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Sex in the City: Wien startet kostenlose Aufklärungs-Workshops

16. März 2026 um 15:05
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Ab April 2026 können Wiener Jugendliche wieder von einem besonderen Bildungsangebot profitieren: Die Wiener Gesundheitsförderung (WiG) setzt ihre erfolgreiche Workshop-Reihe „Sex in the City" fort

Ab April 2026 können Wiener Jugendliche wieder von einem besonderen Bildungsangebot profitieren: Die Wiener Gesundheitsförderung (WiG) setzt ihre erfolgreiche Workshop-Reihe „Sex in the City" fort und erweitert das Programm sogar um einen zusätzlichen Baustein zu digitalen Medien und Sexualität. Diese kostenlose Initiative richtet sich an 13- bis 19-Jährige und behandelt sensible Themen wie erste Liebe, Verhütung und Geschlechteridentitäten in einem geschützten Rahmen.

Sexuelle Bildung als gesellschaftlicher Auftrag

Sexuelle Aufklärung ist weit mehr als die reine Vermittlung biologischer Fakten. Sie umfasst die ganzheitliche Bildung zu Körperwahrnehmung, Beziehungen, Emotionen und gesellschaftlichen Normen. Der Begriff „sexuelle Gesundheit" wurde von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert als „ein Zustand des körperlichen, emotionalen, mentalen und sozialen Wohlbefindens in Bezug auf die Sexualität". Diese Definition zeigt, wie komplex und vielschichtig das Thema ist, das weit über die klassische Aufklärung hinausgeht.

In Österreich ist sexuelle Bildung seit den 1970er Jahren als fächerübergreifendes Unterrichtsprinzip im Lehrplan verankert. Dennoch zeigen Studien immer wieder Wissenslücken bei Jugendlichen auf. Eine Erhebung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung aus 2020 ergab, dass 43 Prozent der befragten Jugendlichen ihr Aufklärungswissen als unzureichend bewerten. Hier setzen Programme wie „Sex in the City" an und schließen wichtige Bildungslücken.

Das Wiener Modell im Detail

Die WiG-Workshops folgen einem durchdachten pädagogischen Konzept. In zwei Einheiten zu je 50 Minuten werden sieben verschiedene Themenbereiche abgedeckt. Neu hinzugekommen ist 2026 der Workshop zu digitalen Medien und Sexualität – ein Thema von höchster Aktualität. Pornografie-Konsum beginnt heute oft bereits im Alter von 11 bis 13 Jahren, meist unbeabsichtigt über Social Media oder Messenger-Dienste. Diese frühe Konfrontation mit unrealistischen Darstellungen von Sexualität kann zu falschen Vorstellungen und Erwartungsdruck führen.

Die Workshop-Struktur berücksichtigt entwicklungspsychologische Aspekte der Zielgruppe. Jugendliche zwischen 13 und 19 Jahren durchleben eine Phase intensiver körperlicher und emotionaler Veränderungen. Die Pubertät bringt nicht nur hormonelle Umstellungen mit sich, sondern auch die Auseinandersetzung mit der eigenen Identität und ersten romantischen Beziehungen. Professionelle Sexualpädagogen schaffen in den Workshops einen Rahmen, in dem diese Themen ohne Scham oder Verurteilung besprochen werden können.

Themenvielfalt und methodischer Ansatz

Das Spektrum der behandelten Inhalte ist bewusst breit angelegt. „Erste Liebe" umfasst nicht nur romantische Gefühle, sondern auch den Umgang mit Zurückweisung, Eifersucht und Kommunikation in Beziehungen. Verhütung wird nicht nur technisch erklärt, sondern auch im Kontext von Verantwortung und gegenseitigem Respekt diskutiert. Besonders wichtig ist die Auseinandersetzung mit Geschlechteridentitäten und Rollenbildern, da traditionelle Geschlechternormen zunehmend hinterfragt werden.

Die Methodologie basiert auf partizipativen Ansätzen. Statt Frontalunterricht stehen Diskussionen, Gruppenarbeiten und die Möglichkeit für anonyme Fragen im Mittelpunkt. Diese Herangehensweise entspricht modernen pädagogischen Erkenntnissen, die besagen, dass Lernen am effektivsten ist, wenn Jugendliche aktiv einbezogen werden und ihre eigenen Erfahrungen einbringen können.

Vergleich mit anderen Bundesländern

Wien nimmt mit seinem Angebot eine Vorreiterrolle in Österreich ein. Während alle Bundesländer sexuelle Bildung im Lehrplan haben, variiert die praktische Umsetzung erheblich. In der Steiermark gibt es seit 2019 das Projekt „Liebe, Sex und so

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