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50 Jahre Gurtpflicht: Sicherheitsgurt rettet Leben

Gurtmoral in Österreich hoch – dennoch mehr als jede:r vierte tote Pkw-Insass:in unangeschnallt

14. Juli 2026
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Der ÖAMTC erinnert an 50 Jahre Gurtpflicht: Statistik Austria zeigt Schutzwirkung, aber weiterhin viele unangeschnallte Todesfälle.

Der Sicherheitsgurt gilt laut ÖAMTC als lebensrettende Maßnahme: Crashtests und die Unfallstatistik sprechen demnach eine deutliche Sprache. Anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Gurtpflicht verweist der Verkehrstechniker David Nosé auf Zahlen der Statistik Austria und die Ergebnisse eigener Erhebungen.

Im Vorjahr starben 166 Pkw-Insass:innen; 46 von ihnen waren nach Angaben der Statistik Austria nicht angeschnallt. Über alle zehn betrachteten Jahre summiert sich die Zahl der unangeschnallt Getöteten laut ÖAMTC-Angaben auf 508 Menschen. Diese Zahlen stehen im Zentrum der aktuellen Aussendung des ÖAMTC.

Gurtpflicht seit 1976 – Statistik zeigt Wirksamkeit des Sicherheitsgurts

Die Gurtpflicht wurde in Österreich am 15. Juli 1976 eingeführt. Die ÖAMTC-Aussendung verweist auf Zahlen der Statistik Austria, die laut ÖAMTC die Schutzwirkung des Gurts belegen: Nur zehn Prozent aller im Auto gesicherten Personen hätten bei einem Crash schwere bis tödliche Verletzungen erlitten. Bei ungesicherten Pkw-Insass:innen lag dieser Anteil demnach bei 32 Prozent.

In der Aussendung nennt der ÖAMTC konkrete Jahreszahlen für die letzten zehn Jahre. Die tabellarisch erfassten Werte der ÖAMTC-Aufbereitung (Quelle: Statistik Austria; Bearbeitung: ÖAMTC) lauten:

  • 2016: Gesamt 189 Tote, davon 54 ohne Gurt (28,6 %)
  • 2017: Gesamt 182 Tote, davon 64 ohne Gurt (35,2 %)
  • 2018: Gesamt 181 Tote, davon 45 ohne Gurt (24,9 %)
  • 2019: Gesamt 200 Tote, davon 56 ohne Gurt (28,0 %)
  • 2020: Gesamt 146 Tote, davon 40 ohne Gurt (27,4 %)
  • 2021: Gesamt 161 Tote, davon 48 ohne Gurt (35,2 %)
  • 2022: Gesamt 180 Tote, davon 58 ohne Gurt (24,9 %)
  • 2023: Gesamt 178 Tote, davon 47 ohne Gurt (26,4 %)
  • 2024: Gesamt 147 Tote, davon 50 ohne Gurt (34,0 %)
  • 2025: Gesamt 166 Tote, davon 46 ohne Gurt (27,7 %)

Summe über die zehn Jahre: 1.730 Getötete insgesamt, davon 508 unangeschnallt (29,4 %).

ÖAMTC-Erhebung zur Gurtanlegequote im Frühjahr 2025

Der ÖAMTC erhebt regelmäßig die Anschnallquoten in Pkw in den Landeshauptstädten. Bei der jüngsten Erhebung im Frühjahr 2025 wurden 20.160 Pkw-Insass:innen beobachtet; 93,5 Prozent davon waren angeschnallt, so die Aussendung. ÖAMTC-Verkehrstechniker David Nosé wird mit den Worten zitiert: "Auch wenn das nach viel klingen mag, ist das Ziel natürlich eine Gurtanlegequote von 100 Prozent."

Die Erhebung zeigt zudem geschlechtsspezifische Unterschiede: Frauen wiesen eine Anlegequote von 96 Prozent auf, Männer lagen demnach bei 91,8 Prozent. Die ÖAMTC-Aussendung verbindet diese Beobachtung mit Befunden aus der Unfallstatistik: Besonders auffällig seien nach Statistik-Angaben Männer zwischen 25 und 34 sowie zwischen 55 und 64 Jahren, bei denen der Anteil der nicht angegurtet Getöteten in den letzten zehn Jahren jeweils bei rund 40 Prozent gelegen habe.

Rechtliche Folgen bei Nichtanlegen des Sicherheitsgurts

Wer sich nicht anschnallt, muss laut ÖAMTC neben dem persönlichen Risiko auch mit rechtlichen Konsequenzen rechnen. Seit Juli 1984 kann das Nichtanlegen des Sicherheitsgurts mit einem Organmandat in Höhe von 50 Euro geahndet werden, heißt es in der Aussendung.

Beim Transport eines Kindes ohne entsprechende Rückhalteeinrichtung nennt die Aussendung schärfere Folgen: Hier drohten eine Anzeige mit einem Strafrahmen von bis zu 10.000 Euro sowie eine Vormerkung im Führerscheinregister, so der ÖAMTC-Text.

Moderne Sicherheitssysteme und Crashtests – ÖAMTC-Aussagen

Die Aussendung stellt moderne Systeme wie Airbags und Fahrerassistenzsysteme als wichtige Fahrzeugkomponenten dar, betont aber zugleich die Rolle des Gurts. David Nosé wird zitiert: "Moderne Fahrzeugtechnik vermittelt vielen Lenker:innen und Mitfahrenden ein trügerisches Gefühl der Unverwundbarkeit. Doch ÖAMTC-Crashtests zeigen ganz klar: Moderne Sicherheitseinrichtungen entfalten erst im Zusammenspiel mit dem angelegten Gurt ihren bestmöglichen Schutz."

Ein weiterer Punkt in der Aussendung betrifft Kollisionen bei niedrigen Geschwindigkeiten. Nosé erläutert dort, dass ein Aufprall bei 30 km/h einem Sturz aus vier Metern Höhe im freien Fall entspreche und dass es ohne Gurt praktisch unmöglich sei, das eigene Körpergewicht allein mit Armen und Beinen abzufangen. In der Aussendung heißt es daher: "Der Gurt gehört bei jeder Fahrt dazu – auch auf kurzen Strecken und bei niedrigen Geschwindigkeiten."

Begriffe: Gurtpflicht, Anschnallquote, Organmandat, Rückhalteeinrichtung, Crashtest erklärt

Gurtpflicht: In der ÖAMTC-Aussendung wird genannt, dass die Pflicht zum Anschnallen in Österreich seit dem 15. Juli 1976 besteht. Die Gurtpflicht ist demnach eine rechtliche Vorgabe, die das Anlegen des Sicherheitsgurts bei Fahrten in Pkw vorschreibt.

Anschnallquote (Gurtanlegequote): Als Anschnallquote bezeichnet die ÖAMTC-Erhebung den Anteil beobachteter Personen in Pkw, die angeschnallt sind. In der Frühjahrs-Erhebung 2025 lag diese Quote bei 93,5 Prozent bei insgesamt 20.160 beobachteten Personen.

Organmandat: Das Organmandat wird in der Aussendung als seit Juli 1984 geltende Konsequenz für das Nichtanlegen des Sicherheitsgurts genannt. Das Organmandat beträgt demnach 50 Euro.

Rückhalteeinrichtung: In der Aussendung wird der Transport von Kindern ohne entsprechende Rückhalteeinrichtung als Straftat bezeichnet, die mit einer Anzeige, einem Strafrahmen von bis zu 10.000 Euro und einer Vormerkung im Führerscheinregister einhergehen kann. Eine Rückhalteeinrichtung meint dabei kindgerechte Sicherungssysteme im Pkw.

Crashtest: ÖAMTC-Crashtests werden in der Aussendung als Prüfungen genannt, die zeigen würden, wie moderne Sicherheitssysteme zusammen mit angeschnallten Personen wirken. Crashtests dienen laut Aussendung zur Beurteilung des Zusammenwirkens von Gurt und anderen Sicherheitseinrichtungen.

Was ÖAMTC- und Statistik-Angaben ausweisen

Die in der Aussendung genannten Zahlen führen nach Darstellung des ÖAMTC zwei zentrale Punkte zusammen: Erstens weist die Statistik Austria demnach eine deutlich geringere Quote schwerer bis tödlicher Verletzungen bei angeschnallten Personen aus (10 Prozent) gegenüber ungesicherten Insass:innen (32 Prozent). Zweitens zeigen die jahresbezogenen Zahlen, dass in jedem betrachteten Jahr ein relevanter Anteil der Getöteten unangeschnallt war.

Der ÖAMTC zieht aus diesen Zahlen die Schlussfolgerung, die Anschnallquote weiter zu erhöhen. Dabei wird in der Aussendung auch die Bedeutung regelmäßiger Beobachtungen und Crashtests hervorgehoben.

FAQ zur Gurtpflicht und zur ÖAMTC-Erhebung

Seit wann gilt die Gurtpflicht in Österreich?
Die Aussendung nennt den 15. Juli 1976 als Datum der Einführung der Gurtpflicht in Österreich. Seither besteht nach Angaben des ÖAMTC eine rechtliche Verpflichtung zum Anschnallen in Pkw.

Wie viele Pkw-Insass:innen wurden im Vorjahr getötet und wie viele davon waren unangeschnallt?
Laut den in der Aussendung zitierten Statistik-Angaben kamen im Vorjahr 166 Pkw-Insass:innen ums Leben; 46 dieser Personen waren nicht angeschnallt. Diese Zahlen führt der ÖAMTC als Anlass für seine Erinnerung an die Gurtpflicht an.

Welche Strafe droht beim Nichtanlegen des Gurts?
Die Aussendung nennt als seit Juli 1984 geltende Sanktion ein Organmandat in Höhe von 50 Euro für das Nichtanlegen des Sicherheitsgurts. Für den Transport eines Kindes ohne geeignete Rückhalteeinrichtung weist die Aussendung auf einen Strafrahmen von bis zu 10.000 Euro sowie eine Vormerkung im Führerscheinregister hin.

Wie hoch war die Anschnallquote bei der ÖAMTC-Erhebung 2025?
Bei der ÖAMTC-Erhebung im Frühjahr 2025 wurden nach Angaben der Aussendung 20.160 Pkw-Insass:innen beobachtet; 93,5 Prozent davon waren angeschnallt. Frauen hatten demnach eine Quote von 96 Prozent, Männer 91,8 Prozent.

Welche Altersgruppen sind in der Statistik besonders betroffen?
Die Aussendung nennt Männer zwischen 25 und 34 sowie zwischen 55 und 64 Jahren als Altersgruppen mit einem besonders hohen Anteil nicht angegurtet Getöteter: In diesen Gruppen habe der Anteil in den letzten zehn Jahren jeweils bei rund 40 Prozent gelegen, so die ÖAMTC-Darstellung mit Bezug auf Statistik Austria.

Warum betont der ÖAMTC Crashtests und moderne Sicherheitssysteme?
Der ÖAMTC verweist in der Aussendung darauf, dass Airbags und Fahrerassistenzsysteme zwar wichtig seien, ihre Schutzwirkung jedoch laut ÖAMTC-Crashtests erst im Zusammenspiel mit dem angelegten Gurt voll zur Geltung komme. In Zitaten weist Verkehrstechniker David Nosé zudem darauf hin, dass moderne Technik ein trügerisches Sicherheitsgefühl vermitteln könne.

Quellen und Kontakt

Quelle: Statistik Austria; Bearbeitung: ÖAMTC

Kontakt ÖAMTC-Öffentlichkeitsarbeit: Telefon: +43 1 71199-21218, E-Mail: kommunikation [at] oeamtc.at. Weitere Informationen: https://www.oeamtc.at/presse

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Schlagworte

#Gurtpflicht#Sicherheitsgurt#ÖAMTC#Verkehrssicherheit#Statistik Austria#Auto#Sicherheit#Unfälle#Verkehrsunfall

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