13 Produkte im Test, mehr als die Hälfte überzeugt – Tees mit Fenchel können Estragol enthalten
Der VKI prüfte 13 Kindertees: drei „sehr gut“, sechs „gut“, vier „durchschnittlich“, einer „nicht zufriedenstellend“. Vorsicht bei Fenchel.
Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat in Kooperation mit dem EU-Projekt ToxFreeLIFEforAll 13 spezielle Tees für Babys und Kinder auf Schadstoffe und Zusammensetzung untersucht. Die getesteten Produkte waren überwiegend ungesüßt und als Kinder- oder Babytees ausgelobt. Laut VKI erhielten die meisten Tees die Bewertungen „sehr gut“ oder „gut“, vier Produkte wurden mit „durchschnittlich“ bewertet und ein Produkt erhielt die Note „nicht zufriedenstellend“.
Der Test untersucht Kräutermischtees mit oder ohne Früchte beziehungsweise mit oder ohne Aromen; der Fokus lag auf Pestiziden und Verunreinigungen durch Wildpflanzen, den sogenannten Pyrrolizidinalkaloiden (PA). Vorsicht warnt der VKI besonders bei Produkten mit Fenchelanteil, weil Fenchel Estragol enthalten kann. Ausführliche Testergebnisse stehen laut VKI auf www.vki.at/kindertee-2026 sowie ab morgen in der Juli-Ausgabe der Zeitschrift KONSUMENT.
Insgesamt wurden 13 Produkte geprüft. Laut Laboruntersuchung enthielten drei Produkte keine der geprüften Schadstoffe und erhielten deshalb die Bewertung „sehr gut“. Sechs Tees wurden mit „gut“ bewertet, vier mit „durchschnittlich“. Ein Produkt, der „Homedi-kind Kindertee“, fiel als einziges Produkt durch: Hier wurden sowohl hohe PA-Werte festgestellt als auch ein Überschreiten des Rückstandshochwerts für das Insektizid Chlorpyrifos.
Zum Befund beim „Homedi-kind Kindertee“ gibt die Aussendung an, dass Chlorpyrifos in der EU seit Anfang 2020 verboten ist. In einer Stellungnahme des Herstellers wurde laut VKI mitgeteilt, dass die Teemischung letztmalig im August 2025 abgefüllt worden sei. Der Hersteller habe erklärt, dass die Einstellung des Produktes seit längerem geplant gewesen sei und sich nur noch Restmengen der Kräutermischung im Umlauf befinden.
Die Prüfungen konzentrierten sich auf Pestizidrückstände und auf Verunreinigungen durch PA, die als Folge von Wildpflanzen in Kräutermischungen auftreten können. Bei maschineller Ernte können PA-haltige Pflanzen leicht zwischen die geernteten Kräuter gelangen. In einem Drittel der getesteten Produkte wurden keine PA nachgewiesen; in fünf Tees wurden erhöhte PA-Gehalte festgestellt, diese lagen laut VKI jedoch innerhalb der gesetzlich zulässigen Höchstwerte.
Die Aussendung verweist darauf, dass PA als leberschädigend gelten und im Verdacht stehen, krebserregend und erbgutschädigend zu sein. Die Laborbefunde und rechtlichen Grenzen bildeten die Grundlage für die Vergabe der Noten in der Untersuchung.
Sieben der 13 getesteten Tees enthalten laut Zutatenliste Fenchel; drei dieser fenchelhältigen Tees sind dem VKI zufolge speziell für Babys ausgewiesen. VKI-Gesundheitsexpertin Dr. Angela Tichy wird in der Aussendung mit der Information zitiert: „Die Europäische Arzneimittelagentur rät jedoch von Fencheltee für Kinder unter vier Jahren ab. Denn Fenchel enthält Estragol, das als krebserregend und erbgutschädigend gilt.“
Die Meldung stellt fest, dass es aufgrund der unzureichenden Datenlage bislang keine als unbedenklich geltenden Höchstmengen für Fenchel in teeähnlichen Getränken gibt. Ergänzend verweist die Aussendung darauf, dass auch die deutsche Verbraucherzentrale empfiehlt, Säuglinge, Kleinkinder sowie schwangere und stillende Personen vorsichtshalber auf Fencheltee zu verzichten.
Der VKI gibt in der Aussendung einige konkrete Hinweise, die als Empfehlungen der Expertin ausgewiesen sind. Diese Hinweise lauten im Wortlaut beziehungsweise als zusammenfassende Angaben:
Diese Hinweise erscheinen in der Aussendung unter der Überschrift „Tipps der Expertin“ und werden dort als Orientierung genannt.
Pyrrolizidinalkaloide (PA): In der Meldung werden PA als Verunreinigungen durch Wildpflanzen beschrieben, die bei der maschinellen Ernte leicht zwischen die Kräuter gelangen können. PA werden im Text als leberschädigend bezeichnet und stünden im Verdacht, krebserregend und erbgutschädigend zu sein.
Estragol: Im Zusammenhang mit Fenchel nennt die Aussendung Estragol und zitiert die VKI-Expertin mit der Aussage, dass Estragol „als krebserregend und erbgutschädigend gilt“. Aufgrund der unzureichenden Datenlage gebe es bislang keine festgelegten unbedenklichen Höchstmengen für Fenchel in teeähnlichen Getränken.
Chlorpyrifos: Das Insektizid Chlorpyrifos wird in der Aussendung genannt – konkret heißt es, dass im „Homedi-kind Kindertee“ der Rückstandshochwert für Chlorpyrifos überschritten wurde. Die Meldung weist darauf hin, dass Chlorpyrifos in der EU seit Anfang 2020 verboten ist.
Verein für Konsumenteninformation (VKI): Der VKI ist Herausgeber der Aussendung und hat die Untersuchung in Kooperation mit dem EU-Projekt ToxFreeLIFEforAll durchgeführt; die Ergebnisse werden auf der VKI-Website und in der Zeitschrift KONSUMENT veröffentlicht.
ToxFreeLIFEforAll: Im Originaltext wird das EU-Projekt als Kooperationspartner bei der Untersuchung genannt; die Aussendung führt das Projekt als Mitbeteiligten an den Testungen auf.
Die Notenvergabe der getesteten Produkte stützt sich laut VKI auf Laboranalysen zu den genannten Schadstoffgruppen. Drei Produkte wiesen laut Laboruntersuchung keine nachweisbaren Schadstoffe aus den geprüften Kategorien auf und erhielten deshalb die Bestnote „sehr gut“. Sechs Produkte erhielten „gut“ und vier „durchschnittlich“. Ein Produkt wurde wegen hoher PA-Werte und eines Überschreitens des Rückstandshochwerts für Chlorpyrifos als „nicht zufriedenstellend“ bewertet.
Laut Meldung lagen die in fünf Tees nachgewiesenen erhöhten PA-Gehalte innerhalb der gesetzlich zulässigen Höchstwerte; in einem Drittel der Produkte wurden demnach keine PA nachgewiesen. Nähergehende Detailergebnisse sind laut VKI auf der genannten Webseite abrufbar.
Getestet wurden 13 Kräutermischtees für Babys und Kinder, darunter Produkte mit und ohne Früchte und mit und ohne Aromen. Die Auswahl umfasst laut VKI speziell als Kinder- oder Babytee ausgelobte Mischungen.
Die Mehrheit erhielt die Bewertungen „sehr gut“ oder „gut“. Konkret nannten die Ergebnisse drei „sehr gut“, sechs „gut“, vier „durchschnittlich“ und ein Produkt „nicht zufriedenstellend“.
Sieben der 13 getesteten Tees enthalten laut Zutatenliste Fenchel. Die Europäische Arzneimittelagentur rät laut VKI von Fencheltee für Kinder unter vier Jahren ab, weil Fenchel Estragol enthält, das als krebserregend und erbgutschädigend gilt. Aufgrund fehlender Höchstmengen gelten laut VKI bislang keine als unbedenklich festgelegten Maximalwerte für Fenchel in teeähnlichen Getränken.
PA können als Verunreinigungen in Kräutermischungen vorkommen; in einem Drittel der getesteten Produkte wurden keine PA nachgewiesen. In fünf Tees wurden erhöhte PA-Gehalte festgestellt, die laut VKI allerdings innerhalb der gesetzlich zulässigen Höchstwerte lagen. PA werden im Text als potenziell leberschädigend und im Verdacht krebserregend und erbgutschädigend bezeichnet.
Der „Homedi-kind Kindertee“ wurde als einziges Produkt als „nicht zufriedenstellend“ eingestuft, weil hohe PA-Werte und ein Überschreiten des Rückstandshochwerts für Chlorpyrifos festgestellt wurden. Der Hersteller teilte laut VKI mit, dass die Teemischung zuletzt im August 2025 abgefüllt wurde und das Produkt eingestellt sei; nur noch Restmengen seien im Umlauf.
Die VKI-Aussendung verweist für detaillierte Testergebnisse und die vollständige Stellungnahme von Homedi-kind auf die VKI-Webseite unter www.vki.at/kindertee-2026 und nennt außerdem die Juli-Ausgabe der Zeitschrift KONSUMENT als Publikationsort.
Quelle: Verein für Konsumenteninformation (VKI), Aussendung zur Untersuchung von Kindertees in Kooperation mit dem EU-Projekt ToxFreeLIFEforAll. Detaillierte Testergebnisse und die Stellungnahme des Herstellers sind laut Aussendung auf www.vki.at/kindertee-2026 verfügbar.
Kontakt VKI-Pressestelle: Telefon +43 676 852270 256, E-Mail pressee[at]vki.at, Website: https://www.vki.at/presse