Im Sportausschuss diskutierten Abgeordnete mit Sport-Staatssekretärin Michaela Schmidt über die Effektivität des Mitteleinsatzes und Maßnahmen zur Integrität des Sports. Ein FPÖ-Antrag zur Teilnahme an Frauenwettkämpfen ausschließlich nach dem biologischen Geschlecht wurde abgelehnt; mehrere weitere Anträge wurden vertagt.
Im Sportausschuss diskutierten Abgeordnete mit Sport-Staatssekretärin Michaela Schmidt über die Effektivität des Mitteleinsatzes und an einer Strategie für die Integrität des Sports gearbeitet werde. Ein FPÖ-Antrag, Teilnahme an Frauenwettkämpfen ausschließlich nach dem biologischen Geschlecht zu erlauben, wurde abgelehnt; mehrere weitere Anträge wurden vertagt.
In der Aussprache stellte Markus Leinfellner (FPÖ) Fragen zum „Gender Trainee Programm“, das mehr Trainerinnen und Funktionärinnen für den Spitzensport ausbilden soll. Staatssekretärin Schmidt erklärte, das Programm umfasse die Bereiche Trainerin, Management und Talentcoach und werde trotz knapper Budgets weitergeführt. Man arbeite eng mit Verbänden, Vereinen und Ländern zusammen, um geeignete Personen an passende Positionen zu bringen.
Zum Thema Leistungsvereinbarungen mit Verbänden forderte Leinfellner, Förderungen sollten nicht als 'Gießkanne' verteilt, sondern an Leistung gebunden werden. Das Ressort nannte die Ausarbeitung komplexer als erwartet und plant im Herbst Klärungen mit einem Pilot-Dachverband, um messbare Ziele und Abgrenzungen von Kosten zu erreichen.
Nicole Sunitsch (FPÖ) fragte nach Entlastungen für kleine und mittlere Vereine; Harald Schuh warnte vor Folgen möglicher Budgetkürzungen für das Ehrenamt. Schmidt verwies auf bereits umgesetzte Verbesserungen bei Ehrenamtspauschale und Reiseaufwandspauschale sowie auf Erleichterungen durch die Digitalisierung von Förderansuchen. Bei Turnsälen habe das Ressort nur bei Bundesschulen Einfluss; Förderkriterien für Neu- und Umbauten wurden ergänzt, damit Benützbarkeit außerhalb des Schulbetriebs sichergestellt ist.
Zur täglichen Bewegungseinheit (TBE) erklärten Christoph Zarits (ÖVP) und Maximilian Köllner (SPÖ), dass Querfinanzierung aus Gesundheits- und Bildungsressort sowie Ländern sinnvoll sei. Schmidt sagte, erstmals sei eine dreijährige Finanzierungsperiode sichergestellt; Bildungs- und Gesundheitsressort würden finanziell beitragen. Im OTS-Text heißt es zudem, eine eigene Programmschiene für Schülerinnen und Schüler mit Behinderungen sei nicht vorgesehen.
Zur Prüfung eines Nationalstadions sagte Schmidt, diese umfasse zahlreiche Kriterien, darunter Denkmalschutz; Ergebnisse werden 2027 erwartet. Ein Multifunktionsstadion erscheine sinnvoll, und mit der Stadt Wien gebe es bereits Gespräche. Bei der Förderung von Sporttechnologie wurde die Bundes-Sport GmbH als geeignete Stelle identifiziert; auch die Expertise von Universitäten und Hochschulen werde genutzt.
Auf Fragen zu Safe Sport verwies Schmidt auf laufende Anstrengungen zur Verbesserung von Schutzmaßnahmen. Man habe sich Präventions- und Anlaufstellenmodelle in der Schweiz und in Finnland angesehen und treffe bei Integritätsverletzungen auch schwierige Entscheidungen, etwa Förderstreichungen. Derzeit werde an einer 'Hausordnung' für den österreichischen Sport gearbeitet, wobei rechtliche Fragen zu klären seien.
Die FPÖ forderte, die Teilnahme an Frauenwettkämpfen an das biologische Geschlecht zu knüpfen; Markus Leinfellner und Nicole Sunitsch bezeichneten die Teilnahme biologischer Männer an Frauenwettkämpfen als unfair. Heike Eder (ÖVP), Christoph Zarits (ÖVP) und Bernhard Höfler (SPÖ) wiesen auf Zuständigkeiten der Verbände und die Autonomie sportmedizinischer Entscheidungen hin. Der FPÖ-Antrag blieb in der Minderheit.
Die FPÖ setzte sich außerdem für den Erhalt des Sportbudgets ein. Im OTS-Text heißt es, NEOS-Abgeordnete sprachen sich für die Vertagung des Antrags aus, da noch keine Budgetzahlen vorlägen; Werner Kogler (Grüne) zeigte sich unzufrieden mit der Begründung. Staatssekretärin Schmidt betonte, auch der Sportbereich müsse zur Budgetkonsolidierung beitragen und Prioritäten setzen; die Verbände entscheiden letztlich über die Schwerpunktverteilung der Förderungen.
Die Grünen verlangen eine bundesweite Strategie für Sportgroßveranstaltungen und eine koordinierte Herangehensweise bei Bewerbungen für internationale Großveranstaltungen. Werner Kogler (Grüne) nannte Nachhaltigkeit, Umwelt- und Klimaschutz sowie Sicherheit als relevante Kriterien. Zudem fordern die Grünen eine 'Safe-Sport-Offensive' und ein rechtlich verankertes Integritätssystem mit unabhängiger Meldestelle und verbindlichen Mindeststandards für Prävention, Schutzkonzepte und Opferrechte. Gespräche mit Verbänden liefen weiterhin.