Zurück
OTS-MeldungBild/Gesundheit/Gesundheitseinrichtung/Krankenhäuser/Medizin

Wiener Privatkliniken fusionieren: Confraternität und Goldenes Kreuz vereinen sich

9. März 2026 um 08:56
Teilen:

Eine der größten Veränderungen in der Wiener Privatmedizin steht bevor: Die beiden renommierten Privatkliniken Confraternität und Goldenes Kreuz fusionieren zu einem gemeinsamen Betrieb. Ab 30. Mär...

Eine der größten Veränderungen in der Wiener Privatmedizin steht bevor: Die beiden renommierten Privatkliniken Confraternität und Goldenes Kreuz fusionieren zu einem gemeinsamen Betrieb. Ab 30. März 2026 werden alle medizinischen Leistungen in der Lazarettgasse 16-18 im 9. Bezirk gebündelt, bevor Ende 2028 der spektakuläre Neubau in der Skodagasse im 8. Bezirk eröffnet wird. Diese strategische Zusammenführung markiert einen Meilenstein in Österreichs Gesundheitslandschaft und verspricht Patienten höchste medizinische Standards unter einem Dach.

Übergangsphase: Alle Leistungen ab März in der Lazarettgasse

Der Übergang zur gemeinsamen Klinik ist minutiös geplant. Am 29. März 2026 schließt die Confraternität in der Skodagasse ihre Türen, doch für Patienten und Mitarbeiter geht der Betrieb nahtlos weiter. Bereits einen Tag später, am 30. März 2026, steht das komplette medizinische Spektrum beider Kliniken in der Lazarettgasse zur Verfügung.

Die baulichen Adaptierungen der letzten Monate haben das Klinikgebäude in der Lazarettgasse erheblich erweitert. Zwei hochmoderne Operationssäle in Modulbauweise wurden angebaut, wodurch die Klinik nun über insgesamt fünf Operationssäle und einen voll ausgestatteten Endoskopie-Eingriffsraum verfügt. Eine neue Herzkatheteranlage für interventionelle Kardiologie und Angiographie ergänzt das High-Tech-Arsenal.

Die obersten beiden Stockwerke wurden komplett umgebaut und beherbergen künftig das Ordinations- und Vorsorgezentrum sowie den tagesklinischen Bereich. Einzige Einschränkung während der Übergangszeit: MRT-Untersuchungen müssen Patienten bis zur Fertigstellung des Neubaus an anderen Standorten durchführen lassen.

Patientenbetreuung ohne Unterbrechung

Besonders durchdacht ist die Planung für stationäre Patienten der Confraternität. Um Verlegungen während des Klinikaufenthalts zu vermeiden, werden Patienten mit geplanten Entlassungsterminen nach dem 29. März bereits direkt am Standort Lazarettgasse aufgenommen. Diese vorausschauende Planung gewährleistet, dass die medizinische Versorgung ohne jede Unterbrechung fortgesetzt wird.

Der Neubau: Vision einer Klinik der Zukunft

Der für Ende 2028 geplante Neubau in der Skodagasse wird neue Maßstäbe in der österreichischen Privatmedizin setzen. Auf etwa 30.000 Quadratmetern entsteht eine Klinik, die höchsten medizinischen Standard mit einem heilungsfördernden Ambiente verbindet. 120 Betten auf vier Stationen bieten Platz für Patienten, wobei der Einzelzimmeranteil bei beeindruckenden 80 Prozent liegt.

Das medizinische Spektrum umfasst sechs Operationssäle, zwei Endoskopieräume und vier Kreißsäle. Ein Zentrum für Frauengesundheit und Geburtshilfe sowie ein Schwerpunkt für Männergesundheit werden das Angebot abrunden. Modernste Diagnostik mit MRT, CT und Laboreinrichtungen vervollständigen die technische Ausstattung.

Architektonische Exzellenz durch Baumschlager Eberle

Der Entwurf des renommierten österreichischen Architekturbüros Baumschlager Eberle setzte sich im Frühjahr 2024 in einem Realisierungswettbewerb durch. Eine Jury mit Vertretern des 8. Bezirks und der Wiener Magistrate wählte einstimmig diesen Entwurf. Baumschlager Eberle Architekten haben bereits international erfolgreich Gesundheitseinrichtungen realisiert und bringen ihre Expertise in nachhaltiges und patientenorientiertes Bauen ein.

Die städtebauliche Integration war ein zentrales Kriterium: Das Gebäude soll sich harmonisch in die Umgebung des 8. Bezirks einfügen und gleichzeitig den Stadtteil aufwerten. Ein öffentlich zugänglicher Garten wird künftig als grüne Oase für Anrainer und Patienten gleichermaßen dienen.

Bürgerbeteiligung und Transparenz im Bauprozess

Die Verantwortlichen von Mavie Med haben von Beginn an auf transparente Kommunikation mit den Anrainern gesetzt. Bereits zwei Dialogveranstaltungen in den Räumlichkeiten der Bezirksvorstehung des 8. Bezirks stießen auf reges Interesse der Bewohner. Eine eigens eingerichtete Ombudsstelle fungiert als direkter Ansprechpartner für Anrainer-Anliegen während der gesamten Bauphase.

Über eine spezielle Website werden kontinuierlich Informationen zum Baufortschritt veröffentlicht. Diese proaktive Kommunikationsstrategie zielt darauf ab, Befürchtungen zu zerstreuen und die Nachbarschaft frühzeitig über alle Entwicklungen zu informieren.

Nachhaltigkeit als Leitprinzip: Urban Mining und Kreislaufwirtschaft

Das Nachhaltigkeitskonzept des Projekts setzt neue Standards im österreichischen Krankenhausbau. Unter dem Konzept des "Urban Mining" wird der Abbruch des bestehenden Gebäudes als sogenannter Rückbau durchgeführt. Dabei wird das Gebäude nicht einfach abgerissen, sondern Schritt für Schritt zerlegt, um Materialien wie Holz, Metall, Glas und Beton sauber zu trennen.

Beeindruckende 80 bis 90 Prozent der anfallenden Baustoffe können so recycelt oder weitergenutzt werden. Besonders wertvoll sind historische Steinfliesen und der gezimmerte Dachstuhl, die in Kooperation mit einem spezialisierten Baustoffhändler sorgfältig ausgebaut und für neue Projekte aufbereitet werden.

Inventar-Auktion als Beitrag zur Abfallvermeidung

Selbst bei der Inventar-Entsorgung geht Mavie Med neue Wege: Schreibtische, Stühle, TV-Geräte und andere nicht-medizinische Ausstattungsgegenstände werden nicht entsorgt, sondern ab 14. März 2025 online versteigert. Diese innovative Herangehensweise vermeidet Abfall und gibt gebrauchten Gegenständen eine zweite Chance.

Der Neubau selbst wird von Beginn an auf Energieeffizienz und erneuerbare Energien setzen. Viel natürliches Licht und gesundheitsfördernde Architektur stehen im Mittelpunkt der Planung, um sowohl Patienten als auch Mitarbeitern ein optimales Umfeld zu bieten.

Mavie Med: Marktführer in der österreichischen Privatmedizin

Die Fusion ist Teil der Expansionsstrategie von Mavie Med, die als führender Betreiber privater Gesundheitsbetriebe in Österreich rund 2.100 Mitarbeiter beschäftigt. Zur Unternehmensgruppe gehören neben den beiden Wiener Kliniken auch die Privatklinik Döbling, die Privatklinik Wehrle-Diakonissen in Salzburg, die Privatklinik Graz Ragnitz und die Privatklinik Wörgl in Tirol.

Darüber hinaus betreibt Mavie Med in Public-Private-Partnership-Modellen mit der Sozialversicherung der Selbständigen (SVS) das Klinikum Malcherhof Baden und das Gesundheitszentrum für Selbständige in Wien. Als Teil der Mavie-Gruppe, die zur UNIQA Insurance Group AG gehört, verfolgt das Unternehmen eine ganzheitliche Gesundheitsphilosophie.

Auswirkungen auf Wiens Gesundheitslandschaft

Die Zusammenführung der beiden Traditionskliniken wird die Wiener Privatmedizin nachhaltig verändern. Patienten profitieren von gebündelter Expertise und modernster Ausstattung unter einem Dach. Die Effizienzsteigerungen durch die Fusion ermöglichen es, in neueste Medizintechnik zu investieren und das Leistungsspektrum zu erweitern.

Für die Mitarbeiter bedeutet die Fusion erweiterte Karrieremöglichkeiten und Zugang zu modernsten Arbeitsplätzen. Die größere Klinik kann spezialisierte Abteilungen wirtschaftlicher betreiben und damit auch seltene Behandlungsverfahren anbieten.

Zeitplan und nächste Schritte

Die ersten baulichen Vorbereitungen für den Klinikneubau sind im Frühjahr 2026 geplant, parallel zur Schließung des Standorts Skodagasse. Bis zur Fertigstellung Ende 2028 werden alle Leistungen erfolgreich in der Lazarettgasse gebündelt. Diese dreijährige Übergangsphase dient gleichzeitig als Testlauf für die optimale Integration der beiden Klinik-Kulturen.

Die Fusion der Privatkliniken Confraternität und Goldenes Kreuz markiert einen Wendepunkt in der österreichischen Privatmedizin. Mit innovativen Nachhaltigkeitskonzepten, patientenorientierter Architektur und modernster medizinischer Ausstattung entsteht eine Klinik, die neue Standards für die Gesundheitsversorgung in Österreich setzen wird. Für Patienten, Mitarbeiter und Anrainer gleichermaßen verspricht dieses Projekt eine Bereicherung der Wiener Gesundheitslandschaft.

Weitere Meldungen

OTS
FPÖ

Lehrlingsheim St. Pölten: Suspendierte Schülerin erhält neues Zimmer

9. März 2026
Lesen
OTS
FPÖ

Schülerin kehrt nach Suspendierung ins Lehrlingsheim zurück

9. März 2026
Lesen
OTS
Bild

Hallmann-Sanierung erfolgreich: 45% Quote statt Konkurs bestätigt

9. März 2026
Lesen
Alle Meldungen anzeigen