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Tauben füttern in Wien: Petition fordert klare Regeln statt Strafen

Tierschutz Austria, VGT und Initiativen wollen artgerechte Versorgung rechtlich absichern und das Wiener Taubenmanagement ausbauen.

2. Juni 2026
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Eine Wiener Petition fordert Rechtssicherheit für artgerechte Stadttaubenhilfe. Stadt Wien, Tierschutz Austria und Petition zeigen, wo der Konflikt liegt.

In Wien geht es bei Stadttauben nicht nur um Futter, sondern um Rechtssicherheit. Tierschutz Austria/Wiener Tierschutzverein, der Verein gegen Tierfabriken, die Bürgerinitiative Arbeitsgruppe Tauben Wien und die Initiative Keine Tauben Ohren haben eine Petition beim Wiener Petitionsausschuss gestartet. Sie fordern eine Klarstellung im Wiener Reinhaltegesetz, damit die artgerechte Versorgung von Stadttauben mit geeignetem Körnerfutter nicht kriminalisiert wird.

Die Debatte ist heikel, weil Wien auf seiner Stadtinformationsseite zugleich Regeln zum Füttern und ein eigenes Taubenmanagement beschreibt. Die Stadt Wien erklärt, dass artgerechtes Füttern auf Privatgrund rechtlich nicht verboten ist, sofern der oder die Eigentümerin zustimmt. Zugleich darf laut Wiener Reinhaltegesetz kein Futter auf Straßen mit öffentlichem Verkehr sowie auf öffentlich zugänglichen Grün- und Wasserflächen ausgebracht werden.

Petition fordert Klarstellung beim Wiener Reinhaltegesetz

Die Petition setzt genau an dieser Schnittstelle an. Laut OTS-Aussendung geht es den Initiator:innen nicht um Brot, Speisereste oder achtlos ausgestreutes Futter, sondern um geeignetes Körnerfutter für Stadttauben. Tierschutz Austria verweist darauf, dass Menschen, die sich ehrenamtlich um Stadttauben kümmern, zunehmend unter Druck geraten.

Hanna Zamernik, Campaignerin von Tierschutz Austria und Mitinitiatorin der Petition, sagt laut Aussendung, immer mehr Menschen, die sich verantwortungsvoll um Stadttauben kümmern, gerieten unter Druck. Sie stellt den Unterschied zwischen ungeeignetem Futter und artgerechter Versorgung in den Mittelpunkt. Aus Sicht der Initiator:innen sollen Tierwohl und Rechtssicherheit gemeinsam geregelt werden.

Als Anlass nennt die Aussendung vermehrte Verfahren und Konflikte rund um Personen, die Stadttauben helfen. Außerdem verweist sie auf eine aktuelle Auslegung des Wiener Reinhaltegesetzes durch den Verwaltungsgerichtshof, nach der bereits das Ausbringen von Futter als Verunreinigung gewertet und bestraft werden kann. Diese rechtliche Einordnung wird im Artikel nicht erweitert; sie wird als Darstellung der Initiator:innen wiedergegeben.

Was in Wien beim Taubenfüttern gilt

Die Stadt Wien beschreibt auf ihrer Informationsseite eine differenzierte Rechtslage. Das Füttern mit artgerechtem Futter auf Privatgrund ist demnach nicht grundsätzlich verboten, sofern die Eigentümerin oder der Eigentümer zustimmt. Für öffentliche Bereiche gelten engere Regeln: Auf Straßen mit öffentlichem Verkehr sowie auf öffentlich zugänglichen Grün- und Wasserflächen darf laut Wiener Reinhaltegesetz kein Futter ausgebracht werden.

Die Stadt Wien nennt außerdem zwei praktische Punkte. Erstens schade falsches Futter den Tieren und mache sie krank. Zweitens könne ein übermäßiges, meist nicht artgerechtes Futterangebot zu hohen Populationsdichten führen. Die Stadt beschreibt Stadttauben als Körner- und Samenfresser, die je nach Angebot auch andere Nahrungsquellen nutzen.

Damit stehen zwei Anliegen nebeneinander: Die Stadt will Verunreinigung, falsches Futter und übermäßige Futterangebote vermeiden. Die Petition will verhindern, dass verantwortungsvolle Hilfe mit geeignetem Körnerfutter pauschal bestraft wird. Genau daraus entsteht der politische und rechtliche Kern des Falls.

Warum artgerechtes Futter im Mittelpunkt steht

Tierschutz Austria erklärt auf einer eigenen Informationsseite, Körner und Samen seien artgerechtes Taubenfutter. Genannt wird auch die Menge: Das Futter soll so gegeben werden, dass die Tiere es sofort aufnehmen können. Übrig gebliebene Reste sollen beseitigt werden. Diese Angaben passen zur Grundfrage der Petition, weil die Initiator:innen zwischen artgerechter Versorgung und ungeeigneten Speiseabfällen unterscheiden.

Auch die OTS-Aussendung beschreibt dieses Problem. Ohne Zugang zu geeignetem Körnerfutter seien Stadttauben häufig auf menschliche Essensreste angewiesen. Das könne zu gesundheitlichen Problemen bei den Tieren führen und zugleich das Risiko von Verschmutzungen im öffentlichen Raum erhöhen. Die Bürgerinitiative Arbeitsgruppe Tauben Wien wird in der Aussendung mit der Beobachtung zitiert, viele Tiere ernährten sich von ungeeigneten Abfällen.

Die Stadt Wien beschreibt falsches Futter ebenfalls als Problem. Sie nennt Mangelerscheinungen, Stress durch große Ansammlungen und die vermehrte Übertragung von Krankheitserregern unter Tieren als mögliche Folgen eines übermäßigen und oft nicht artgerechten Futterangebots. Der Streit dreht sich daher nicht darum, ob Fütterung beliebig stattfinden soll, sondern darum, wie artgerechte Hilfe rechtlich und praktisch eingeordnet wird.

Taubenzählungen: 50.000 bis 60.000 Tiere laut Stadt Wien

Ein wichtiger Punkt der Aussendung ist die Größe der Wiener Stadttaubenpopulation. Georg Prinz, Vizeobmann des VGT, verweist laut OTS auf die aktuelle Taubenzählung der Stadt Wien und nennt 50.000 bis 60.000 Tauben. Er ordnet diese Zahl als etwa eine Taube pro 50 Wiener:innen ein.

Auch die Stadt Wien nennt auf ihrer Tauben-Seite 50.000 bis 60.000 Stadttauben im gesamten Stadtgebiet. Die Stadt führt dort aus, dass das Wildtierservice Wien seit 2022 mehrere Taubenzählungen durchführt. Diese Zählungen seien Teil eines seit Oktober 2021 laufenden Forschungsprojekts, das unter anderem Gesundheits- und Ernährungszustand, Bewegungsmuster und Lebenserwartung untersucht. Das Ergebnis von 50.000 bis 60.000 Tauben sei durch die Zählung im Frühjahr 2025 bestätigt worden.

Diese Zahl hilft, die Debatte zu versachlichen. Sie ersetzt keine politische Entscheidung, aber sie macht den Maßstab klar: Die Petition argumentiert nicht mit einer unbezifferten Stadttaubenlage, sondern verweist auf eine Größenordnung, die auch die Stadt Wien öffentlich nennt.

Taubenmanagement statt reiner Symptombekämpfung

Die Initiator:innen der Petition fordern nicht nur eine rechtliche Klarstellung, sondern auch den Ausbau nachhaltiger Lösungen. In der OTS-Aussendung werden betreute Taubenschläge, kontrollierte Futterstellen und Eiertauschprogramme genannt. Anne Eck von der Initiative Keine Tauben Ohren spricht laut Aussendung von Verantwortung statt Verdrängung.

Die Stadt Wien beschreibt ebenfalls ein gezieltes Taubenmanagement. Ziel sei ein möglichst gesunder Taubenbestand. Voraussetzung dafür sei eine verlässliche Zahl über Größe und Verteilung der städtischen Taubenpopulation. Das Wildtierservice Wien pflegt und betreut laut Stadt kranke, verletzte und abgemagerte Tauben tierpflegerisch sowie veterinärmedizinisch.

Tierschutz Austria verweist in einem Ratgeber zu tierschutzgerechter Taubenabwehr zusätzlich auf bauliche Alternativen und auf Risiken falsch eingesetzter Abwehrsysteme. Netze, Gitter und Spikes können nach Darstellung der Organisation Tierleid verursachen, wenn sie falsch montiert oder nicht regelmäßig gewartet werden. Für die Petition ist diese Hintergrundinformation relevant, weil sie zeigt, dass Stadttaubenpolitik über Fütterung hinausgeht.

Wer die Petition unterstützen kann

Laut Aussendung können alle Personen ab 16 Jahren mit Hauptwohnsitz in Wien die Petition unterstützen. Möglich ist das online über den offiziellen Petitionsdienst der Stadt Wien mittels ID-Austria oder händisch mit Unterschriftenbogen. Werden innerhalb eines Jahres mindestens 500 gültige Unterstützungserklärungen erreicht, muss sich der Petitionsausschuss des Wiener Gemeinderats mit dem Anliegen befassen.

Die Petition ist online über den Petitionsdienst der Stadt Wien erreichbar. Zusätzlich gibt es einen Unterschriftenbogen von Tierschutz Austria. Der Artikel verlinkt beide Wege im Quellenbereich. Die Original-OTS-Aussendung wird nicht als Quelle verlinkt; die darin enthaltenen Angaben wurden für die inhaltliche Zusammenfassung herangezogen.

FAQ zur Wiener Stadttauben-Petition

Wer hat die Petition gestartet?

Die Petition wurde laut Aussendung von Tierschutz Austria/Wiener Tierschutzverein, dem Verein gegen Tierfabriken, der Bürgerinitiative Arbeitsgruppe Tauben Wien und der Initiative Keine Tauben Ohren gestartet.

Was fordert die Petition?

Gefordert wird eine Klarstellung im Wiener Reinhaltegesetz, damit artgerechte Versorgung von Stadttauben mit geeignetem Körnerfutter nicht kriminalisiert wird. Außerdem soll das Wiener Stadttaubenmanagement weiter ausgebaut werden.

Ist Taubenfüttern in Wien verboten?

Die Stadt Wien erklärt, dass artgerechtes Füttern auf Privatgrund mit Zustimmung der Eigentümerin oder des Eigentümers nicht rechtlich verboten ist. Auf Straßen mit öffentlichem Verkehr sowie auf öffentlich zugänglichen Grün- und Wasserflächen darf laut Wiener Reinhaltegesetz aber kein Futter ausgebracht werden.

Wie viele Stadttauben gibt es in Wien?

Die Stadt Wien nennt 50.000 bis 60.000 Stadttauben im gesamten Stadtgebiet. Dieses Ergebnis wurde laut Stadt auch durch die Zählung im Frühjahr 2025 bestätigt.

Quellen und Kontakt

Quellen: offizielle Petition im Petitionsdienst der Stadt Wien, Unterschriftenbogen von Tierschutz Austria, Stadt Wien: Tauben in Wien, Tierschutz Austria: Tauben richtig füttern und Tierschutz Austria: tierschutzgerechte Taubenabwehr.

Kontakt laut Aussendung: Tierschutz Austria, Leona Fux, M.Sc., Telefon +43 699 16604061, E-Mail: leona.fux [at] tierschutz-austria.at.

Schlagworte

#Stadttauben#Wien#Tierschutz#Petition#Wiener Reinhaltegesetz#Taubenmanagement

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