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Stationärer Handel bleibt unter Druck – REMAX-Analyse

27. Mai 2026
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REMAX-Analyse, 27. Mai 2026: Die Lage im österreichischen stationären Handel bleibt angespannt. Erste Stabilisierungstendenzen stehen hohen Kosten, Kaufzurückhaltung und wachsendem Online-Wettbewer...

REMAX-Analyse, 27. Mai 2026: Die Lage im österreichischen stationären Handel bleibt angespannt. Erste Stabilisierungstendenzen stehen hohen Kosten, Kaufzurückhaltung und wachsendem Online-Wettbewerb gegenüber.

Stationärer Handel und Handelsflächen

Die REMAX-Analyse zeigt: Nach Rückgängen des österreichischen BIP um jeweils -0,8 % in 2023 und 2024 (Statistik Austria) wuchs das reale BIP 2025 nur um +0,6 %. Ursprüngliche Prognosen von WIFO (+1,8 %) und IHS (+1,5 %) für 2025 mussten mehrfach nach unten revidiert werden. Geopolitische Konflikte, steigende Energiepreise und eine schwache Industrie sorgen für Unsicherheit. Laut WIFO ist die Konsumnachfrage der privaten Haushalte 2025 real lediglich moderat gewachsen.

Die Einzelhandelskonjunktur blieb schwach: Die Umsätze des österreichischen Einzelhandels (ohne Kfz) stiegen 2025 nominell um +2,9 %, real um +0,7 %. "Es ist nach wie vor ein vorsichtiges Licht am Ende des Tunnels sichtbar. Gleichzeitig sehen wir aber, wie fragil diese Entwicklung bleibt. Hohe Kosten, geopolitische Risiken und die anhaltende Kaufzurückhaltung sorgen dafür, dass von einer echten Entwarnung für den österreichischen Handel noch keine Rede sein kann", sagt Mag. Stefan Krejci, MRICS, von REMAX Commercial Austria.

Kernpunkte der Marktentwicklung

  • Leichte Stabilisierung der Konsumausgaben, weiterhin schwache Handelskonjunktur
  • Steigende Kosten und Kaufzurückhaltung belasten den stationären Handel massiv
  • Online-Handel gewinnt weiter deutlich Marktanteile
  • Hohe Insolvenzzahlen prägen den österreichischen Handel
  • Expansion erfolgt zunehmend selektiv und konzentriert sich auf Gewinnersegmente
  • Handelsimmobilien entwickeln sich stärker zu Erlebnis- und Mixed-Use-Standorten

Der Distanzhandel lag zuletzt bei über 14 % der einzelhandelsrelevanten Konsumausgaben und erhöhte sich 2025 auf rund 15 % bis 16 %. Branchenangaben zufolge werden in Österreich mittlerweile mehr als 400 Millionen Pakete pro Jahr transportiert. Insolvenzzahlen stiegen von rund 5.400 (2023) auf rund 6.500 (2024) und rund 6.700 Fälle (2025). Im Einzelhandel lagen die Insolvenzen bei 820 (2022), 940 (2023) und 1.146 (2024). "Die hohe Anzahl an Zahlungsunfähigkeiten war nach dem Auslaufen der Corona-Hilfsmaßnahmen grundsätzlich zu erwarten... Positiv ist, dass sich die Dynamik der Zahlungsunfähigkeiten zuletzt zumindest etwas abgeschwächt hat. Von einer echten Entwarnung kann derzeit aber noch keine Rede sein", schätzt Krejci.

Auswirkungen auf Handelsimmobilien

Betriebsaufgaben und Flächenoptimierungen führen dazu, dass selbst in Innenstadtlagen attraktive Flächen verfügbar werden. Nachfrage kommt vor allem von preisorientierten Retailketten, internationalen Lifestylemarken sowie Entertainment- und Freizeitnutzungen. Dennoch setzt sich der langfristige Trend zur Flächenreduktion fort, etwa im Mode- und Schuhhandel (-18 % in zehn Jahren). Dienstleistungsangebote, Gesundheitsnutzungen sowie Freizeit- und Nahversorgungskonzepte bleiben Hoffnungsträger für Innenstädte. "Wir sehen, dass sowohl Vermieter als auch Mieter heute deutlich flexibler agieren müssen als noch vor einigen Jahren. Gute Standorte bleiben gefragt, gleichzeitig steigen aber die Anforderungen an Nutzungskonzepte, Frequenz und langfristige Standortqualität", erklärt Krejci.

Spitzenmieten in ausgewählten Städten

2025 zeigten mehrere Städte leichte Rückgänge; für 2026 wird insgesamt eine konstante Entwicklung erwartet.

Wien: Spitzenmieten in besten Innenstadtlagen und auf der Mariahilfer Straße liegen 2026 weiterhin bei rund 400 Euro/m².

Graz: Spitzenmieten reduzierten sich von 80 Euro/m² auf aktuell 70 Euro/m². "Gute Lagen funktionieren in Graz weiterhin, schwächere Lagen müssen jedoch aktiver entwickelt werden", erklärt Ing. Alois Marchel von REMAX Commercial Graz.

Linz: Spitzenmieten in sehr guten Innenstadtlagen liegen weiterhin bei rund 90 Euro/m².

Salzburg: Nach Rückgängen von bis zu 145 Euro/m² hat sich der Markt 2025/2026 bei rund 120 Euro/m² stabilisiert. "Die Salzburger Altstadt bleibt einer der hochwertigsten Handelsstandorte Österreichs...", erklärt Raimund Baumgarten, MBA, REMAX Commercial Salzburg.

Innsbruck: Nach einem Höchststand von bis zu 120 Euro/m² gingen die Spitzenmieten zuletzt auf rund 100 Euro/m² zurück; für 2026 wird ein Niveau um rund 96 Euro/m² erwartet. "Tirol zeigt deutlich, dass moderne Handelsimmobilien heute wesentlich stärker auf Erlebnis, Aufenthaltsqualität und flexible Nutzungskonzepte setzen müssen", so KommR Arno Wimmer von REMAX Commercial Tirol.

Klagenfurt: Spitzenmieten liegen weiterhin bei rund 25 Euro/m².

Bregenz: Markt zeigt sich vergleichsweise stabil; Vermietungen sind anspruchsvoller. "Neue Handelsprojekte kommen bei uns de facto kaum mehr auf den Markt", erklärt Philipp Feurstein von REMAX Commercial Vorarlberg.

Sankt Pölten: Spitzenmieten bewegen sich aktuell bei rund 35 Euro/m².

Die vollständige Tabelle mit Von-bis-Preisen für 2022–2025 und der Prognose 2026, Quellenangaben sowie Grafiken finden Sie in der Originalmeldung bzw. bei REMAX: www.remax.at/presse/presseaussendungen und in der OTS-Aussendung: ots.at (27.05.2026).

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