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Soziale Alltagsbegleitung in NÖ: Einsatzstunden verfünffacht

Bereits 460 Alltagsbegleiterinnen und Alltagsbegleiter betreuen monatlich über 1.700 Menschen in Niederösterreich

29. Dezember 2025
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Die Soziale Alltagsbegleitung in Niederösterreich verzeichnet 2025 einen Rekord: Über 200.000 Einsatzstunden bedeuten eine Verfünffachung seit 2021.

Die Soziale Alltagsbegleitung hat sich in Niederösterreich zu einem unverzichtbaren Pfeiler des Sozialsystems entwickelt. Mit über 200.000 Einsatzstunden im Jahr 2025 verzeichnet das Betreuungsangebot einen historischen Höchststand – eine bemerkenswerte Entwicklung, die das wachsende Bewusstsein für niederschwellige Unterstützungsangebote im Pflegebereich widerspiegelt.

Rasantes Wachstum seit 2021

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Wurden im Jahr 2021 noch 40.500 Einsatzstunden geleistet, hat sich dieses Volumen innerhalb von nur vier Jahren auf über 200.000 Stunden verfünffacht. Dieser enorme Zuwachs verdeutlicht nicht nur den steigenden Bedarf an Unterstützungsleistungen für ältere und pflegebedürftige Menschen, sondern auch die erfolgreiche Etablierung des Angebots in der niederösterreichischen Bevölkerung.

Sozial-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister unterstreicht die Bedeutung dieses Erfolgs: „Die Sozialen Alltagsbegleiterinnen und Alltagsbegleiter sind eine wichtige Stütze für unsere Landsleute und das niederösterreichische Sozialsystem." Aktuell sind rund 460 Alltagsbegleiterinnen und Alltagsbegleiter im Einsatz, die monatlich mehr als 1.700 Personen betreuen.

Was leisten Soziale Alltagsbegleiterinnen und Alltagsbegleiter?

Das Tätigkeitsfeld der Sozialen Alltagsbegleitung ist bewusst breit gefächert und orientiert sich an den individuellen Bedürfnissen der betreuten Personen. Im Zentrum steht dabei nicht die klassische Pflege, sondern die Unterstützung im täglichen Leben und die Entlastung pflegender Angehöriger.

Gesellschaft und soziale Kontakte

Einsamkeit ist gerade im Alter ein weitverbreitetes Problem. Die Alltagsbegleiterinnen und Alltagsbegleiter leisten den betreuten Personen Gesellschaft, führen Gespräche und hören aufmerksam zu. Auch das Vorlesen gehört zu den regelmäßigen Tätigkeiten – ein Angebot, das besonders Menschen mit Sehbeeinträchtigungen zugutekommt.

Gemeinsame Aktivitäten und Beschäftigung

Aktive Teilhabe am Leben steht im Vordergrund der Sozialen Alltagsbegleitung. Die Betreuungskräfte animieren zu gemeinsamen Beschäftigungen wie:

  • Gesellschaftsspiele und Gedächtnistraining
  • Basteln und kreative Tätigkeiten
  • Gemeinsames Kochen und Backen
  • Spaziergänge in der näheren Umgebung
  • Kleine Ausflüge und Unternehmungen

Diese Aktivitäten tragen wesentlich dazu bei, den Alltag abwechslungsreicher zu gestalten und geistig wie körperlich aktiv zu bleiben.

Praktische Unterstützung im Haushalt

Neben der sozialen Komponente umfasst die Alltagsbegleitung auch praktische Hilfestellungen. Gemeinsame Besorgungen, Unterstützung bei alltäglichen Verrichtungen und hauswirtschaftliche Tätigkeiten gehören zum Leistungsspektrum. Wichtig dabei: Die Alltagsbegleitung ersetzt keine professionelle Pflege, sondern ergänzt bestehende Versorgungsstrukturen sinnvoll.

Für wen ist das Angebot gedacht?

Die Soziale Alltagsbegleitung richtet sich an verschiedene Personengruppen, die im Alltag Unterstützung benötigen. Dazu zählen ältere Menschen, die noch selbstständig leben, aber punktuelle Hilfe brauchen. Auch kranke oder pflegebedürftige Personen profitieren von dem Angebot. Ein wesentlicher Aspekt ist zudem die Entlastung pflegender Angehöriger, die durch die stundenweise Betreuung Freiräume für eigene Bedürfnisse gewinnen.

Wie Landesrätin Teschl-Hofmeister betont, leisten die Alltagsbegleiterinnen und Alltagsbegleiter damit „wichtige Hilfestellungen für Ältere, Kranke oder pflegebedürftige Menschen".

Rahmenbedingungen und Kostenregelung

Die Soziale Alltagsbegleitung ist nicht auf kurzfristige oder einmalige Einsätze ausgelegt, sondern als regelmäßiges Betreuungsangebot konzipiert. Um eine sinnvolle Betreuung zu gewährleisten, gelten folgende Regelungen:

Einsatzzeiten

Die Mindesteinsatzdauer beträgt zwei Stunden pro Termin, während sechs Stunden als Obergrenze empfohlen werden. Diese Zeitspanne ermöglicht einerseits eine effektive Betreuung und verhindert andererseits eine Überlastung der Betreuungskräfte.

Stundenkontingente

Im Regelfall können pro Monat bis zu 20 Einsatzstunden und pro Jahr bis zu 150 Einsatzstunden mit dem Land Niederösterreich abgerechnet werden. Für Personen mit erhöhtem Betreuungsbedarf besteht die Möglichkeit, das Kontingent auf 40 Stunden monatlich beziehungsweise 300 Stunden jährlich zu erhöhen.

Kostenbeteiligung

Die betreute Person hat einen Kostenbeitrag zu leisten. Das Land Niederösterreich übernimmt einen Teil der Kosten, wodurch das Angebot für einen breiten Personenkreis leistbar wird. Die genaue Höhe des Eigenanteils richtet sich nach den jeweiligen Rahmenbedingungen.

Bedeutung für das Pflegesystem in Niederösterreich

Die Soziale Alltagsbegleitung nimmt eine wichtige Position im Spektrum der Betreuungs- und Pflegeleistungen ein. Sie schließt eine Lücke zwischen vollständiger Selbstständigkeit und professioneller Pflege. Viele Menschen benötigen nicht rund um die Uhr Betreuung, profitieren aber enorm von regelmäßiger, niederschwelliger Unterstützung.

Das Angebot trägt auch dazu bei, dass Menschen länger in ihrer gewohnten Umgebung bleiben können. Ein Umzug in eine Pflegeeinrichtung kann oft hinausgezögert oder vermieden werden, wenn im Alltag ausreichend Unterstützung vorhanden ist. Dies entspricht nicht nur dem Wunsch der meisten Betroffenen, sondern entlastet auch das stationäre Pflegesystem.

Entlastung für pflegende Angehörige

Ein nicht zu unterschätzender Aspekt der Sozialen Alltagsbegleitung ist die Entlastung pflegender Angehöriger. In Österreich wird ein Großteil der Pflege von Familienmitgliedern übernommen – eine Aufgabe, die physisch wie psychisch äußerst fordernd ist.

Durch die stundenweise Übernahme der Betreuung gewinnen pflegende Angehörige wertvolle Zeit für sich selbst. Ob für eigene Arzttermine, Behördengänge, soziale Kontakte oder schlicht zur Erholung – diese Auszeiten sind essenziell, um langfristig die Pflegefähigkeit zu erhalten und einem Burnout vorzubeugen.

Ausblick und weitere Informationen

Die stetig steigenden Einsatzzahlen deuten darauf hin, dass der Bedarf an Sozialer Alltagsbegleitung auch in den kommenden Jahren weiter wachsen wird. Die demografische Entwicklung mit einer alternden Bevölkerung macht niederschwellige Betreuungsangebote zunehmend wichtiger.

Wer Interesse an der Sozialen Alltagsbegleitung hat – sei es als betreute Person, als Angehöriger oder als potenzielle Betreuungskraft – findet weiterführende Informationen auf der Website des Landes Niederösterreich unter www.noe.gv.at/noe/Pflege/Soziale_Alltagsbegleitung.html. Auch die regionalen Rechtsträger stehen für Auskünfte zur Verfügung.

Die Entwicklung der Sozialen Alltagsbegleitung in Niederösterreich zeigt eindrucksvoll, wie ein gut konzipiertes Angebot innerhalb weniger Jahre zu einem festen Bestandteil des Sozialsystems werden kann. Mit über 200.000 Einsatzstunden und steigender Tendenz ist dieses Modell ein Erfolgsbeispiel für bedarfsgerechte Unterstützung im Alltag.

Schlagworte

#Unterstützung#Teschl-Hofmeister#Gesellschaft

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