45 Jahre nach den ersten Medienberichten über AIDS zeigt die aktuelle parlamentarische Debatte: Nachhaltige HIV-Prävention braucht langfristige Planungssicherheit.
Aids Hilfe Wien verlangt nach Debatte im Gesundheitsausschuss langfristige Planungssicherheit für PrEP, Rückerstattung für KFA-Versicherte und strukturelle Absicherung der Prävention.
Österreich steht nach einer Debatte im Gesundheitsausschuss des Nationalrats erneut vor Fragen zur langfristigen Absicherung der HIV-Prävention – besonders zur Zukunft der Prä-Expositionsprophylaxe (PrEP). Die Aids Hilfe Wien macht deutlich, dass die bisher befristete Regelung zur Kostenzuschussrückerstattung der PrEP nicht ohne Weiteres auslaufen dürfe und verlangt Planungssicherheit sowie strukturelle Absicherung.
In ihrer Aussendung verweist die Aids Hilfe Wien auf die anhaltende Relevanz des Themas: 45 Jahre nach dem ersten in der New York Times beschriebenen Krankheitsbild, das später als die ersten bekannten AIDS-Fälle eingeordnet wurde, sei eine nachhaltige Beschäftigung mit HIV nach wie vor notwendig. Die Organisation betont damit die Bedeutung politischer Entscheidungen für die Präventionsarbeit in Österreich.
Ende Juni fand im Gesundheitsausschuss des Nationalrats eine parlamentarische Debatte über die Zukunft der PrEP statt. In der Aussendung heißt es, dass diese Debatte zeigt, dass Österreich langfristige Planungssicherheit in der HIV-Prävention braucht.
Derzeit bestehe in Österreich eine befristete Kostenzuschussregelung für die PrEP bis Ende 2027, zugleich werde auf politischer Ebene bereits über eine dauerhafte Überführung in die Regelversorgung diskutiert. Die Aids Hilfe Wien begrüßt, dass das Thema parlamentarisch verstärkt behandelt wird.
Die Vorsitzende der Aids Hilfe Wien, Dr.in Mirijam Hall, wird in der Aussendung mit mehreren Aussagen zitiert. Wörtlich heißt es: "Die Einführung der PrEP-Rückerstattung war ein wichtiger und richtiger Schritt. Jetzt braucht es Klarheit, wie es danach weitergeht. HIV-Prävention braucht Verlässlichkeit – für Menschen, die PrEP bereits nutzen, aber auch für jene, die künftig davon profitieren könnten", betont Dr.in Mirijam Hall.
In der Aussendung wird Hall weiter zitiert: "Unbedingt notwendig ist auch, dass künftig auch KFA-Versicherte die PrEP rückerstattet bekommen. Hier lassen wir nicht locker".
Darüber hinaus stellt Hall in der Mitteilung fest: "In der aktuellen politischen Diskussion wird oft argumentiert, Kondome seien ausreichend oder man müsse die Wirksamkeit der PrEP weiter evaluieren. Aus fachlicher Sicht greift das zu kurz. PrEP ist seit Jahren wissenschaftlich etabliert und ein zentraler Bestandteil moderner Kombinationsprävention. Sie ersetzt Kondome nicht, sondern ergänzt sie – und ist für manche Menschen der wirksamste Schutz vor HIV. Entscheidend ist heute nicht mehr, ob PrEP wirkt, sondern ob Menschen niederschwellig und langfristig Zugang dazu haben."
Und weiter: "Prävention darf keine Postleitzahlenfrage und kein Provisorium bleiben. Wer HIV-Neuinfektionen nachhaltig reduzieren will, muss wirksame Präventionsinstrumente strukturell absichern."
Die Aids Hilfe Wien verweist in ihrer Aussendung auf konkrete Hürden aus der täglichen Beratungspraxis: Es gebe weiterhin fehlende Information, regionale Unterschiede im Zugang und Unsicherheiten bei der Inanspruchnahme der PrEP. Diese Punkte nennt die Organisation als Gründe, weshalb neben finanzieller Absicherung auch weitere Maßnahmen notwendig seien.
Neben der langfristigen Absicherung der PrEP fordert die Aids Hilfe Wien laut Aussendung den Ausbau von Testangeboten, den Abbau von Stigmatisierung sowie eine moderne, integrierte Versorgung im Bereich sexueller Gesundheit. Diese Forderungen sind Teil der in der Mitteilung dargestellten Sichtweise auf die weiteren Schritte in der Prävention.
Die Aids Hilfe Wien verweist in der Aussendung auf eine aktuelle Warnung von UNAIDS: Laut UNAIDS sei die Zahl der Menschen, die in 62 berichtenden Ländern PrEP zumindest einmal im Jahr erhalten haben, zwischen 2024 und 2025 um 38 Prozent zurückgegangen. Diese Angabe nutzt die Organisation in ihrer Argumentation, um auf die Fragilität von Fortschritten in der HIV-Prävention hinzuweisen.
Die Verweise in der Aussendung auf UNAIDS und auf die parlamentarische Debatte verdeutlichen, dass die Aids Hilfe Wien die Forderung nach dauerhafter Regelversorgung und nach zusätzlicher Absicherung mit internationalen und nationalen Daten und politischen Prozessen verknüpft.
PrEP (Prä-Expositionsprophylaxe): PrEP steht in der Aussendung als Abkürzung für Prä-Expositionsprophylaxe. Dabei handelt es sich sprachlich um eine medizinische Bezeichnung für eine Maßnahme, mit der Menschen vor einer Ansteckung geschützt werden sollen. In der Mitteilung wird PrEP als ein Instrument neben dem Kondom genannt.
Kondom: In der Aussendung wird das Kondom als bereits bekanntes Präventionsmittel erwähnt. Die Aids Hilfe Wien betont, dass PrEP das Kondom nicht ersetzt, sondern ergänzt, und dass beides Teil einer modernen Kombinationsprävention sein kann.
Kombinationsprävention: Dieser Begriff taucht in der Aussendung auf und wird dort als fachlicher Kontext genannt. Er beschreibt die Verwendung mehrerer Präventionsinstrumente nebeneinander; die Aids Hilfe Wien bezeichnet PrEP als "zentralen Bestandteil moderner Kombinationsprävention".
Kostenzuschussregelung / Rückerstattung: In der Aussendung wird erwähnt, dass es in Österreich eine befristete Kostenzuschussregelung für die PrEP bis Ende 2027 gibt und dass die Einführung der PrEP-Rückerstattung in der Vergangenheit als ein Schritt bezeichnet wird, der nun einer Klärung der weiteren Ausgestaltung bedarf.
UNAIDS: UNAIDS wird in der Mitteilung als Quelle für internationale Zahlen genannt; konkret zitiert die Aids Hilfe Wien eine Zahl zu einem Rückgang der PrEP-Nutzung in 62 berichtenden Ländern zwischen 2024 und 2025 um 38 Prozent.
Aus der Aussendung lassen sich folgende Forderungspunkte der Aids Hilfe Wien ableiten: dauerhafte Planungssicherheit für PrEP außerhalb befristeter Regelungen, die Ausweitung von Rückerstattungen so dass auch KFA-Versicherte eingeschlossen sind, der Ausbau von Testangeboten, Maßnahmen zum Abbau von Stigmatisierung sowie eine moderne, integrierte Versorgung im Bereich sexueller Gesundheit. Diese Punkte werden in der Mitteilung als notwendige ergänzende Maßnahmen neben der finanziellen Absicherung genannt.
Die Organisation verbindet ihre Forderungen mit der Einschätzung, dass politische Klarheit und strukturelle Maßnahmen notwendig seien, um Hürden wie fehlende Information und regionale Zugangsunterschiede zu beheben. Solche Formulierungen finden sich wörtlich oder sinngemäß in der Aussendung der Aids Hilfe Wien.
Was ist das zentrale Anliegen der Aids Hilfe Wien in dieser Aussendung?
Die Aids Hilfe Wien fordert langfristige Planungssicherheit für die PrEP in Österreich. In der Mitteilung wird betont, dass die bisherige befristete Kostenzuschussregelung bis Ende 2027 nicht ohne weitere Klärung auslaufen sollte und dass eine dauerhafte Regelversorgung diskutiert wird.
Wie lange ist die Kostenzuschussregelung aktuell befristet?
In der Aussendung heißt es ausdrücklich, dass die Kostenzuschussregelung für die PrEP in Österreich befristet bis Ende 2027 besteht. Das ist die konkrete zeitliche Angabe, die in der Mitteilung genannt wird.
Welche zusätzliche Gruppe nennt die Aids Hilfe Wien für die Rückerstattung?
Die Organisation nennt in ihrer Aussendung, dass künftig auch KFA-Versicherte die PrEP rückerstattet bekommen sollten. Diese Forderung wird in der Mitteilung als "Unbedingt notwendig" bezeichnet.
Welche Probleme nennt die Aids Hilfe Wien aus der Beratungspraxis?
Aus der täglichen Beratungspraxis nennt die Aids Hilfe Wien fehlende Information, regionale Unterschiede im Zugang zu PrEP und Unsicherheiten bei der Inanspruchnahme als bestehende Hürden. Diese Punkte werden in der Mitteilung als Gründe für ergänzende Maßnahmen genannt.
Welche internationalen Zahlen werden in der Aussendung zitiert?
Die Aids Hilfe Wien verweist auf UNAIDS-Angaben: In 62 berichtenden Ländern sei die Zahl der Menschen, die PrEP zumindest einmal im Jahr erhalten haben, zwischen 2024 und 2025 um 38 Prozent zurückgegangen. Diese Zahl nutzt die Organisation in ihrer Argumentation zur Dringlichkeit nachhaltiger Präventionsstrategien.
Welche weiteren Maßnahmen fordert die Aids Hilfe Wien neben finanzieller Absicherung?
In der Aussendung werden der Ausbau von Testangeboten, der Abbau von Stigmatisierung und eine moderne, integrierte Versorgung im Bereich sexueller Gesundheit als ergänzende Maßnahmen genannt. Diese Punkte stehen zusammen mit der Forderung nach dauerhafter Regelversorgung für die PrEP.
Quellen, die in der Aussendung genannt werden: Parlament und UNAIDS.
Kontakt laut Aussendung: Aids Hilfe Wien, Juliana Metyko-Papousek, Bakk.phil., Telefon: 0660 592 11 25.