Acht Meter über dem Boden, derzeit wird das Deckenfresko im Jesuitensaal in der Wollzeile restauriert. Pünktlich zum Internationalen Tag des Denkmals am 18. April ist die Fertigstellung in Sicht.
Acht Meter über dem Boden wird das Deckenfresko des historischen Jesuitensaals in der Wollzeile derzeit restauriert. Pünktlich zum Internationalen Tag des Denkmals am 18. April ist die Fertigstellung in Sicht. Das Gebäude soll künftig als "Q. Dein Raum für Wissenschaft" genutzt werden.
Die Malerei von Anton Hertzog und Franz Anton Danne zeigt die Aufnahme Mariens in den Himmel und bedeckt die Decke des ehemaligen Collegium academicum der Jesuiten.
"Wenn man ein Werk erneut restauriert, ist es auch für einen selbst an der Zeit zu gehen", erzählt Restaurator Jörg Riedel. Bereits als Student arbeitete er in den 1990er Jahren an dem Fresko, damals als Teil eines internationalen Teams, das die Decke konstruktiv sicherte.
Das Gebäude war im Zweiten Weltkrieg durch einen Bombentreffer beschädigt worden; eindringende Feuchtigkeit hatte schwere Schäden verursacht.
In den 1990er Jahren installierte das Team eine neue Aufhängung, bei der korrodierte Drahtbefestigungen durch Polypropylenfasern ersetzt wurden. Eine Begutachtung kurz vor der Übernahme des Gebäudes durch die Österreichische Akademie der Wissenschaften, die Universität Wien und die Technische Universität Wien bestätigte, dass die Decke Bestand hat.
Vor der Eröffnung des Q wurden Arbeiten abgeschlossen, die in den 1990er Jahren offengeblieben waren: das Retuschieren der Kittungen von Fehlstellen ehemaliger Verschraubungen, die sich als kleine, helle Flecken über das Fresko verteilten. Neben dieser ästhetischen Überarbeitung entfernte Jörg Riedel auch bauschädliche Salze. Seit März ist er dafür mit Schwamm, Pinsel und Aquarellfarben im Einsatz. Das Fresko wird dabei nicht "übermalt"; stattdessen passt Riedel die Fehlstellen farbig an das Gesamtbild an. Unterstützt wird er dabei von seiner Frau Julia Kolar, ebenfalls Restauratorin.
Die Konservierung des Freskos wurde unterstützt von der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG), dem Bundesdenkmalamt, der Österreichischen Gesellschaft der Denkmalfreunde und den Jesuiten in Wien.
Das denkmalgeschützte Gebäude wird nach Plänen von Mohr Niklas Architekten umgebaut und soll 2027 als Q seine Türen öffnen. "Wir möchten die reiche Geschichte dieses Ortes bewahren und den Räumen gleichzeitig eine neue Zukunft geben – mit Ausstellungen, Veranstaltungen und Diskussionsformaten, die Wissenschaft und gesellschaftliche Herausforderungen in den Mittelpunkt stellen", sagt Q-Gründungsdirektor Christopher Lindinger.
Pater Christian Marte SJ, Leiter der Jesuitengemeinschaft in Wien: "Wissenschaft und Gesellschaft sind für uns Jesuiten bis heute wichtige Anliegen. Darum freuen wir uns sehr, dass der Jesuitensaal künftig dafür verwendet werden kann, besonders auch für junge Menschen."
Christa Pinz, Generalsekretärin der Österreichischen Gesellschaft der Denkmalfreunde: "Die Österreichische Gesellschaft der Denkmalfreunde wurde als Freundesverein des Bundesdenkmalamtes gegründet. Ihr Ziel ist die Erforschung und die Erhaltung des Denkmalbestandes in Österreich und damit die Bewahrung vieler kultureller Werte. Die Österreichische Gesellschaft der Denkmalfreunde freut sich, die zeitgerechte Fertigstellung der Restaurierung des Deckenfreskos mit einer Spende unterstützen zu können."