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Samariterbund will Freiwilliges Sozialjahr als Orientierung stärken

Organisation sieht FSJ als wichtigen Karriere-Wegweiser für Maturanten

23. Februar 2026
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Der Samariterbund möchte das Freiwillige Sozialjahr weiter ausbauen und fordert Anerkennung der Praxiserfahrung bei Medizin-Aufnahmeverfahren.

Mit dem nahenden Semesterende stehen viele österreichische Maturanten vor einer wichtigen Entscheidung: Soll es direkt ins Studium gehen, eine Ausbildung beginnen oder erst einmal praktische Erfahrungen gesammelt werden? Der Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs sieht im Freiwilligen Sozialjahr (FSJ) eine bewährte Lösung für diese Orientierungsphase und möchte das Programm weiter stärken.

FSJ als bewährtes Orientierungsjahr

"Das Freiwillige Sozialjahr ist eine Erfolgsgeschichte, weil es jungen Menschen realistische Einblicke in mögliche Ausbildungs- und Berufswege gibt", erklärt Franz Schnabl, Präsident des Samariterbundes. Das FSJ hat sich österreichweit als verlässliches Orientierungsjahr etabliert und verbindet sinnstiftende Tätigkeiten mit praktischen Einblicken in verschiedene Bereiche des Gesundheits- und Sozialwesens.

Die Teilnehmer erhalten während ihres Einsatzes authentische Einblicke in den Alltag verschiedener Bereiche - vom Rettungsdienst über die Pflege bis hin zu sozialen Einrichtungen. Diese Praxiserfahrung ermöglicht es jungen Menschen, ihre berufliche Zukunft auf einer fundierten Basis zu planen, bevor sie sich langfristig festlegen.

Wertvolle Praxiserfahrung vor der Berufswahl

Wolfgang Dihanits, stellvertretender Bundessekretär des Samariterbundes, betont den praktischen Nutzen des Programms: "Viele merken im Freiwilligen Sozialjahr rasch, ob Pflege oder Rettungsdienst wirklich zu ihnen passt. Diese Orientierung ist enorm wertvoll – für die jungen Menschen und auch für das System."

Während des FSJ sammeln die Teilnehmer vielfältige Erfahrungen: Sie erleben Teamarbeit unter realen Bedingungen, übernehmen Verantwortung, haben direkten Patientenkontakt und lernen auch die anspruchsvollen Seiten des Berufsalltags kennen. Diese umfassende Praxiserfahrung hilft dabei, eine bewusste Entscheidung für die weitere Laufbahn zu treffen.

Neue Perspektiven für junge Frauen

Besonders für junge Frauen fungiert das FSJ als wichtiger Türöffner in Bereiche, die traditionell männlich dominiert waren. Beim Samariterbund zeigt sich ein deutlicher Wandel: Frauen prägen zunehmend Bereiche wie das Sanitätswesen oder die Katastrophenhilfe mit.

"Dass Frauen diese Einsatzbereiche beim Samariterbund immer mehr erobern, ist sehr erfreulich. Das FSJ spielt dabei eine Schlüsselrolle", so Präsident Schnabl. Diese Entwicklung trägt zur Diversifizierung des Gesundheits- und Rettungswesens bei und eröffnet jungen Frauen neue Karriereperspektiven in wichtigen gesellschaftlichen Bereichen.

FSJ als Sprungbrett ins Medizinstudium

Eine besonders interessante Beobachtung macht der Samariterbund bei FSJ-Absolventen: Viele entscheiden sich nach ihrem Jahr im Rettungsdienst für ein Medizinstudium. Die während des FSJ erworbenen Kompetenzen stellen aus Sicht der Organisation eine wertvolle Vorbereitung auf das anspruchsvolle Studium dar.

Die Teilnehmer entwickeln während ihres Einsatzes wichtige Fähigkeiten wie professionellen Patientenkontakt, Arbeiten unter Druck, Kommunikationsstärke und Teamfähigkeit. Diese praktischen Erfahrungen können später im Medizinstudium und der ärztlichen Tätigkeit von großem Nutzen sein.

Forderung nach Anerkennung bei Aufnahmeverfahren

Dihanits sieht hier Verbesserungspotential im österreichischen Bildungssystem: "Ein Jahr als Sanitäterin oder Sanitäter ist gelebte Praxis und Vorbildung. Diese Erfahrung sollte im Aufnahmeverfahren für die Medizin-Universitäten berücksichtigt werden – etwa über einen klaren Bonus oder ein definiertes Bewertungselement."

Diese Forderung zielt darauf ab, praktische Erfahrungen im Gesundheitswesen bei der Studienplatzvergabe stärker zu gewichten. Dadurch würden junge Menschen, die sich bereits praktisch engagiert haben, bei der Zulassung zum Medizinstudium entsprechend berücksichtigt werden.

Koexistenz von FSJ und Zivildienst

Der Samariterbund sieht das Freiwillige Sozialjahr nicht als Konkurrenz zum Zivildienst, sondern als sinnvolle Ergänzung im österreichischen Sozialsystem. Beide Programme leisten nach Ansicht der Organisation einen unverzichtbaren Beitrag für die Gesellschaft und die Hilfsstrukturen.

"Es geht nicht um ein Entweder-oder, sondern um ein sinnvolles Nebeneinander", betont Präsident Schnabl. "Sowohl das FSJ als auch der Zivildienst bieten jungen Menschen wertvolle Erfahrungen und stärken gleichzeitig unser soziales System. Diese Vielfalt ist eine Stärke, die wir erhalten und weiterentwickeln müssen."

Unterschiedliche Zielgruppen und Zugänge

Während der Zivildienst für männliche österreichische Staatsbürger verpflichtend ist (sofern sie keinen Wehrdienst leisten), steht das FSJ allen Interessierten offen – unabhängig vom Geschlecht oder der Staatsangehörigkeit. Diese Vielfalt ermöglicht es, verschiedene Zielgruppen anzusprechen und unterschiedliche Motivationen zu berücksichtigen.

Das FSJ richtet sich besonders an junge Menschen, die bewusst praktische Erfahrungen sammeln möchten, bevor sie ihre weitere Laufbahn planen. Die Freiwilligkeit des Programms führt oft zu besonders motivierten Teilnehmern, die sich gezielt für soziale oder gesundheitliche Bereiche interessieren.

Schlagworte

#Freiwilliges Sozialjahr#Samariterbund#Berufsorientierung#Jugend#Gesundheitswesen#Soziales#Ausbildung#FSJ#Gesundheitspolitik#NGOs

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