Das Wiener Community TV OKTO macht einen großen Sprung in die digitale Zukunft: Mit einer brandneuen App für Smartphones und Tablets, erweiterten Streaming-Angeboten und einem wöchentlichen Newslet...
Das Wiener Community TV OKTO macht einen großen Sprung in die digitale Zukunft: Mit einer brandneuen App für Smartphones und Tablets, erweiterten Streaming-Angeboten und einem wöchentlichen Newsletter baut der Sender seine Reichweite massiv aus. Die Neuerungen machen das vielfältige Programm des Community-Fernsehens nun für noch mehr Menschen in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland zugänglich – und das völlig kostenlos.
Ab sofort können Zuseherinnen und Zuseher OKTO überall dabei haben: Die neue OKTO TV App ist sowohl für iOS im App Store als auch für Android bei Google Play verfügbar. Die Anwendung bietet den vollen Funktionsumfang der Website www.okto.tv und macht damit das Liveprogramm sowie die umfangreiche OKTOTHEK auch unterwegs verfügbar.
Die OKTOTHEK fungiert dabei als digitales Archiv und Mediathek des Senders. Hier finden sich hunderte Sendungen und verschiedenste Formate – von lokalen Nachrichten über Kulturmagazine bis hin zu Dokumentationen und Talk-Shows. Diese "Schatztruhe", wie OKTO sie selbst nennt, wächst täglich und bietet Content zu nahezu jedem Interessensgebiet.
Community Television, auch Bürgerfernsehen genannt, ist eine besondere Form des Fernsehens, die sich grundlegend von kommerziellen Sendern unterscheidet. Während große TV-Stationen profitorientiert arbeiten und hauptsächlich massentaugliche Inhalte produzieren, steht bei Community TV die lokale Gemeinschaft im Mittelpunkt. Jeder Bürger kann hier eigene Sendungen gestalten, gesellschaftliche Themen aufgreifen oder einfach seine Leidenschaft mit anderen teilen.
In Österreich ist OKTO der bekannteste Vertreter dieser Bewegung. Seit 2005 sendet das Community TV aus Wien und hat sich zu einer wichtigen Plattform für alternative Berichterstattung, kulturelle Vielfalt und demokratische Meinungsbildung entwickelt. Das Besondere: Es gibt keine klassische Redaktion, sondern die Inhalte entstehen durch die Gemeinschaft selbst.
Neben der neuen App erweitert OKTO seine digitale Präsenz auf mehreren Kanälen. Besonders bedeutsam ist die Partnerschaft mit der Streaming-Plattform Joyn, wo OKTO nun live gestreamt werden kann. In der Joyn Mediathek sind bereits erste Sendereihen wie "eingSCHENKt", "MULATSCHAG" und "Perspektivenwechsel" abrufbar, das Angebot wird kontinuierlich ausgebaut.
Für treue Zuschauer führt OKTO den "OKTO WEEKLY" Newsletter ein. Jeden Freitag um 17:00 Uhr erhalten Abonnenten einen kompakten Überblick über das kommende Programm, inklusive täglicher Highlights, zwei OKTOTHEK-Empfehlungen und einem Kulturtipp. Diese Service-Orientierung zeigt, wie ernst der Sender die Bedürfnisse seiner Community nimmt.
OKTO steht nicht allein in der österreichischen Medienlandschaft. In anderen Bundesländern existieren ähnliche Projekte: In Salzburg sendet FS1 (Freier Rundfunk Salzburg), in Tirol gibt es FREIRAD, und in Oberösterreich ist Freies Radio Freistadt aktiv. Diese Sender bilden gemeinsam ein Netzwerk alternativer Medien, die wichtige Ergänzungen zu den großen Rundfunkanstalten darstellen.
Im Vergleich zu Deutschland, wo Offene Kanäle in vielen Städten etabliert sind, oder der Schweiz mit ihren Lokal-TV-Stationen, ist Österreichs Community TV-Szene kleiner, aber nicht weniger bedeutsam. Die Digitalisierung eröffnet nun neue Möglichkeiten: Während traditionelle Empfangswege wie Kabel und Antenne regional begrenzt sind, können Online-Streams und Apps die Reichweite erheblich steigern.
Die Empfangsmöglichkeiten für OKTO sind inzwischen beeindruckend vielfältig geworden. Linear ist der Sender weiterhin über A1 TV, Magenta TV, kabelplus und simpliTV zu empfangen – allerdings hauptsächlich im Kerngebiet Wien, Niederösterreich und Burgenland. Diese regionale Beschränkung war lange Zeit ein Hindernis für die Verbreitung.
Durch die digitalen Angebote können nun aber auch Menschen außerhalb des traditionellen Sendegebiets OKTO empfangen. Die Website www.okto.tv bietet neben dem Livestream auch aktuelle Programm-News und Informationen für angehende Sendungsmacher. Besonders interessant: Mit einem kostenlosen Login können Nutzer Sendereihen abonnieren und werden per E-Mail über neue Folgen informiert.
OKTO versteht sich nicht nur als Sender, sondern auch als Bildungseinrichtung. Die Digitaljournalismus-Akademie des Senders bietet Kurse und Weiterbildungen für alle an, die selbst in die Medienproduktion einsteigen möchten. Diese Kombination aus Theorie und Praxis macht OKTO zu einer wichtigen Institution für Medienkompetenz in Österreich.
In einer Zeit, in der Fake News und Desinformation zunehmen, gewinnt diese Arbeit an Bedeutung. Community TV wie OKTO zeigt, wie Medien transparent und partizipativ gestaltet werden können. Jeder kann lernen, wie Fernsehen funktioniert, eigene Beiträge erstellen und dabei professionelle Standards einhalten.
Die digitale Offensive von OKTO hat weitreichende Konsequenzen für die österreichische Medienlandschaft. Erstens demokratisiert sie den Zugang zu alternativen Inhalten: Menschen, die sich von der Berichterstattung großer Medien nicht repräsentiert fühlen, finden hier eine Plattform. Zweitens stärkt sie die lokale Medienvielfalt in einer Zeit, in der viele Regionalzeitungen schließen müssen.
Für die Bürgerinnen und Bürger bedeutet dies konkret mehr Auswahl und neue Perspektiven. Während kommerzielle Sender oft ähnliche Inhalte zeigen, bietet OKTO Sendungen zu Nischentemen, lokalen Ereignissen und gesellschaftlichen Randgruppen. Ein Beispiel: In der Sendung "Perspektivenwechsel" kommen Menschen zu Wort, die in den Hauptnachrichten selten Gehör finden.
Die neue App macht diese Vielfalt nun jederzeit verfügbar. Pendler können auf dem Weg zur Arbeit lokale Nachrichten verfolgen, Kulturinteressierte entdecken auf dem Sofa neue Kunstformen, und Familien können gemeinsam Sendungen schauen, die ihre Werte widerspiegeln.
Community TV funktioniert nach einem anderen Modell als kommerzielle Sender. OKTO finanziert sich hauptsächlich über öffentliche Förderungen und Spenden, nicht über Werbeeinnahmen. Dies ermöglicht eine größere Unabhängigkeit von wirtschaftlichen Zwängen, erfordert aber auch effizientes Wirtschaften mit begrenzten Mitteln.
Die Investition in digitale Technologien wie die neue App zeigt, dass OKTO strategisch denkt und in die Zukunft investiert. Streaming kostet deutlich weniger als traditionelle Übertragungswege, erreicht aber potenziell mehr Menschen. Diese Effizienz könnte anderen Community-Sendern als Vorbild dienen.
Die digitale Transformation von OKTO ist erst der Anfang einer größeren Entwicklung. Experten prognostizieren, dass Community TV in den nächsten Jahren stark wachsen wird, getrieben von der Unzufriedenheit mit Mainstream-Medien und dem Wunsch nach authentischen, lokalen Inhalten.
Technologisch stehen weitere Innovationen bevor: Virtual Reality könnte neue Formen des immersiven Storytellings ermöglichen, Künstliche Intelligenz könnte bei der Contentproduktion helfen, und 5G-Netze werden Live-Streaming von überall aus vereinfachen. OKTO positioniert sich mit seiner App-Strategie geschickt für diese Entwicklungen.
Gesellschaftlich könnte Community TV eine wichtige Rolle bei der Stärkung der Demokratie spielen. In einer Zeit politischer Polarisierung bieten lokale, partizipative Medien Räume für Dialog und Verständigung. Die niedrige Einstiegshürde bei OKTO – jeder kann mitmachen – macht dies besonders wertvoll.
Trotz der positiven Entwicklungen stehen Community-Sender vor Herausforderungen. Die Konkurrenz durch Social Media und YouTube ist groß, die technischen Anforderungen steigen ständig, und die Finanzierung bleibt unsicher. OKTO begegnet diesen Problemen proaktiv durch Innovation und Community-Building.
Die größte Chance liegt in der Authentizität: Während große Medienkonzerne oft als unnahbar empfunden werden, bleibt Community TV bodenständig und bürgernah. Diese Eigenschaft wird in einer zunehmend digitalisierten Welt immer wertvoller.
Mit der neuen App, der Joyn-Partnerschaft und dem erweiterten Service-Angebot zeigt OKTO, wie traditionelle Community-Medien erfolgreich in die digitale Zukunft wechseln können. Der Sender beweist, dass lokaler Content und moderne Technologie eine starke Kombination bilden. Für die österreichische Medienlandschaft ist dies ein ermutigendes Signal: Vielfalt und Innovation sind auch mit begrenzten Ressourcen möglich, wenn die Community dahintersteht und mitgestaltet.