notfall bis zur regelmäßigen Unterstützung im Alltag.
Rund 266 Tonnen Lebensmittel wurden laut Bilanz an Klientinnen und Klienten der Team Österreich Tafel ausgegeben. Diese Zahl macht Armut und Versorgungsdruck greifbar. Lebensmittelhilfe ist kein Ersatz für strukturelle Sozialpolitik, aber sie kann akute Not lindern. Besonders in Zeiten hoher Lebenshaltungskosten ist der Bedarf an niederschwelliger Unterstützung groß.
Auch das Tageszentrum „das Stern“ wird mit 3.270 Beratungsgesprächen genannt. Wohnungslosenhilfe braucht mehr als Schlafplätze. Beratung, Stabilisierung, Zugang zu Leistungen, psychosoziale Unterstützung und verlässliche Ansprechpersonen sind entscheidend. In solchen Zahlen steckt daher viel individuelle Arbeit, die von außen selten sichtbar wird.
Über 30.000 Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmer im Ausbildungszentrum sowie mehr als 300 Personen in Pflegeberufen zeigen einen weiteren Schwerpunkt. Ausbildung ist für Hilfsorganisationen ein stiller Hebel: Sie verbessert Erste-Hilfe-Kompetenz in der Bevölkerung, sichert Nachwuchs und macht Organisationen weniger abhängig von kurzfristiger Personalgewinnung.
Gerade Erste-Hilfe-Kurse haben einen gesellschaftlichen Effekt über die Organisation hinaus. Wer im Ernstfall helfen kann, erhöht die Chance, dass vor professionellem Eintreffen bereits richtig reagiert wird. Das Wiener Rote Kreuz wirkt damit nicht nur durch eigene Einsätze, sondern auch durch Wissen, das in Betriebe, Schulen, Vereine und private Haushalte getragen wird.
Im Zuge der Generalversammlung wurde Carla Brandstetter einstimmig zur Vizepräsidentin gewählt. Laut Mitteilung ist sie Psychotherapeutin in freier Praxis in Wien und will sich besonders in der Jugendarbeit des Wiener Roten Kreuzes einbringen. Sie folgt Carolina Donà nach, die ihre Funktion aus persönlichen Gründen niedergelegt hat und für besondere Verdienste mit der Bronzenen Verdienstmedaille ausgezeichnet wurde.
Der Wechsel ist deshalb interessant, weil Präsidien von Hilfsorganisationen nicht nur repräsentative Rollen erfüllen. Sie prägen Schwerpunktsetzungen, Vernetzung, strategische Fragen und den öffentlichen Auftritt. Wenn Jugendarbeit besonders betont wird, passt das zu einer Organisation, die langfristig auf Freiwilligkeit, Ausbildung und Nachwuchs angewiesen ist.
Für Hilfsorganisationen ist Nachwuchsarbeit keine freundliche Zusatzaufgabe, sondern eine strategische Notwendigkeit. Wer junge Menschen früh erreicht, kann Begeisterung für Erste Hilfe, freiwilliges Engagement und soziale Verantwortung wecken. Das ist besonders wichtig, weil Rettung, Pflege und soziale Dienste in vielen Organisationen unter Personal- und Zeitdruck stehen.
Eine Vizepräsidentin mit Fokus auf Jugendarbeit kann deshalb mehr bewirken als ein neues Gesicht im Präsidium. Sie kann helfen, Freiwilligkeit attraktiver zu machen, Ausbildungsangebote sichtbarer zu gestalten und junge Menschen langfristig an die Organisation zu binden. Gerade die hohe Zahl freiwilliger Stunden zeigt, wie wichtig dieser Nachwuchs für die Zukunft des Wiener Roten Kreuzes bleibt.
Jahresbilanzen von Hilfsorganisationen sind natürlich auch Kommunikation. Trotzdem haben sie einen wichtigen Transparenzwert. Sie zeigen, welche Leistungen erbracht wurden, wo Personal und Freiwillige gebunden sind und welche Dienste besonders stark nachgefragt werden. Für Spenderinnen, Spender, Politik und Öffentlichkeit ist das eine Grundlage, um Wirkung besser einschätzen zu können.
Beim Wiener Roten Kreuz fällt vor allem die Breite auf. Es geht nicht nur um Rettung, nicht nur um Pflege, nicht nur um soziale Hilfe. Die Organisation arbeitet an vielen Schnittstellen, an denen Menschen schnell Unterstützung brauchen. Genau darin liegt die Bedeutung der Bilanz: Sie zeigt eine Infrastruktur der Hilfe, die im Normalbetrieb oft leise bleibt, aber im Alltag tausendfach gebraucht wird.
Besonders auffällig sind 305.819 freiwillig geleistete Dienststunden. Sie zeigen, wie stark die Organisation neben hauptberuflicher Arbeit auch auf freiwilliges Engagement baut.
Das Wiener Rote Kreuz nennt 143.000 Einsätze im Rettungs- und Krankentransportdienst, davon 65.400 mit Blaulicht.
Carla Brandstetter wurde zur Vizepräsidentin des Österreichischen Roten Kreuzes, Landesverband Wien, gewählt. Sie folgt Carolina Donà nach.
Das Wiener Rote Kreuz arbeitet nicht nur im Rettungsdienst. Pflege, Betreuung, Wohnungslosenhilfe, Lebensmittelhilfe, Rufhilfe, Ausbildung und Speisenzustellung gehören ebenfalls zu wichtigen Aufgabenfeldern.