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ÖGB kritisiert Arbeitsmarkt-Integration: 40% arbeiten unter Qualifikation

Gewerkschaft fordert einfachere Abschluss-Anerkennung und mehr Sprachförderung

20. März 2026
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Eine AK-Studie zeigt: Österreichs Arbeitsmarkt nutzt das Potenzial von Migrant:innen nicht. Der ÖGB sieht dringenden Handlungsbedarf.

Eine aktuelle Studie der Arbeiterkammer zeigt, dass der österreichische Arbeitsmarkt seine Integrationsfunktion nur eingeschränkt erfüllt und das vorhandene Potenzial bei Zugewanderten nicht ausreichend nutzt. Rund 40 Prozent der Migrant:innen aus Nicht-EU-Ländern arbeiten in Jobs abseits ihrer Qualifikation.

Arbeitsmarkt nutzt Potenzial nicht ausreichend

„Das ist besorgniserregend und angesichts des großen Fachkräftebedarfs nicht besonders intelligent“, kritisiert Alexander Prischl, ÖGB-Arbeitsmarktexperte. Viele vorhandene Kompetenzen von Zugewanderten bleiben ungenutzt.

Anerkennung ausländischer Abschlüsse als Hindernis

Ein zentrales Hindernis ist die komplizierte Anerkennung ausländischer Abschlüsse. Nur rund 13 Prozent der Zugewanderten stellen überhaupt einen Antrag auf Anerkennung. Die Verfahren sind oft langwierig, bürokratisch, mit oft hohen Kosten verbunden und für viele schwer zugänglich. Dadurch gehen dem Arbeitsmarkt wertvolle Fachkräfte verloren und die Betroffenen werden oft unter ihrer tatsächlichen Qualifikation entlohnt.

Auswirkungen auf Frauen

„Das Problem, dass viele Frauen aufgrund von Sorgearbeit nicht arbeiten können, betrifft auch Migrantinnen und stellt für sie ein zusätzliches Hindernis dar“, betont Prischl.

ÖGB fordert konkrete Maßnahmen

Der ÖGB fordert gezielte Verbesserungen, um den Fachkräftebedarf zu lindern und Integration durch Arbeit zu ermöglichen. Dazu zählen unter anderem:

  • Fachkräftepotenzial nutzen: Viele zugewanderte Menschen bringen Qualifikationen und Erfahrung mit, die derzeit nicht ausreichend eingesetzt werden.
  • Abschlüsse leichter anerkennen: Vor allem im Rahmen von Qualifizierungsprogrammen müssen vorhandene Kompetenzen rasch und unbürokratisch formal anerkannt werden.
  • Mehr Sprachförderung: Gute Deutschkenntnisse sind zentral für faire Chancen am Arbeitsmarkt – entsprechende Angebote müssen ausgebaut und an die Bedürfnisse Berufstätiger angepasst werden.
  • Flächendeckende und kostengünstige Kinderbetreuung: Damit vor allem Frauen ihr Potential besser nutzen können.

Faire Arbeit und muttersprachliche Beratung

Besonders in Branchen, in denen viele Migrant:innen arbeiten, kommt es häufig zu Missständen sowie Lohn- und Sozialdumping. Mit der muttersprachlichen Beratung sorgt der ÖGB dafür, dass Beschäftigte sich kostenlos beraten lassen können, sie ihre Rechte kennen und durchsetzen können – unabhängig von ihrer Herkunft oder Sprache. „Faire Arbeit darf keine Frage der Muttersprache sein. Jede:r hat das Recht auf gute Arbeitsbedingungen und faire Bezahlung“, sagt Prischl.

Schlagworte

#ÖGB#Arbeitsmarkt#Integration#Fachkräftemangel#Migration#Fachkräfte#Arbeitsbedingungen#Gewerkschaften

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