PRESSEFEUER
StartseiteFeaturesPreiseTools
Zurück zum Newsroom
Volksanwaltschaft/Oberösterreich/Behinderung/Soziales/Menschenrechte

Oberösterreich: Menschen mit Behinderung warten Jahre

31. Mai 2026
Teilen:

Die Volksanwaltschaft kritisiert, dass Oberösterreich Menschen mit Behinderung jahrelang auf Plätze in Wohneinrichtungen warten lässt. Bereits 2012 hieß es: „Menschen mit Behinderung haben in der Praxis, entgegen den Bestimmungen der UN-Behindertenrechtskonvention, häufig nicht die Möglichkeit, ihren Wohnort und ihre Wohnform frei zu wählen“.

Die Volksanwaltschaft kritisiert, dass Oberösterreich Menschen mit Behinderung jahrelang auf Plätze in Wohneinrichtungen warten lässt. Bereits 2012 hieß es: „Menschen mit Behinderung haben in der Praxis, entgegen den Bestimmungen der UN-Behindertenrechtskonvention, häufig nicht die Möglichkeit, ihren Wohnort und ihre Wohnform frei zu wählen“. Volksanwalt Bernhard Achitz sagt: „Seitdem hat sich die Lage nicht verbessert. Oberösterreich ignoriert seine Verpflichtung, ausreichend Plätze in Wohneinrichtungen für Menschen mit Behinderung zur Verfügung zu stellen.“ In der ORF-Sendung „Bürgeranwalt“ präsentierte Achitz am 30. Juni den Fall von Benedikt F., der seit Dezember 2024 für einen Platz in einer vollbetreuten Wohneinrichtung vorgemerkt ist.

Benedikt F. wartet seit eineinhalb Jahren auf Wohnplatz, auf den er ein Recht hat

Der 37-jährige Benedikt F. ist von Geburt an blind und leidet seit einigen Jahren an Epilepsie. Nach der Matura absolvierte er eine Ausbildung zum Bürokaufmann. Wegen der epileptischen Anfälle konnte er nicht weiter arbeiten. Er lebt abgelegen auf dem Land und wird von seinen Eltern betreut. Die schaffen das aber wegen ihres hohen Alters nicht mehr. Er ist daher auf einen vollbetreuten Wohnplatz angewiesen. Das hat das Amt der oberösterreichischen Landesregierung im Dezember 2024 in einem Gutachten bestätigt. Im Mai 2026 hatte er nach wie vor weder einen Wohnplatz noch einen Bescheid der Behörde.

Land Oberösterreich muss genug Plätze zur Verfügung stellen

„Ich möchte ein möglichst selbstbestimmtes Leben führen – so gut das als Mensch mit Behinderung eben geht“, sagt Benedikt F. Das sieht auch die UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) so vor, zu deren Umsetzung sich Österreich verpflichtet hat. „Diese Verpflichtung gilt natürlich auch für Oberösterreich. Menschen mit Behinderung müssen die Möglichkeit haben, ihren Wohnort frei zu wählen. Daher muss das Land Oberösterreich die dafür notwendigen Einrichtungen und Dienstleistungen zur Verfügung stellen“, sagt Volksanwalt Achitz.

Volksanwalt Achitz kritisiert Mängelverwaltung

Das Land begründet seine Untätigkeit damit, dass es eben zu wenig Plätze gebe. Achitz: „Hier herrscht offenbar Mangelverwaltung statt Inklusion. Allein, dass immer wieder von ‚Priorisierungslisten‘ die Rede ist, zeigt, dass viel mehr Plätze angeboten werden müssen. Wenn genug Plätze vorhanden wären, bräuchte man niemanden priorisieren.“ Nachdem sich Volksanwaltschaft und „Bürgeranwalt“ eingeschaltet hatten, wurde Herrn F. nun doch ein Wohnplatz zugesagt. Achitz: „Das ist für F. natürlich eine sehr gute Nachricht, dass er nach eineinhalb Jahren des Wartens endlich den Wohnplatz bekommt, auf den er ein Recht hat. Das Problem für viele andere Betroffene bleibt aber ungelöst.“

Im „Chancengleichheitsgesetz“ sollen Probleme auf die Betroffenen abgewälzt werden

Eine geplante Novelle des oberösterreichischen „Chancengleichheitsgesetzes“ würde weitere Verschärfungen bringen, wenn sie so beschlossen würde, wie sie in Begutachtung geschickt wurde. „Hier soll die Verantwortung auf die betroffenen Menschen abgeschoben werden: Sie sollen erst dann einen Antrag auf Finanzierung eines Wohnplatzes oder von Persönlicher Assistenz stellen dürfen, wenn sie sich die Betreuung selbst organisiert haben. Offenbar will das Land seine Probleme auf die Betroffenen abwälzen“, kritisiert Achitz. Die Volksanwaltschaft wird darauf auch in einer Stellungnahme im Gesetzgebungsverfahren aufmerksam machen.

SERVICE: Die Volksanwaltschaft ist unter [email protected] sowie unter der kostenlosen Servicenummer 0800 223 223 erreichbar.

Weitere Meldungen

OTS
Bundesrat

Tätigkeitsberichte 2024–2025: Volksanwaltschaft warnt

7. Mai 2026
Lesen
OTS
Volksanwaltschaft

Volksanwalt fordert Vertrauensperson bei Gutachten

4. Apr. 2026
Lesen
OTS
ÖVP

Volksanwaltschaft deckt Missstände auf: Psychisch kranke Häftlinge

26. März 2026
Lesen
Alle Meldungen anzeigen
PRESSEFEUER

Die moderne Plattform für digitale Pressemitteilungen in Österreich.

Produkt

  • Features
  • Preise
  • API

Unternehmen

  • Über uns
  • Kontakt

Rechtliches

  • Impressum
  • Datenschutz
  • AGB

© 2026 Pressefeuer.at. Powered by AdSimple.