PRESSEFEUER
StartseiteFeaturesPreiseToolsDocs
Zurück zum Newsroom
Medien

Pestizid-Lobby vor Gericht: IGP scheiterte am Vorwurf

Wissenschaftler bestätigen Belastbarkeit der GLOBAL 2000-Auswertung

23. Juni 2026
Teilen:

GLOBAL 2000 klagte gegen die IGP: Gericht bestätigte, dass die CO₂-Behauptung nicht belegt wurde; Wissenschaftler stützen die Methode.

🔥 Pressefeuer auf Google als bevorzugte Nachrichtenquelle festlegenAktivieren

GLOBAL 2000 hat im Dezember 2025 einen Anstieg des Pestizideinsatzes in Österreich seit 2010 berichtet. Die Umweltschutzorganisation stellte dabei unter anderem fest, dass sich die näherungsweise berechnete behandelte Fläche bei sogenannten Substitutionskandidaten verdoppelt hat; bei PFAS-Pestiziden sei eine Verdreifachung zu beobachten gewesen.

IGP-Klage vor dem Wiener Handelsgericht

Die Industriegruppe Pflanzenschutz (IGP), die in Österreich die Interessen von Pestizidherstellern wie BASF, Syngenta und Bayer/Monsanto vertritt, warf GLOBAL 2000 öffentlich vor, Unwahrheiten zu verbreiten. Kern der Vorwürfe war laut GLOBAL 2000 die Behauptung, Lagergase wie CO₂ seien fälschlich in die Auswertung eingeflossen und hätten so den berichteten Anstieg verursacht. GLOBAL 2000 wies diese Darstellung zurück; eine Richtigstellung durch die IGP verweigerte die Lobbygruppe.

Daraufhin reichte GLOBAL 2000 eine Klage vor dem Wiener Handelsgericht ein mit dem Ziel, Unterlassung und Richtigstellung zu erwirken. Bei der Verhandlung, so berichtet Umweltchemiker Dr. Helmut Burtscher-Schaden, konnte die IGP ihren Vorwurf nicht belegen. Der von der IGP benannte Zeuge habe auf Nachfrage der Richterin bestätigt, dass die verwendete Berechnungsmethode eine Einbeziehung von CO₂ ausschließt.

Pestizid-Einsatz seit 2010: GLOBAL 2000s Befunde

GLOBAL 2000 bezog sich in der Dezember-2025-Meldung auf einen „drastischen Anstieg“ von Pestiziden seit 2010. Die Organisation nennt dabei zwei konkrete Beobachtungen: Bei Substitutionskandidaten habe sich die berechnete behandelte Fläche verdoppelt; bei PFAS-Pestiziden sei sogar eine Verdreifachung festgestellt worden. Diese Angaben stammen aus der vorgelegten Auswertung, wie GLOBAL 2000 sie veröffentlichte.

Die Frage, welche Messgröße zur Bewertung des Pestizideinsatzes herangezogen wird, spielt in der Darstellung von GLOBAL 2000 eine zentrale Rolle: Die Auswertung setzt nicht allein auf verkaufte Kilogramm Wirkstoffe, sondern versucht, die verkauften Mengen in näherungsweise behandelte Flächen umzurechnen, um so Häufigkeiten von Anwendungen abzubilden.

Berechnungsmethode: Hektaraufwandmengen und Wirkstoffmengen

GLOBAL 2000 erläutert, die genutzte Berechnungsmethode sei eine vom Deutschen Umweltbundesamt empfohlene Vorgehensweise. Die Methode rechnet die verkauften Wirkstoffmengen mithilfe standardisierter Hektaraufwandmengen in näherungsweise behandelte Flächen um. Laut GLOBAL 2000 ergeben sich so „gute Näherungswerte für die Häufigkeit von Pestizidanwendungen”.

Umweltchemiker Helmut Burtscher-Schaden betont in der Aussendung, dass CO₂ bei dieser Methode, anders als von der IGP behauptet, nicht berücksichtigt wird. Das von der IGP in die Diskussion gebrachte Argument, CO₂-Emissionen hätten die Auswertung verfälscht, sei daher laut GLOBAL 2000 nicht zutreffend.

Stellungnahme von Zaller, Hofmann und Hutter

GLOBAL 2000 verweist auf eine veröffentlichte Stellungnahme von Johann Zaller, Thilo Hofmann und Hans-Peter Hutter, die die Belastbarkeit der verwendeten Methode bestätigen sollen. In der Mitteilung heißt es, dass sowohl die Berechnungsgrundlagen des deutschen Umweltbundesamtes als auch österreichspezifische Daten der AGES zu einem vergleichbaren Anstieg bei Substitutionskandidaten führen.

Die Stellungnahme, auf die GLOBAL 2000 verweist, ist als Dokument verfügbar; GLOBAL 2000 stellt deren Autoren als Bestätigung der Aussagekraft der Auswertung dar und verweist darauf, dass die behandelte Fläche ein aussagekräftigerer Indikator für die Bewertung des tatsächlichen Pestizideinsatzes sei als allein die verkauften Kilogramm.

Gemeinsame Stellungnahme von Zaller, Hofmann und Hutter (PDF)

Falschinformation und öffentliche Debatte

GLOBAL 2000 kritisiert, dass durch die von der IGP verbreitete CO₂-Behauptung die zentrale Frage der öffentlichen Debatte in den Hintergrund gerückt sei: Warum nehme die Verwendung besonders problematischer Pestizide in Österreich seit Jahren zu? Helmut Burtscher-Schaden wird mit den Worten zitiert: „Statt darüber zu diskutieren und Lösungen zu suchen, wurde plötzlich über einen angeblichen Rechenfehler gesprochen.”

Rechtsanwalt Matthias Heltschl von der Medienrechtskanzlei Windhager wird in der Aussendung mit einer Erläuterung zur Klage zitiert: Die Klage richte sich auf den Widerruf der CO₂-Behauptung als unwahr sowie auf deren künftige Unterlassung. Heltschl macht zudem deutlich, dass die Behauptung von Dritten aufgegriffen und weiterverbreitet worden sei und dadurch die Grundlage für den Vorwurf eines fehlerhaften Ergebnisses bildete.

Begriffe erklärt: Substitutionskandidaten, PFAS, AGES, Umweltbundesamt

Substitutionskandidaten: Im Originaltext werden Substitutionskandidaten als „Pestizide mit besonderen Gefährlichkeitsmerkmalen“ bezeichnet, die nach EU-Recht schrittweise ersetzt werden sollen. GLOBAL 2000 nennt diese Gruppe explizit in Verbindung mit einer Verdopplung der berechneten behandelten Fläche seit 2010.

PFAS-Pestizide: GLOBAL 2000 spricht von PFAS-Pestiziden als solchen, „die Grund- und Trinkwasser belasten“. In der Aussendung wird für diese Stoffgruppe eine Verdreifachung der berechneten behandelten Fläche genannt.

AGES: GLOBAL 2000 verweist auf „österreichspezifische Daten der AGES“ als alternative Berechnungsgrundlage neben den Vorgaben des deutschen Umweltbundesamtes. Im Text wird AGES als Quelle für österreichspezifische Daten genannt.

Deutsches Umweltbundesamt: Die verwendete Berechnungsmethode werde vom Deutschen Umweltbundesamt empfohlen, heißt es in der Aussendung. GLOBAL 2000 führt diese Empfehlung als Grundlage der Umrechnung verkaufter Wirkstoffmengen in näherungsweise behandelte Flächen an.

Hektaraufwandmengen: In der Aussendung wird erklärt, dass die Methode „verkaufte Wirkstoffmengen mithilfe standardisierter Hektaraufwandmengen in näherungsweise behandelte Flächen umrechnet“, um so einen Indikator für Häufigkeiten von Anwendungen zu erhalten.

Welche Punkte die Klage konkret umfasst

Die Klage von GLOBAL 2000 richtet sich laut Aussendung auf die Unterlassung und Richtigstellung der von der IGP erhobenen CO₂-Behauptung. Rechtsanwalt Matthias Heltschl erläutert, dass die Klage gezielt diesen Punkt anspreche, weil die CO₂-Aussage von Dritten weiterverbreitet worden sei und als Grundlage für die Kritik an der Auswertung dienten.

Heltschl hebt zugleich die grundsätzliche Dimension des Falls hervor: Nach seiner Darstellung geht es um die Frage, ob wissenschaftlich fundierte Analysen durch unzutreffende Tatsachenbehauptungen diskreditiert werden dürfen und welche Folgen dies für die Qualität öffentlicher Debatten hat. Das schriftliche Urteil des Gerichts wird in den nächsten Wochen erwartet, so GLOBAL 2000.

FAQ zur Auseinandersetzung zwischen GLOBAL 2000 und IGP

Was hat GLOBAL 2000 im Dezember 2025 berichtet?

GLOBAL 2000 berichtete über einen drastischen Anstieg des Pestizideinsatzes seit 2010. Konkret nennt die Organisation eine Verdoppelung der näherungsweise berechneten behandelten Fläche bei Substitutionskandidaten und eine Verdreifachung bei PFAS-Pestiziden.

Welche Behauptung erhob die IGP gegen GLOBAL 2000?

Die IGP unterstellte GLOBAL 2000 öffentlich, Unwahrheiten verbreitet zu haben. Nach Darstellung von GLOBAL 2000 lautete die konkrete Behauptung, Lagergase wie CO₂ seien fälschlich in die Auswertung eingeflossen und hätten so den berichteten Pestizidanstieg verursacht.

Wie reagierte GLOBAL 2000 auf die Vorwürfe?

GLOBAL 2000 wies die Behauptung zurück und reichte laut eigener Aussendung eine Klage am Wiener Handelsgericht auf Unterlassung und Richtigstellung ein. Bei der Verhandlung konnte die IGP den CO₂-Vorwurf nach Angaben von GLOBAL 2000 nicht belegen.

Welche Berechnungsmethode nutzte GLOBAL 2000?

GLOBAL 2000 gab an, eine Methode zu verwenden, die vom Deutschen Umweltbundesamt empfohlen wird. Diese Methode rechnet verkaufte Wirkstoffmengen mithilfe standardisierter Hektaraufwandmengen in näherungsweise behandelte Flächen um, um Häufigkeiten von Anwendungen abzubilden. Laut GLOBAL 2000 schließt diese Methode CO₂ aus.

Welche Rolle spielen die Stellungnahmen von Wissenschaftlern?

GLOBAL 2000 verweist auf eine veröffentlichte Stellungnahme von Johann Zaller, Thilo Hofmann und Hans-Peter Hutter, die in der Aussendung als Bestätigung der Belastbarkeit der Methode und der Aussagekraft der Ergebnisse genannt wird. Demnach würden sowohl deutsche Berechnungsgrundlagen als auch österreichspezifische Daten der AGES zu vergleichbaren Ergebnissen führen.

Wann ist mit dem schriftlichen Urteil zu rechnen?

GLOBAL 2000 schreibt, das schriftliche Urteil werde in den nächsten Wochen erwartet. Weitere Angaben zum Termin oder Inhalt des Urteils nennt die Aussendung nicht.

Quellen und Kontakt

Quellen: Aussendung von GLOBAL 2000; veröffentlichte Stellungnahme von Johann Zaller, Thilo Hofmann und Hans-Peter Hutter (PDF wie in der Aussendung genannt).

Kontakt bei GLOBAL 2000: Dr. Helmut Burtscher-Schaden, Umweltchemiker GLOBAL 2000, +43 699 14 2000 34; Christoph Gerhardt, Pressesprecher GLOBAL 2000, +43 699 14 2000 26. E-Mail: helmut.burtscher [at] global2000.at, christoph.gerhardt [at] global2000.at

Schlagworte

#Pestizide#PFAS#IGP#GLOBAL2000#Pestizid-Lobby#TFA#Landwirtschaft#Chemische Industrie#Essen und Trinken#NGOs

Weitere Meldungen

OTS
Medien

„Report“: Graz wählt anders – ORF am 23. Juni 2026

22. Juni 2026
Lesen
OTS
Medien

Die Villa Maund: ORF-Dokumentation am 28. Juni, 16:30

22. Juni 2026
Lesen
OTS
Medien

Start der Seitenblicke Sommerbühne am 24. Juni in ORF 2

22. Juni 2026
Lesen
Alle Meldungen anzeigen
PRESSEFEUER

Deutschsprachige KI-PR-Software aus Österreich für den DACH-Raum.

Produkt

  • Features
  • Preise
  • API & Agents
  • Docs

Ressourcen

  • Kostenlose Tools
  • Tools-Doku
  • MCP für Agenten
  • MCP Tool-Referenz
  • Agent Security
  • llms.txt
  • llms-full.txt
  • agents.txt

Unternehmen

  • Über uns
  • Kontakt

Rechtliches

  • Impressum
  • Datenschutz
  • AGB

© 2026 Pressefeuer.at. Powered by AdSimple.