KSV1870-Umfrage: Mismatch bei Qualifikationen, viele Stellen werden nicht vollständig nachbesetzt
Der KSV1870 sieht in der aktuellen Austrian-Business-Check-Umfrage erhebliche Probleme bei der Personalsuche: 88 % der Betriebe melden Schwierigkeiten.
Die Lage am österreichischen Arbeitsmarkt bleibt angespannt: Für neun von zehn Unternehmen (88 %) ist es laut der aktuellen Austrian-Business-Check-Umfrage des Kreditschutzverbands von 1870 (KSV1870) im Vergleich zum Vorjahr weiterhin schwierig, geeignetes Personal zu finden. Die Befragung weist vor allem auf ein „Mismatch“ zwischen den gesuchten, fachspezifischen Qualifikationen und dem verfügbaren Personal hin.
Weitere Kernergebnisse der Umfrage zeigen: 57 Prozent der Unternehmen wollen ihre aktuelle Mitarbeiterzahl in diesem Jahr halten, 12 Prozent planen eine Reduktion und 13 Prozent sehen einen Personalzuwachs vor. Zudem geben 74 Prozent der Befragten an, offene bzw. freiwerdende Stellen nicht vollständig nachzubesetzen – ein Anstieg um fünf Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr.
Die vom KSV1870 veröffentlichte Umfrage, die gemeinsam mit dem Markt- und Meinungsforschungsinstitut Marketagent durchgeführt wurde, fand im März 2026 statt. An der aktuellen Erhebung haben rund 1.100 Unternehmen teilgenommen. Der Austrian Business Check wird laut Aussendung zweimal pro Jahr durchgeführt und erfasst, wie es um die wirtschaftliche Situation österreichischer Betriebe bestellt ist.
Zentrale Zahlen aus der aktuellen Welle: 88 Prozent der Unternehmen empfinden die Personalsuche im Jahresvergleich als unverändert schwierig (64 %) oder sogar schwieriger (24 %). Nur rund acht Prozent der Befragten registrierten eine Verbesserung.
Der Begriff „Mismatch“ wird in der Aussendung als ein wichtiger Knackpunkt genannt: Gesucht werden fachspezifische Qualifikationen, das verfügbare Personal bringt diese Qualifikationen laut Umfrage jedoch oft nicht mit. Der CEO der KSV1870 Holding AG, Ricardo-José Vybiral, wird in der Mitteilung mit den Worten zitiert: „Der Mangel an Arbeitskräften ist kein kurzfristiges Phänomen, sondern vielmehr ein strukturelles Problem, das auch dem demografischen Wandel geschuldet ist. Gleichzeitig gibt es viele Menschen, die Arbeit suchen, jedoch fehlen häufig die notwendigen Qualifikationen – auch in Anbetracht sich verändernder Berufsbilder. Diese Diskrepanz bremst Betriebe, erschwert ihre Entwicklung und kostet Wachstumspotenziale.“
Inhaltlich benennt die Umfrage als Hauptgründe für die komplizierte Personalsuche Defizite in puncto Qualifikation und Ausbildung, den Mangel an verfügbaren Fachkräften und eine sinkende Arbeitsmoral.
Die Mehrheit der Unternehmen plant demnach keinen Personalaufbau: 57 Prozent wollen die Mitarbeiterzahl unverändert lassen. Zwölf Prozent denken über Personalabbau nach, während 13 Prozent mit einem Zuwachs rechnen. Bei 18 Prozent hängt die Entscheidung vom Verlauf der wirtschaftlichen Lage im Jahresverlauf ab.
Die KSV1870-Auswertung nennt zudem regionale und branchenspezifische Unterschiede bei geplanten Personalveränderungen: In Wien ziehen 16 Prozent der Betriebe eine Reduktion des Personalstands in Betracht. In der Branche Gastronomie und Beherbergung planen 18 Prozent der Unternehmen einen (weiteren) Stellenabbau – ein Ergebnis, das die Aussendung ausdrücklich mit finanziellen Engpässen dieser Branche verknüpft.
Die Umfrage nennt konkrete Bereiche und Regionen, in denen die Personalsuche besonders schwierig ist: In Vorarlberg liegt der Anteil der Betriebe mit Personalschwierigkeiten bei insgesamt 97 Prozent. Branchen mit besonders hohen Werten sind demnach das Gesundheits- und Sozialwesen (93 %) sowie das Baugewerbe (91 %).
Beim Thema Nachbesetzung heben die Ergebnisse Branchen mit besonders hoher Quote hervor: Im Verlags- und Medienwesen werden 94 Prozent der offenen Stellen nicht vollständig nachbesetzt, in der IT sind es 87 Prozent und in der Gastronomie und Beherbergung 83 Prozent. Auf regionaler Ebene nennt die Aussendung Kärnten und das Burgenland mit je 88 Prozent als Gebiete, in denen Stellen überdurchschnittlich häufig nicht vollständig nachbesetzt werden. Am ehesten würden freie Stellen in Salzburg vollständig nachbesetzt, heißt es in der Mitteilung. Auch der Bereich „Herstellung von Waren“ wird in diesem Zusammenhang als vergleichsweise eher vollständig nachbesetzt genannt.
Austrian Business Check
Der Austrian Business Check ist laut Aussendung eine halbjährlich durchgeführte Befragung des KSV1870, die Unternehmen in Österreich zur wirtschaftlichen Lage befragt. Die aktuelle Erhebung wurde gemeinsam mit Marketagent im März 2026 durchgeführt und umfasst rund 1.100 Unternehmen.
„Mismatch“
In der Meldung bezeichnet „Mismatch“ die Diskrepanz zwischen den Qualifikationen, die Unternehmen suchen, und den Fähigkeiten, die bei verfügbaren Arbeitskräften vorhanden sind. Der Begriff wird als zentraler Knackpunkt für die schwierige Personalsuche genannt.
Fachkräftemangel
Der Ausdruck „Fachkräftemangel“ wird in der Aussendung als eine von mehreren großen Herausforderungen genannt: 23 Prozent der Betriebe gaben an, der Fachkräftemangel zähle zu den größten Herausforderungen ihrer unternehmerischen Gegenwart.
Nachbesetzung
Als Nachbesetzung bezeichnet die Mitteilung das vollständige Wiederbesetzen offener oder freiwerdender Stellen. 74 Prozent der Unternehmen geben an, solche Stellen nicht vollständig nachzubesetzen.
Demografischer Wandel
Der Begriff taucht in einem Zitat des KSV1870-CEO auf und wird dort als ein Grund genannt, warum der Mangel an Arbeitskräften aus Sicht der Aussendung kein kurzfristiges Phänomen ist. In der Meldung wird der demografische Wandel damit als strukturelle Ursache für den Arbeitskräftemangel benannt.
Die Aussendung dokumentiert Reaktionsmuster: Viele Unternehmen halten die Belegschaft konstant, ein deutlich kleinerer Teil plant Auf- oder Abbau. Die hohe Quote nicht vollständig nachbesetzter Stellen (74 %) und deren Anstieg um fünf Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr werden in der Mitteilung als Ausdruck dafür gewertet, dass finanzielle Spielräume vielerorts ausgeschöpft sind.
Der KSV1870-CEO Vybiral kommentiert die Situation mit dem Hinweis: „Der Fachkräftemangel beschäftigt Österreichs Unternehmen weiterhin massiv. Noch stärker wirken derzeit nur das hohe Kostenniveau und die schwache Nachfrage in Form einer verhaltenen Auftragslage und deutlichen Konsumzurückhaltung.“ Dieses Zitat steht in der Aussendung als Einordnung der Prioritäten von Betrieben im aktuellen wirtschaftlichen Umfeld.
Wie viele Unternehmen wurden befragt?
An der aktuellen Umfrage im März 2026 haben nach Angaben des KSV1870 rund 1.100 Unternehmen teilgenommen. Die Erhebung wurde in Zusammenarbeit mit dem Markt- und Meinungsforschungsinstitut Marketagent durchgeführt.
Wie häufig erscheint der Austrian Business Check?
Der Bericht wird laut Mitteilung vom KSV1870 zweimal pro Jahr erstellt. Die aktuelle Welle bildet daher eine halbjährige Momentaufnahme der wirtschaftlichen Lage österreichischer Betriebe ab.
Welche Branchen melden besonders große Personalschwierigkeiten?
In der Aussendung werden speziell das Gesundheits- und Sozialwesen (93 %) sowie das Baugewerbe (91 %) als Branchen genannt, in denen die Personalsuche besonders schwierig ist. Zudem werden Verlags- und Medienwesen, IT sowie Gastronomie und Beherbergung bei der Nachbesetzung offen gebliebener Stellen hervorgehoben.
Was nennen Unternehmen als Hauptgründe für die schwierige Personalsuche?
Die Umfrageteilnehmer nannten in erster Linie Defizite bei Qualifikation und Ausbildung, den Mangel an verfügbaren Fachkräften sowie eine sinkende Arbeitsmoral als Hauptgründe für die komplizierte Personalsuche.
Wie viele Firmen besetzen offene Stellen nicht vollständig nach?
Laut der Aussendung geben 74 Prozent der befragten Unternehmen an, offene beziehungsweise freiwerdende Stellen nicht vollständig nachzubesetzen. Dieser Wert ist demnach im Vergleich zum Vorjahr um fünf Prozentpunkte gestiegen.
Gibt es regionale Unterschiede bei der Personalsuche?
Ja: Die Mitteilung nennt Vorarlberg mit 97 Prozent als Bundesland mit besonders hoher Schwierigkeit bei der Personalsuche. Kärnten und das Burgenland werden bei der Quote nicht vollständig nachbesetzter Stellen mit je 88 Prozent genannt, Salzburg hingegen als Region mit vergleichsweise häufiger vollständiger Nachbesetzung.
Quelle: Kreditschutzverband von 1870 (KSV1870), Austrian-Business-Check-Umfrage, gemeinsam mit Marketagent, März 2026; rund 1.100 teilnehmende Unternehmen. Weitere Informationen finden sich auf der Website des KSV1870: https://www.ksv.at
Kontakt laut Aussendung:
KSV1870 Unternehmenskommunikation, Markus Hinterberger
Telefon: 050 1870-8205
E-Mail: hinterberger.markus [at] ksv.at