Vorstand und Übernahmeausschuss begründen Ablehnung mit Angebotspreis, Fairness Opinion und Analystenkurszielen
Vorstand und Übernahmeausschuss der Kontron AG raten Aktionären, das Pflichtangebot der Ennoconn Corporation wegen eines nach ihrer Auffassung unangemessenen Angebotspreises nicht anzunehmen.
Der Vorstand der Kontron AG und der vom Aufsichtsrat eingesetzte Übernahmeausschuss haben am 8. Juli 2026 eine gemeinsame begründete Stellungnahme zum Pflichtangebot der Ennoconn Corporation veröffentlicht. Nach Prüfung der am 29. Juni 2026 publizierten Angebotsunterlage sprechen sich Vorstand und Übernahmeausschuss dafür aus, dass Aktionäre das Angebot nicht annehmen sollten.
Als zentrale Begründung nennen Vorstand und Übernahmeausschuss den Angebotspreis von EUR 23,50 je Kontron-Aktie, den sie nach ihrer Auffassung finanziell nicht angemessen bewerten. Zudem verweisen sie auf eine von ihnen beauftragte Fairness Opinion der Ernst & Young Wirtschaftsprüfungsgesellschaft m.b.H., Linz, die zu dem Ergebnis kommt, dass der Angebotspreis deutlich unterhalb einer angemessenen Bandbreite liege.
In ihrer gemeinsamen Stellungnahme gemäß § 27 Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetz empfehlen Vorstand und Übernahmeausschuss den Aktionären der Kontron AG, das Pflichtangebot der Ennoconn Corporation nicht anzunehmen. Die Empfehlung folgt auf eine sorgfältige Prüfung der Angebotsunterlage, die am 29. Juni 2026 veröffentlicht wurde.
Vorstand und Aufsichtsrat betonen gleichzeitig, dass einzelne Aktionäre unter Würdigung ihrer persönlichen Verhältnisse, steuerlicher Erwägungen und der Gesamtumstände eigenverantwortlich entscheiden müssen, ob sie das Angebot annehmen. Die Stellungnahme stellt damit eine Empfehlung dar, nicht eine verbindliche Vorgabe.
Vorstand und Übernahmeausschuss führen aus, dass der Angebotspreis lediglich dem niedrigsten Angebotspreis entspricht, den die Bieterin nach den gesetzlichen Mindestpreisvorschriften aufgrund eines Vorerwerbspreises von EUR 23,50 anbieten durfte. Laut der gemeinsamen Stellungnahme enthält der Angebotspreis keine Prämie gegenüber dem 12‑Monats-Durchschnittskurs und bleibe deutlich hinter den zuletzt von Analysten veröffentlichten Kurszielen zurück.
Die Kontron AG hat eine Fairness Opinion von Ernst & Young Wirtschaftsprüfungsgesellschaft m.b.H., Linz/Österreich, beauftragt. Diese Fairness Opinion kommt nach Darstellung von Vorstand und Aufsichtsrat zu dem Ergebnis, dass der Angebotspreis aus finanzieller Sicht nicht angemessen sei und deutlich unterhalb einer angemessenen Bandbreite liege.
In der Pressemitteilung wird die Fairness Opinion als ein zentrales Element der Bewertung genannt; die Stellungnahme selbst ist nach Angaben der Gesellschaft maßgeblich und kostenfrei erhältlich.
Die Annahmefrist des Pflichtangebots begann mit der Veröffentlichung der Angebotsunterlage am 29. Juni 2026 und läuft bis zum 27. Juli 2026. Aktionäre, die das Angebot annehmen möchten, können dies über ihre jeweilige depotführende Bank nach Maßgabe der in der Angebotsunterlage beschriebenen Bestimmungen und Bedingungen tun.
Vorstand und Aufsichtsrat weisen darauf hin, dass der Vollzug des Angebots unter dem Vorbehalt der in der Angebotsunterlage beschriebenen Angebotsbedingungen steht. Aktionäre sollten berücksichtigen, dass sich die Abwicklung des Angebots zeitlich verzögern oder das Angebot unter bestimmten Umständen nicht vollzogen werden kann.
Als in der Angebotsunterlage genannte Bedingungen für den Vollzug werden unter anderem fusionskontrollrechtliche Freigaben durch die zuständigen Behörden in der Bundesrepublik Deutschland und den USA genannt. Darüber hinaus sind investitionskontrollrechtliche Freigaben in der Bundesrepublik Deutschland, Frankreich, Österreich und Taiwan als Angebotsbedingungen aufgeführt.
Vorstand und Aufsichtsrat machen darauf aufmerksam, dass diese Bedingungen zeitliche Verzögerungen oder ein Ausbleiben des Vollzugs zur Folge haben können.
In ihrer Stellungnahme benennen Vorstand und Übernahmeausschuss auch Gründe, die für eine Annahme sprechen könnten. Dazu zählt nach der Mitteilung, dass der Vollzug des Pflichtangebots voraussichtlich zu einer Verringerung des Streubesitzes der Kontron-Aktien führen wird. Zudem könne Ennoconn Corporation nach Vollzug des Angebots über eine höhere Stimmrechtsmehrheit in der Hauptversammlung der Kontron AG verfügen und bestimmte gesellschaftsrechtliche Maßnahmen leichter als bisher beschließen.
Gleichzeitig hält die Gesellschaft fest, dass individuelle Gründe und steuerliche Erwägungen für einzelne Aktionäre für eine Annahme sprechen können. Trotz dieser möglichen Erwägungen bleibt die ausdrückliche Empfehlung des Vorstands und des Übernahmeausschusses, das Angebot nicht anzunehmen, sofern nicht besondere Umstände dagegen sprechen.
Ein Pflichtangebot ist ein Übernahmeangebot, das nach den gesetzlichen Regeln unter bestimmten Voraussetzungen an alle Aktionäre eines Emittenten gerichtet werden muss. In der Stellungnahme bezieht sich die Kontron AG auf das Pflichtangebot der Ennoconn Corporation an die Aktionäre der Kontron AG.
Der Übernahmeausschuss handelt im Auftrag des Aufsichtsrats. In der vorliegenden Mitteilung hat der Übernahmeausschuss gemeinsam mit dem Vorstand die begründete Stellungnahme gemäß § 27 Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetz veröffentlicht.
Eine Fairness Opinion ist ein Gutachten einer unabhängigen Prüfungs- oder Beratungsgesellschaft zur finanziellen Angemessenheit eines Angebots. Die Kontron AG nennt in ihrer Mitteilung die Fairness Opinion der Ernst & Young Wirtschaftsprüfungsgesellschaft m.b.H., Linz, als Grundlage für die Beurteilung des Angebotspreises.
Unter Streubesitz versteht die Mitteilung die frei handelbaren Anteile einer Gesellschaft. Vorstand und Aufsichtsrat führen an, dass der Vollzug des Pflichtangebots voraussichtlich zu einer Verringerung des Streubesitzes der Kontron-Aktien führen wird.
Die Angebotsunterlage beschreibt die Bedingungen und das Verfahren des Angebots. In der Mitteilung ist vermerkt, dass die Angebotsunterlage am 29. Juni 2026 veröffentlicht wurde und die Annahmefrist bis zum 27. Juli 2026 läuft.
Vorstand und Aufsichtsrat weisen ausdrücklich darauf hin, dass jeder Aktionär der Kontron AG eigenverantwortlich darüber entscheidet, ob er das Angebot annimmt. Diese Entscheidung solle unter Würdigung der Gesamtumstände, der individuellen Verhältnisse sowie der persönlichen Einschätzung der möglichen künftigen Entwicklung des Wertes der Kontron AG und des Börsenkurses getroffen werden.
Die vollständige gemeinsame begründete Stellungnahme von Vorstand und Aufsichtsrat ist nach Angaben der Gesellschaft kostenfrei bei der Kontron AG erhältlich und wird auf der Website der Gesellschaft im Bereich Investor Relations veröffentlicht.
Die Annahmefrist begann mit Veröffentlichung der Angebotsunterlage am 29. Juni 2026 und läuft bis zum 27. Juli 2026. Aktionäre, die das Angebot annehmen wollen, können dies über ihre jeweilige depotführende Bank tun, wie in der Angebotsunterlage beschrieben.
Nach Darstellung von Vorstand und Übernahmeausschuss ist maßgeblich, dass der Angebotspreis von EUR 23,50 je Kontron-Aktie nach ihrer Auffassung den finanziellen Wert und die strategischen Perspektiven der Kontron AG nicht angemessen widerspiegelt. Zudem kommt die beauftragte Fairness Opinion von Ernst & Young zu dem Ergebnis, dass der Preis deutlich unterhalb einer angemessenen Bandbreite liegt.
Die Fairness Opinion der Ernst & Young Wirtschaftsprüfungsgesellschaft m.b.H., Linz, wird von Vorstand und Aufsichtsrat als Bestandteil ihrer Bewertung angeführt. Diese Opinion kommt nach Mitteilung der Gesellschaft zu dem Ergebnis, dass der Angebotspreis finanziell nicht angemessen ist.
Ja. Die Mitteilung stellt klar, dass individuelle Gründe und steuerliche Erwägungen für eine Annahme sprechen können. Die Entscheidung liegt letztlich bei jedem Aktionär; die Annahme erfolgt über die depotführende Bank innerhalb der in der Angebotsunterlage genannten Frist.
Der Vollzug des Angebots steht nach Angaben der Angebotsunterlage unter dem Vorbehalt verschiedener Freigaben, darunter fusionskontrollrechtliche Freigaben in Deutschland und den USA sowie investitionskontrollrechtliche Freigaben in Deutschland, Frankreich, Österreich und Taiwan.
Vollständige gemeinsame begründete Stellungnahme von Vorstand und Aufsichtsrat: kostenfrei erhältlich bei der Kontron AG und veröffentlicht im Bereich Investor Relations der Gesellschaft: https://www.kontron.com/de/konzern/investoren/pflichtangebot
Unternehmen: Kontron AG, Industriezeile 35, 4020 Linz, Österreich. Telefon: +43 (732) 7664 - 0. E-Mail: ir [at] kontron.com. Internet: https://www.kontron.com
ISIN: AT0000A0E9W5. WKN: A0X9EJ. Indizes: SDAX, TecDAX. Börsen: Regulierter Markt in Frankfurt (Prime Standard); Freiverkehr in Düsseldorf, Hamburg, München, Stuttgart, Tradegate BSX; BX, Wiener Börse (Vienna MTF).
Datum der Mitteilung: Linz, 8. Juli 2026. Veröffentlichung der Angebotsunterlage: 29. Juni 2026.