Innovationsexperte und ehemaliger EFI-Vorsitzender verstärkt Beratungsgremium
Uwe Cantner wird neues Mitglied im FORWIT. Der Innovationsökonom bringt internationale Erfahrung in Forschungs-, Technologie- und Innovationspolitik in das österreichische Beratungsgremium ein.
Uwe Cantner wird neues Mitglied im Rat für Forschung, Wissenschaft, Innovation und Technologieentwicklung, kurz FORWIT. Das Gremium berät die österreichische Bundesregierung in Fragen der Forschungs-, Technologie- und Innovationspolitik. Mit Cantner kommt ein international profilierter Innovationsökonom hinzu, der lange in Wissenschaft und Politikberatung tätig war und sich mit Innovationssystemen, technologischem Wandel und Transformationsökonomie beschäftigt.
FORWIT selbst beschreibt Cantner als Innovation Economist und früheren Vorsitzenden der deutschen Expertenkommission Forschung und Innovation. Die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Universität Jena verweist ebenfalls auf seine Berufung in das österreichische Beratungsgremium. Für Österreich ist die Personalie relevant, weil Innovationspolitik zunehmend zwischen Forschung, Industrie, Digitalisierung, Produktivität, Schlüsseltechnologien und internationalem Wettbewerb vermittelt.
FORWIT ist ein strategisches Beratungsgremium für Wissenschaft, Technologie und Innovation. Es soll Analysen liefern, Entwicklungen einordnen und Impulse für eine evidenzbasierte Politik geben. Der Rat steht damit nicht für einzelne Förderentscheidungen, sondern für den Blick auf das Gesamtsystem: Wie werden Forschung und Wirtschaft besser verbunden? Welche Rahmenbedingungen braucht ein leistungsfähiges Innovationssystem? Wo verliert Österreich Zeit, Talent oder Wirkung?
Auf seiner Website beschreibt FORWIT die Aufgabe, Österreichs Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu stärken. Dazu gehören Themen wie Hochschulentwicklung, Forschungstransfer, Schlüsseltechnologien, internationale Vergleichbarkeit, Finanzierung und die Frage, wie wissenschaftliche Erkenntnisse schneller in gesellschaftliche und wirtschaftliche Wirkung kommen. Ein solches Gremium ist besonders wichtig, wenn politische Entscheidungen langfristige Folgen haben, aber unter kurzfristigem Budget- oder Standortdruck getroffen werden.
Cantner ist Professor für Volkswirtschaftslehre an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und forscht zu Innovation, technologischem Wandel und Innovationssystemen. Er leitete mehrere Jahre die deutsche Expertenkommission Forschung und Innovation, die die deutsche Bundesregierung in ähnlichen Fragen berät. Diese Erfahrung ist für FORWIT naheliegend: Österreich steht vor vergleichbaren Fragen, allerdings mit anderer Wirtschaftsstruktur, anderem Forschungsprofil und kleineren Skaleneffekten.
Innovationspolitik ist heute breiter als klassische Forschungsförderung. Sie betrifft industrielle Transformation, digitale Infrastruktur, Fachkräfte, Unternehmensgründungen, Hochschulen, Kapitalzugang, Regulierung und internationale Kooperation. Ein Ökonom mit Erfahrung in systemischer Innovationsanalyse kann helfen, diese Bereiche nicht getrennt zu betrachten, sondern als zusammenhängendes Ökosystem.
In der ursprünglichen Mitteilung wird Cantners Expertise auch mit Schlüsseltechnologien verbunden. Solche Technologien gelten als besonders wichtig, weil sie viele Branchen beeinflussen können. Dazu zählen je nach Strategie etwa künstliche Intelligenz, Halbleiter, Quantentechnologien, Life Sciences, Energie- und Produktionstechnologien oder digitale Infrastruktur. Die Herausforderung liegt darin, nicht nur Schlagworte zu definieren, sondern Prioritäten, Kompetenzen und Umsetzungspfade zu klären.
Für ein Land wie Österreich ist Auswahl besonders wichtig. Nicht jeder technologische Trend kann mit gleicher Intensität verfolgt werden. Innovationspolitik muss entscheiden, wo wissenschaftliche Stärke, industrielle Basis, Fachkräfte, Kapital, internationale Partnerschaften und gesellschaftlicher Nutzen zusammenkommen. Beratungsgremien wie FORWIT können solche Entscheidungen vorbereiten, indem sie Daten, internationale Vergleiche und langfristige Szenarien einbringen.
Evidenzbasierte Innovationspolitik heißt nicht, dass Politik nur Tabellen abarbeitet. Sie bedeutet, dass Förderungen, Strategien und Reformen auf belastbaren Analysen beruhen und regelmäßig überprüft werden. Welche Programme erhöhen tatsächlich Forschungstransfer? Wo entstehen Engpässe in Hochschulen oder Unternehmen? Welche Maßnahmen helfen Start-ups, welche stärken etablierte Industrien? Wo verhindern Bürokratie, Finanzierungslücken oder fehlende Talente die Umsetzung?
Gerade in Phasen technologischer Unsicherheit ist diese Prüfung wichtig. Neue Technologien entwickeln sich schnell, aber nicht jede Ankündigung führt zu wirtschaftlicher Wirkung. Strategische Beratung kann helfen, zwischen kurzfristigem Hype und langfristiger Relevanz zu unterscheiden. Cantners Forschungsschwerpunkt auf Innovationssysteme passt genau in diese Logik.
Ein weiterer Punkt ist der internationale Blick. Österreichs Forschungs- und Innovationssystem steht im Wettbewerb und in Kooperation mit anderen europäischen Standorten. Deutschland, Schweden, die Schweiz, die Niederlande oder Finnland werden häufig als Vergleichsräume herangezogen. Wer die deutsche Beratungspraxis kennt, kann Erfahrungen übertragen, aber auch Unterschiede sichtbar machen. Nicht jede Maßnahme lässt sich eins zu eins kopieren, doch internationale Vergleichserfahrung kann blinde Flecken reduzieren.
Für FORWIT kann Cantner deshalb doppelt nützlich sein: als fachlicher Experte für Innovationsökonomie und als jemand, der weiß, wie politische Beratung in einem großen Nachbarland funktioniert. Der Rat gewinnt damit nicht nur eine Person, sondern zusätzliche Perspektive auf Governance, Produktivität und technologische Transformation.
FORWIT ist der Rat für Forschung, Wissenschaft, Innovation und Technologieentwicklung. Er berät die österreichische Bundesregierung strategisch zu Forschungs-, Technologie- und Innovationspolitik.
Uwe Cantner ist Innovationsökonom und Professor an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Er war mehrere Jahre in der deutschen Politikberatung zu Forschung und Innovation tätig.
Österreich muss Forschungs-, Technologie- und Standortpolitik stärker zusammen denken. Cantners Expertise in Innovationssystemen kann FORWIT bei strategischer, evidenzbasierter Beratung unterstützen.
Beratungsgremien wirken oft abstrakt, weil sie keine Projekte bauen und keine Förderbescheide ausstellen. Ihr Einfluss entsteht über Analysen, Empfehlungen und strategische Orientierung. Wenn ein Rat gut arbeitet, kann er politische Debatten strukturieren, Zielkonflikte sichtbar machen und verhindern, dass Maßnahmen isoliert nebeneinanderstehen. Gerade in der Innovationspolitik ist diese Rolle wichtig, weil Forschung, Unternehmen, Bildung und Infrastruktur gemeinsam betrachtet werden müssen.
Die Berufung eines neuen Ratsmitglieds ist deshalb mehr als eine Personalnotiz. Sie verändert, welche Erfahrungen und Denkschulen in Diskussionen einfließen. Cantners Hintergrund in Innovationsökonomie und Politikberatung bringt eine Perspektive ein, die auf Systeme, Anreize und langfristige Wirkung schaut.
Österreich verfügt über starke Forschungsstandorte, innovative Unternehmen und spezialisierte Industrien. Gleichzeitig stehen viele Länder vor ähnlichen Problemen: Forschungsergebnisse kommen nicht immer schnell genug in Anwendungen, junge Unternehmen finden schwer Wachstumskapital, und etablierte Branchen müssen klimafreundlicher, digitaler und produktiver werden. Internationale Erfahrung hilft, diese Fragen nicht nur national zu betrachten.
Ein Vergleich mit anderen Innovationssystemen kann zeigen, welche Instrumente funktionieren, wo Österreich strukturelle Stärken hat und welche Reformen Priorität verdienen. Genau an dieser Schnittstelle kann FORWIT mit Mitgliedern aus unterschiedlichen Fachrichtungen Orientierung geben.
Konkrete Wirkung entsteht erst, wenn Empfehlungen politisch aufgenommen, priorisiert und umgesetzt werden. Deshalb bleibt entscheidend, wie FORWIT Analysen kommuniziert und wie Regierung, Ministerien, Hochschulen und Unternehmen darauf reagieren.
Die Personalie ist damit ein kleines, aber aussagekräftiges Signal für mehr internationale Perspektive in der österreichischen Innovationsberatung.
Für FORWIT zählt nun, diese Expertise in konkrete Analysen zu übersetzen.
Das wird der praktische Maßstab.