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ÖH startet Kampagne: Mehr Studienbeihilfe für Österreichs Studierende

Nur 12,1 Prozent erhalten Förderung, obwohl deutlich mehr Anspruch hätten

17. März 2026
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Die Österreichische Hochschüler_innenschaft will mehr Studierende über ihre Ansprüche aufklären.

Die finanzielle Situation von Österreichs Studierenden ist prekär: Sechs von zehn leben unter der Armutsgefährdungsgrenze, doch nur 12,1 Prozent beziehen Studienbeihilfe. Die Österreichische Hochschüler_innenschaft (ÖH) informiert im Rahmen einer Kampagne über Anspruchsvoraussetzungen, Antragstellung und Fördermöglichkeiten, um mehr Studierende zum Antragstellen zu bewegen.

Dramatische Unterversorgung bei der Studienförderung

Von fast 400.000 Studierenden in Österreich stellten im vergangenen Studienjahr nur etwa 60.000 einen Antrag auf Studienbeihilfe. Die ÖH schätzt, dass deutlich mehr Studierende Anspruch auf eine Förderung hätten. Die durchschnittliche Unterstützung liegt laut ÖH bei rund 684 Euro pro Monat; angesichts steigender Mieten, Lebensmittelpreise und Energiekosten reicht diese Förderung nach Ansicht der ÖH kaum aus.

"Viele Studierende erhalten keine Studienbeihilfe, obwohl sie Anspruch darauf hätten", erklärt Selina Wienerroither aus dem ÖH-Vorsitz. "Studierende und Studieninteressierte werden noch immer viel zu wenig über die Studienbeihilfe aufgeklärt. Dabei stellt sie vor allem für Studieninteressierte aus Arbeiter_innenfamilien einen entscheidenden Unterschied dar, ob ein Studium leistbar ist oder nicht."

Systemversagen mit weitreichenden Folgen

Laut ÖH handelt es sich um ein Systemversagen, das reale Auswirkungen darauf hat, wer studieren gehen kann und wer nicht. Die ÖH fordert daher unter anderem eine automatische Antragstellung für alle Studierenden, damit niemand durch das Raster fällt und die Beihilfe nicht aufgrund fehlender Information ungenutzt bleibt. Derzeit würden jährlich nur rund 300 Millionen Euro für die Studienförderung ausgeschüttet, was nach Ansicht der ÖH nicht ausreiche.

Auftaktaktion macht strukturelle Mängel sichtbar

Zum Start der Kampagne organisierte die ÖH vor der Universität Wien eine Aktion mit Stationen, die zentrale Ausgabenbereiche wie Wohnen, Lebensmittel, Kleidung und Mobilität zeigten. Studierende erhielten ein begrenztes Budget, das sie auf diese Ausgaben verteilen mussten – eine Alltagssituation, die viele kennen.

"Viele Studierende müssen täglich Prioritäten setzen: Das zur Verfügung stehende Budget reicht nicht für alles", erläutert Viktoria Kudrna aus dem ÖH-Vorsitzteam. "Die Studienförderung muss genau hier entlasten und ein Studium unabhängig von der finanziellen Situation ermöglichen."

Kampagne als politisches Signal

Mit der Informationskampagne will die ÖH nicht nur über Anspruchsvoraussetzungen, Antragstellung und Fördermöglichkeiten informieren, sondern auch ein politisches Zeichen setzen und Druck erzeugen, damit Studieren in Österreich langfristig leistbar ist.

"Antrag stellen lohnt sich!", lautet die zentrale Botschaft der Kampagne.

Schlagworte

#Studienbeihilfe#ÖH#Studierende#Bildungsförderung#Österreich#Bildung, Arbeit#Regierungspolitik#Weiterbildung

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