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Österreichs Arbeitsmarkt: Das Ende der Stagnation naht!

20. Oktober 2025 um 06:39
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Der österreichische Arbeitsmarkt steht vor einem entscheidenden Wendepunkt. Nach drei Jahren der Stagnation gibt es Anzeichen für eine Erholung, auch wenn der Stellenmarkt zuletzt Rückschläge hinnehmen musste. Dies geht aus dem aktuellen "Hiring Trends Update 2025/26" der Stepstone Group hervor, das

Der österreichische Arbeitsmarkt steht vor einem entscheidenden Wendepunkt. Nach drei Jahren der Stagnation gibt es Anzeichen für eine Erholung, auch wenn der Stellenmarkt zuletzt Rückschläge hinnehmen musste. Dies geht aus dem aktuellen "Hiring Trends Update 2025/26" der Stepstone Group hervor, das am 20. Oktober 2025 veröffentlicht wurde. Die Studie, die auf Umfragen unter 563 Beschäftigten und 211 Personalverantwortlichen basiert, zeigt ein komplexes Bild der aktuellen Arbeitsmarktsituation.

Stellenmarkt schrumpft, Fachkräftemangel bleibt bestehen

Die Zahlen aus dem "Hiring Trends Update" verdeutlichen die ambivalente Marktlage. Die Gesamtzahl der Online-Stellenanzeigen ging im dritten Quartal 2024 auf 115.042 Jobs zurück, was einem Rückgang von 1% im Vergleich zum Vorquartal und 10% zum Vorjahr entspricht. Diese Entwicklung unterstreicht die Herausforderungen, mit denen der österreichische Arbeitsmarkt konfrontiert ist. Gleichzeitig sind drei von vier Unternehmen nach wie vor von einem Fachkräftemangel betroffen.

Interessanterweise verzeichnet der Einzelhandel trotz der Krise ein Wachstum von 33% im Vergleich zum Vorjahr. Diese Entwicklung zeigt, dass bestimmte Branchen widerstandsfähiger sind als andere. Der Arbeitsmarkt-Ökonom Dr. Julius Probst von der Stepstone Group betont, dass sich der österreichische Arbeitsmarkt im Einklang mit der anhaltenden Industriekrise in Deutschland abgeschwächt hat. Die Arbeitslosenquote ist auf etwa 7% gestiegen, während die Zahl der ausgeschriebenen Stellen rückläufig ist.

Investitionen schaffen neue Jobs

Trotz der Herausforderungen gibt es auch positive Entwicklungen. Investitionen von Staat und EU in Infrastruktur, Energiewende und Verteidigung schaffen neue Arbeitsplätze, insbesondere für Techniker, Bauarbeiter und Ingenieure. Diese Investitionen könnten langfristig zur Stabilisierung des Arbeitsmarktes beitragen.

Ambivalente Marktlage stellt Recruiter vor neue Herausforderungen

Die Unsicherheit auf dem Arbeitsmarkt spiegelt sich auch in den Unternehmensplänen für das nächste Halbjahr wider. 21% der Unternehmen planen Umstrukturierungen, während jeweils 10% mit Stellenabbau oder einem Einstellungsstopp rechnen. Gleichzeitig wollen 19% der Unternehmen wieder mehr Personal einstellen. Diese ambivalente Situation stellt Recruiter vor große Herausforderungen.

MMag. Nikolai Dürhammer, Geschäftsführer von Stepstone Österreich & Schweiz, betont, dass die Talentsuche trotz der Rezession äußerst schwierig bleibt. Dies gibt einen Vorgeschmack darauf, was passieren könnte, wenn der Arbeitsmarkt wieder anzieht und die Erwerbsbevölkerung Jahr für Jahr schrumpft.

Recruiting wird zur Königsdisziplin

Die größten Herausforderungen für Personalverantwortliche sind:

  • 82% haben Schwierigkeiten, Kandidaten mit den benötigten Kompetenzen zu finden.
  • 63% kämpfen mit steigenden internen Anforderungen an Stellen.
  • 61% beklagen hohe Gehaltsforderungen bei gleichzeitig reduzierten Budgets (57%).

Diese Herausforderungen machen deutlich, dass Recruiting zur Königsdisziplin wird. Unternehmen müssen ihre Strategien überdenken, um im Wettbewerb um Talente bestehen zu können.

Hohe Wechselbereitschaft trotz unsicherer Zeiten

Die Studie zeigt auch, dass Beschäftigte offen für einen beruflichen Wechsel bleiben. 54% planen konkret einen Jobwechsel im Jahr 2026, und 42% sind bereits aktiv auf Jobsuche. Flexible Arbeitsmodelle sind dabei ein entscheidender Faktor. 57% der Befragten würden den Job wechseln, wenn keine flexiblen Arbeitsmöglichkeiten geboten werden.

Bewerbungsprozess als kritischer Erfolgsfaktor

Ein schlechter Bewerbungsprozess kann zum K.O.-Kriterium werden. 77% der Kandidaten würden Jobangebote bei mangelhaften Prozessen ablehnen. Klare und detaillierte Stellenbeschreibungen, schnelle Rückmeldungen nach Einreichen der Bewerbung und transparente Informationen zur Gehaltsspanne machen einen Bewerbungsprozess effizienter und angenehmer.

Atena Rabou-Degenkolbe, Head of Talent Acquisition bei The Stepstone Group, empfiehlt, die internen Prozesse straff zu ziehen. Je klarer intern alle Beteiligten sind, desto effizienter und erfolgreicher wird das Recruiting.

Handlungsempfehlungen für Unternehmen

Experten raten zu drei strategischen Ansätzen:

  1. Optimierung der Bewerbungsprozesse mit klaren Stellenbeschreibungen, transparenten Gehaltsspannen und schnelleren Rückmeldungen.
  2. Mitarbeiterbindung stärken: Neben Gehalt und flexiblem Arbeiten sind Fähigkeiten und Stärken, die zur Rolle passen (43%), sowie interne Weiterbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten (42%) entscheidend.
  3. Erschließung neuer Talentpools durch internationales Recruiting und Skills-based Hiring. Der Fokus auf Skills auch ohne formale Ausbildung kann den Talentpool deutlich erweitern und Quereinsteigern eine Chance geben.

Zukunftsausblick

Der österreichische Arbeitsmarkt steht an einem Scheideweg. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die positiven Entwicklungen ausreichen, um die Herausforderungen zu bewältigen. Mit den richtigen Strategien könnten Unternehmen gestärkt aus dieser Phase hervorgehen und von einer Erholung des Arbeitsmarktes profitieren.

Weitere Informationen zur Studie finden Sie auf der Webseite von Stepstone.

Schlagworte

#Arbeitsmarkt#Fachkräftemangel#Investitionen#Jobwechsel#Österreich#Recruiting#Stellenmarkt

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