Am 23. Dezember 2025, nur wenige Tage vor Weihnachten, stehen Österreichs Pflegeheime und mobile Pflegedienste vor einer neuen Herausforderung. Die Digitalisierung im Gesundheitswesen, ein zentrales Thema im Regierungsprogramm, bringt sowohl Chancen als auch erhebliche finanzielle Belastungen mit si
Am 23. Dezember 2025, nur wenige Tage vor Weihnachten, stehen Österreichs Pflegeheime und mobile Pflegedienste vor einer neuen Herausforderung. Die Digitalisierung im Gesundheitswesen, ein zentrales Thema im Regierungsprogramm, bringt sowohl Chancen als auch erhebliche finanzielle Belastungen mit sich. Besonders betroffen sind die Einrichtungen durch die Verpflichtung, sich bis Ende 2027 an die elektronische Gesundheitsakte (ELGA) anzuschließen. Diese Maßnahme soll die Qualität und Effizienz der Pflege verbessern, erfordert jedoch erhebliche Investitionen, die viele Einrichtungen an ihre finanziellen Grenzen bringen.
Die elektronische Gesundheitsakte, kurz ELGA, ist ein zentrales Projekt der österreichischen Gesundheitsreform. Sie soll als umfassende Datenplattform für Patientinnen und Patienten sowie Gesundheitsdienstleister dienen. Die Anbindung an ELGA erfordert jedoch umfangreiche technische Anpassungen in den Pflegeheimen, die mit hohen Kosten verbunden sind. Jakob Kabas, Präsident des Lebenswelt Heim Bundesverbandes, betont, dass allein in den sieben steirischen Pflegeheimen seines Verbandes mehrere hunderttausend Euro aufgebracht werden müssen, um die Anforderungen zu erfüllen.
Die Pflegeheime stehen unter Druck, gesetzliche Vorgaben umzusetzen, während die finanziellen Mittel knapp sind. Die Regierung hat zwar die Frist im Gesundheitstelematikgesetz verlängert, jedoch fehlt eine entsprechende Anpassung der Verordnung. Diese Verzögerung bringt die Einrichtungen in eine schwierige Lage, da sie bereits mit den Vorbereitungen für die Anbindung an ELGA begonnen haben.
Zusätzlichen Ärger verursacht die Verschiebung des Innovationsfonds, der ursprünglich 2026 zur Unterstützung der ambulanten Pflege und Versorgung vorgesehen war, nun aber erst 2027 zur Verfügung stehen soll. Diese Entscheidung trifft vor allem mobile Pflegedienste hart, die auf diese Fördermittel angewiesen sind, um ihre Dienstleistungen weiter auszubauen.
Während Österreich mit der Digitalisierung im Gesundheitswesen voranschreitet, haben Länder wie Deutschland und die Schweiz bereits ähnliche Systeme implementiert. In Deutschland wurde die elektronische Patientenakte 2021 eingeführt, allerdings mit umfangreicher finanzieller Unterstützung durch den Staat. Die Schweiz hingegen setzt auf eine schrittweise Einführung, um den finanziellen Druck auf die Einrichtungen zu minimieren.
Die finanziellen Belastungen der Pflegeheime könnten langfristig auch die Bewohnerinnen und Bewohner betreffen. Höhere Kosten für die Einrichtungen könnten zu steigenden Gebühren führen, was insbesondere für einkommensschwache Senioren problematisch wäre. Zudem ist die Qualität der Pflege gefährdet, wenn Einrichtungen gezwungen sind, an anderer Stelle Einsparungen vorzunehmen.
Experten wie Jakob Kabas fordern die Regierung auf, die Digitalisierung im Gesundheitswesen zielgerichtet zu fördern und finanzielle Unterstützung zu gewährleisten. Ohne diese Unterstützung könnten viele kleinere Einrichtungen in ihrer Existenz gefährdet sein. Die Zukunft der Pflege in Österreich hängt maßgeblich davon ab, wie schnell und effektiv diese Herausforderungen gemeistert werden können.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Digitalisierung der Pflege in Österreich ein wichtiger Schritt in die Zukunft ist, der jedoch mit erheblichen finanziellen Herausforderungen verbunden ist. Es bleibt abzuwarten, wie die Regierung auf die Forderungen der Pflegeeinrichtungen reagieren wird. Eine konsistente Förderpolitik könnte den Einrichtungen helfen, die Digitalisierung erfolgreich zu meistern und die Qualität der Pflege langfristig zu sichern.